Samstag, 27. Juni 2026
Am frühen Morgen bemerkte ich zufällig, dass wir in Nierstein Halt gemacht hatten. Später wurde uns erklärt, dass ein Passagier mit gesundheitlichen Problemen vo Bord gebracht und in ein Krankenhaus eingeliefert worden wäre. Wir ließen es an diesem Tag ruhig angehen und zogen uns nach dem Frühstück auf die Kabine zurück, denn es sollte heute wieder heiß werden. Da hieß es Haushalten mit den Kräften. Gegen 11.00 Uhr passierten wir Worms mit dem beeindruckenden 53 Meter hohen Nibelungenturm. Das Mittagessen nahmen wir wieder im Bistro ein, wo wir uns heute u.a. einen schmackhaften Flammkuchen genehmigten.
Planmäßig erreichte die Anesha dann gegen 13.00 Uhr zunächst Mannheim. Dort startete für viele Passagiere ein Ausflug nach Heidelberg. Wir blieben an Bord und setzten unsere Reise Richtung Speyer fort. Die 50.000 Einwohner zählende Stadt erreichten wir gegen 16 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Thermometer die 40 Grad Marke überschritten. Trotzdem machten wir uns auf den Weg zum Dom, der von unserer Anlegestelle fußläufig in ca. 20 Minuten zu erreichen war. Dieses monumentale romanische Bauwerk wurde vor nunmehr 1000 Jahren erbaut. Mit einer Gesamtlänge von 134 Metern ist die Kirche das größte Bauwerk ihrer Epoche in Europa. Acht Könige und Kaiser sind in der Krypta des Doms bestattet, ein Indiz dafür, dass sich Spey zu einer bedeutenden freien Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches entwickelt hatte. Wir machten einige Fotos und freuten uns in erster Linie über die willkommene Abkühlung in der Kirche. Viele Touristen waren bei dieser mörderischen Hitze tatsächlich nicht unterwegs. Und auch wenn der Dom zum UNESCO Welterbe zählt, lähmten die tropischen Temperaturen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist.
Wir setzten uns in ein Café in unmittelbarer Nähe zum Dom und bestellten uns einen Eiskaffee. Dabei fiel unser Blick auch auf ein Werbeplakat, auf dem "Pfälzer Unterhosen" offeriert wurden. Da mussten wir dann tatsächlich herzlich lachen. Nach dem erneut sehr guten Abendessen sicherten wir uns einen Platz in der Panorama Lounge und verfolgten die Darbietung der Gastkünstlerin Margareta Vargicova, die mit einer herausragenden Stimme glänzte, die eigentlich auf eine Bühne oder in einen Konzertsaal gehört. Die Akustik auf der Anesha war dem Stimmumfang der Künstlerin deutlich überfordert.
Um 21.30 Uhr hieß es "Leinen los!", die Reise wurde fortgesetzt in Richtung Straßburg, dem ersten Highlight der Reise. Mit einem letzten Blick auf den Dom verabschiedeten wir uns aus Speyer:
Trotz der großen körperlichen Anstrengungen hatten wir heute mehr als fünf Kilometer zu Fuß bewältigt. Das machte uns Mut für die kommenden Herausforderungen. Auch für morgen waren Temperaturen von mehr als 36 Grad vorhergesagt, trotzdem war die Vorfreude auf Straßburg und das Elsaß groß.
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