Donnerstag, 2. Juli 2026
Die letzten Tage auf der Anesha wollten wir noch genießen, da kam es uns sehr gelegen, dass heute kein Ausflug auf dem Programm stand. Unser Schiff hatte bereits um 7.30 Uhr in Speyer angelegt, zum zweiten Mal während der Reise. Als wir am letzten Samstag das erste Mal hier angelegt hatten, purzelten in Deutschland gerade die Hitzerekorde und wir waren sozusagen mittendrin in diesem Brutkessel. Diesmal war es zum deutlich deutlich angenehmer, die Temperaturen lagen um die 30 Grad, zwar heiß, aber angenehm. Mit dem Frühstück konnten wir uns Zeit lassen, denn die Reise würde erst um 13.00 Uhr weitergehen.
Um halb zehn starteten wir unseren privaten Ausflug in die Stadt. Den Weg kannten wir schon vom Samstag und konnten die Entfernung daher gut einschätzen. Nach knapp 20minütigem gemütlichem Gehen kamen wir an dem 134 Meter langen Dom an. Das gewaltige Bauwerk wurde im Jahr 1061 geweiht, es ist ein Paradebeispiel romanischer Baukunst.
In den Pfälzischen Erbfolgekriegen wurde die Ausstattung des Doms fast vollständig verloren, auch während der Französischen Revolution kam es zu Verwüstungen. Der Dom erscheint daher zwar leer, aber das Bauwerk als solches ist so beeindruckend, dass der Betrachter förmlich in diese Epoche eintauchen kann. Wir verließen den fast menschenleeren Dom, schlenderten über den ebenfalls leeren Vorplatz und gingen vorbei an der Alten Münz, dem historischen Rathaus und dem Altpörtel, einem der schönsten Stadttore Deutschlands, das 55 Meter hoch ist.
Obwohl es längst nicht so heiß war wie einige Tage zuvor, staute sich die Hitze doch sehr, weil kaum Bäume für Schatten sorgen und die Stadt komplett versiegelt ist. Wie schon am Samstag suchten wir uns daher wieder ein Plätzchen in einem Cafe und gönnten uns einen erfrischenden Erdbeershake. Dann ging's zurück zum Schiff, wo mittlerweile die Bilder vom Tag der Einschiffung bereitgelegt waren.
Pünktlich zum Mittagessen um 13.00 Uhr legte die Anesha ab und die Fahrt ging weiter nach Worms, wo wir um 16.00 Uhr ankamen. Es war zwischenzeitlich wieder richtig heiß geworden und wir verzichteten auf einen Spaziergang, denn der Wormser Dom St. Peter wäre fußläufig einfach zu weit weg gewesen. Ich begnügte mich mit einer kurzen Stippvisite des imposanten Nibelungenturms, der stolze 53 Meter hoch ist und schon von Weitem zu sehen ist. Praktischerweise sind Turm als auch das Hagendenkmal fast unmittelbar an den Anlegestellen des Rheins, so dass es keiner großen Anstrengung bedarf, um diese Sehenswürdigkeiten abzulichten.
Immerhin hatte ich von der Brücke die Möglichkeit, sowohl die Anesha als auch den mehr eineinhalb Kilometer entfernten Wormser Dom zu fotografieren.
Am frühen Abend, zur Einstimmung auf das Abschieds-Galadinner nahmen wir einen Aperitiv in der Panorama-Lounge ein, anschließend ging es ins Restaurant Vier Jahreszeiten, wo ein wirklich erstklassiges Menü serviert wurde. Der Tisch war entsprechend eingedeckt und alle waren voller Vorfreude auf das, was da noch kommen sollte.
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welch raffinierten Kreationen und abwechslungsreichen Gerichten wir auf den unterschiedlichsten Schiffen immer wieder überrascht wurden. Auch an diesem Abend kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus, das Menü war von vorne bis hinten sehr schön zusammengestellt, die Portionsgrößen waren genau richtig und das Hauptgericht, das Rinderfilet ein wahres Gedicht. Zum krönenden Abschluss wurde dann noch wie zu besten Traumschiffzeiten eine Eistorte serviert. Applaus kam auf als die Köche und die Servicekräfte mit Minifeuerwerk die Eistorten präsentierten.
Seit gestern hat unser Schiff 202 Flusskilometer zurückgelegt. Kaum zu glauben, dass die Reise schon in zwei Tagen wieder zu Ende sein sollte. Morgen stand für mich noch ein kurzer Ausflug in Bingen auf dem Programm. Kommen Sie mit!
| Start Reisebericht | Bingen, St. Goar, Koblenz | Breisach (Colmar) |


















