Freitag, 3. Juli 2026

Am vorletzten Tag unserer Reise wurden noch einmal drei Anlegestellen angesteuert. Bereits um 00.30 legte die MS Anesha in Bingen im Bundesland Rheinlad-Pfalz an. Hier fließen Rhein und Nahe zusammen, die Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern hat nicht nur eine besonders schöne Flusslandschaft, sondern auch einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die bekannteste Persönlichkeit ist aber sicher Hildegart von Bingen, auf deren Spuren ich in meinem letzten Ausflug, der bereits um 9.00 Uhr startete, gewandelt bin.

Auf dem Bild links ist das bekannte Niederwalddenkmal in Rüdesheim zu sehen, das auf der gegenüberliegenden Seite liegt. Bild 2 zeigt unsere Anlegestelle, dort erwartete uns der Reiseführer bereits. Bevor es  hoch zur Burg Klopp, einem der Ausflugsziele, ging, mussten wir einen Fußgängertunnel durchqueren, der mit Graffiti-Kunst glänzte. Dann marschierten wir hoch zur Burg, dem heutigen Sitz der Bingener Stadtverwaltung, auch ein Restaurant ist dort untergebracht.

Schöne Aussichten hat man von dort oben natürlich auch, u.a. auf Burg Maus oder den Binger Mäuseturm und die Basilika St. Martin. Obwohl die Burg Klopp natürlich erhöht lag, war der Spaziergang dorthin leicht zu bewältigen und bereitete keinerlei Schwierigkeiten. Auf einem direkteren Weg ging es dann nach unten in die Stadt, die jetzt nicht so viel zu bieten hat. Das war jedoch zu verschmerzen, denn unser Ziel war ja ohnehin das "Historische Museum am Strom", in dem eine Dauerausstellung zu Hildegard von Bingen gezeigt wird, über deren Leben man hier viel erfährt. Sie war Äbtissin, Ratgeberin, Theologin, Komponistin und Visionärin. Wer eintauchen will in Leben und Wirken dieser Frau, dem sei ein Besuch dieses Museums ausdrücklich empfohlen.

Nach zwei Stunden war dieser kurzweilige Ausflug auch schon wieder vorbei und ich kam rechtzeitig zurück an Bord, denn am 11.30 Uhr bekamen wir die Ausschiffungsinfos in der Panorama Lounge. Zeitgleich verließen wir Bingen und nahmen Kurz Richtung St. Goar. Das Mittagessen wollte ich mir heute keinesfalls entgehen lassen, denn es gab nicht nur eine vorzügliche Lammkeule, sondern auch noch eine süße Verführung in Form eines Schoko-Bananen-Crepes. Das versüßte mir im wahrsten Sinne des Wortes das anschließende Kofferpacken.

Während das Schiff an Lorch und Lorchhausen vorbeiglitt, wurde das Essen serviert, das wie immer vorzüglich schmeckte. Zum Teil hatte ich den Eindruck, dass die Mittagskarte mehr Highlights bot als die Abendkarte. Aber das ist nur mein subjektiver Eindruck, grundsätzlich ist die Kulinarik auf der Anesha durchweg zu loben.

Gegen 13.30 Uhr legten wir in St. Goar an. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang, stellten jedoch schnell fest, dass es wieder einmal ziemlich heiß ist und wir eigentlich mehr Lust auf einen Eiskaffee haben. Auf dem Weg ins nächste Cafe kamen wir dann an Geschäften vorbei, die auf originelle Art und Weise darauf aufmerksam machten, was es hier zu kaufen gibt.

Dann trennten sich unsere Wege, weil ich unbedingt noch zur Burg Rheinfels hochgehen wollte, um die dortige Aussicht zu genießen. Der Weg erschien mir als nicht sehr anspruchsvoll, allerdings unterschätzte ich etwas die Hitze. Ich musste mehrfach eine kurze Pause einlegen, um wieder zu Atem zu kommen. Aber meine Vorliebe für Burgen und Aussichtstürme war einfach wieder stärker. Bevor ich zur Burgruine kam, fiel mir eine Abzweigung auf, der ich intuitiv folgte. Nach nur wenigen Metern kam ich am sogenannten "Tusculum" raus, einem wirklich schönen Aussichtspunkt, der unmittelbar unter der Burgruine Rheinfels liegt.

Nachdem ich diese ersten Eindrücke aufgesaugt und mich erholt hatte, bewältigte ich die letzten Minuten zur Ruine noch motivierter. Als ich in den Innenhof der Burg kam, fielen mir viele Autos auf und bald stellte sich heraus, dass hier wohl eine Hochzeit gefeiert wird, da hier oben auch ein Restaurant ist. Ich interessierte mich jedoch für die Ruine und bezahlte auch Eintritt dafür, der mit 4,00 Euro jedoch überschaubar war. Ich suchte zunächst die Toilette auf, die sich gleich gegenüber von der Kasse befindet, und war froh, dass mich die Guilloutine verschonte. Aber sehen Sie selbst:

Anschließend musst ich unbedingt zum höchsten Punkt der Burg, um die Aussicht zu genießen. Der Aufstieg und die paar Euro Eintritt haben sich wirklich gelohnt.

Ich hätte mich gerne noch länger in diesem alten Gemäuer aufgehalten, weil es einfach so viel zu entdecken gab, aber weil ich nicht so recht einschätzen konnte, wieviel Zeit ich für den Rückweg brauchen würde, musste ich aufbrechen. Zu meiner eigenen Überraschung war ich aber dann doch schneller wieder unten als gedacht, aber bergab geht es halt einfach leichter. Um 17.30 verabschiedeten wir uns aus St. Goar. Das "Katz- und Mausspiel" hatte jetzt ein Ende;-)

Um 18.30 Uhr war es den Abschieds-Empfang in der Panorama-Lounge, wo noch einmal alle Verantwortlichen einschl. des Kapitäns "Danke" und "Auf Wiedersehen" sagten. Dann gab es das letzte Abendessen, bevor die Anesha um 19.30 Uhr in Koblenz anlegte.

Leider lag die Anesha in Koblenz etwas ungünstig, der Weg zum Deutschen Eck war viel zu weit, so dass wir schon nach wenigen Minuten Fußmarsch zum Schiff zurückkehrten. Den Abend ließen wir in der Panorama Lounge ausklingen, wo Margareta Vargicova ihre letzten Auftritt hatte. Wir schlummerten schon selig, als unser Schiff um 2.45 Uhr ablegt und Kurs Richtung Köln nahm, wo wir leider auschecken mussten.

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