Dienstag, 30. Juni 2026

Wir schlummerten längst selig in unseren etwas schmalen, aber doch bequemen Betten, als die Anesha um Mitternacht ablegte und die nächste Anlegestelle in Basel-Klybeck ansteuerte, wo sie nur eine Stunde später wieder festmachte. Wir mussten heute früh aufstehen, denn es stand ein Ganztagesausflug auf dem Programm, der uns nach Luzern, zum Vierwaldstättersee und nach Seelisberg führte.  Um 8.15 Uhr ging es los, der Bus samt Reiseleiter Lukas erwartete uns nur wenige Meter von der Anlegestelle entfernt. Es würde auch heute wieder über 30 Grad warm werden, aber insgesamt waren die Temperaturen auf dem Rückzug und es wurde allmählich erträglich. Die Fahrt nach Luzern dauerte etwa 70 Minuten, in der Zeit erzählte uns Lukas etwas über die Schweiz und über Basel.

In Luzern, das etwa 82.000 Einwohner zählt und in der Zentralschweiz direkt am Vierwaldstättersee liegt, nahm uns Lukas mit zu einer Stadtführung. Luzern ist die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons. Sie zählt mit Recht zu den schönsten Städten der Welt, das merkten wir sehr bald am enormen Besucherandrang bei den Sehenswürdigkeiten.

Über den Kapellplatz, an dem der berühmte Fritschibrunnen zu bestaunen ist, ging es zügig weiter zur gleichnamigen Brücke. Die Kapellbrücke ist vielleicht "die" Sehenswürdigkeit in Luzern überhaupt. Hier wimmelte es nur so von Touristen aus aller Welt. Die Kapellbrücke ist die älteste überdachte Holzbrücke Europas (14. Jahrhundert) und nicht nur deshalb bemerkenswert. Auf ihren 204 Metern Länge sind in der Dachschräge 30 Tafeln angebracht, die Szenen aus der Luzerner und Schweizer Geschichte zeigen. Und etwa ab der Mitte der Brücke hat man auch einen herrlichen Blick auf die Reuss und die Altstadt. 

Die Kapellbrücke und das "Drumherum" sind eigentlich schon beeindruckend genug, mitunter weiß man gar nicht, was da alles an Eindrücken auf den Betrachter einwirkt. Oben links sieht man z.B. die Jesuitenkirche, die 1666 errichtet wurde und die wir später auch noch von innen sehen werden. Auf der gegenüberliegenden Seite ist das Rathaus mit seinem Turm zu sehen und ganz rechts das Hotel Chateau Gütsch. Im Folgenden noch ein paar Impressionen von und mit der Kapellbrücke:

Es folgt ein kurzer Abstecher in die Jesuitenkirche, die als erste große Barockkirche der Schweiz errichtet wurde:

Über die Reussbrücke gingen wir Richtung Kornmarkt, wo sich auch das Rathaus befindet. Von der Reussbrücke hatten wir auch noch schöne Ausblicke auf die Spreuerbrücke, dem Pendant zur Kapellbrücke.

Jetzt ging es weiter zum Rathaus am Kornmarkt, hier stehen auch weitere interessante Häuser, u.a. ein Gebäude, in dem unser Dichterfürst Goethe genächtigt hat. Auch das Zunfthaus der Pfistern kann hier bewundert werden. Anschließend schickte uns Lukas für dreißig Minuten "in die Freizeit". Wir nutzten das, um etwas im Schatten der "Wilhelm Tell" und anderer Ausflugsschiffe an der Promenade zu schlendern. 

Teil 1 des heutigen Ausflugserlebnisses hatten wir damit erfolgreich hinter uns gebracht. Wir stiegen wieder in unseren angenehm temperierten Bus und wurden auf etwa 800 Meter Seehöhe chauffiert nach Seelisberg, das im Herzen der Zentralschweiz liegt. Es wird nicht umsonst "Sonnenterrasse des Vierwaldstättersees" genannt und gehört zum Kanton Uri. Hier wurde uns in einem Hotel die Möglichkeit gegeben, das noch an Bord der Anesha zusammengestellte Lunchpaket zu verdrücken. Gleichzeitig konnten wir die Aussicht von der Sonnenterrasse genießen.

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Danach ging es wieder für ein paar Minuten zurück in den Bus, der uns noch etwas weiter nach oben zu einem Bauernhof brachte. Dort wurden wir standesgemäß von einem Alphornbläser begrüßt.

Die förmliche Begrüßung übernahm dann der Bauer selbst, der uns ausführlich darlegte, wie so ein Betrieb funktioniert. Wir erhielten Einblicke in die Milchkuhhaltung und über die Herstellung von Käse, den wir im Anschluss auch noch probieren durften. Natürlich bestand auch die Möglichkeit, die derart angepriesenen Waren käuflich zu erwerben, aber das verbot sich allein schon wegen der hohen Temperaturen. Aber interessant war der Abstecher auf den Hof allemal.

Dieses kurzweilige Intermezzo beendete Teil 2 und wir nähern uns nun einem weiteren Höhepunkt des heutigen Tages, der Schiffsreise auf dem Vierwaldstättersee. Bevor wir an Bord gehen konnten, mussten wir zunächst wieder nach unten gelangen. Das geschah mittels einer Standseilbahn, die uns von Seelisberg nach Treib beförderte. 

Von Treib startete unsere kleine Kreuzfahrt über den Vierwaldstättersee nach Beckenried. Bis zum Bau der Axenstrasse 1863 bis 1865 war der Wasserweg die einzige mögliche Verbindung zum Kanton Uri, zum Gotthardpass und damit auch die einzige von den Hansestädten im Norden zu den Häfen und Handelsstädten am Mittelmeer, ob Genua oder Venedig. Wir genossen die etwa sechzig Minuten dauernde Fahrt und die wunderbaren Aussichten auf die geschichtsträchtige Umgebung und die Berge der Zentralschweiz. 

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, ging es mit dem Bus zurück nach Basel-Klybeck zur Anlegestelle. Wir hatten einen wunderbaren Ausflugstag erleben dürfen. Zusammen mit unseren Tischleuten, die ebenfalls mit im Bus waren, rekapitulierten wir noch einmal das Erlebte. Den Abend ließen wir in der Panoramalounge ausklingen, wo die Gastkünstlerin Margareta Vargicova ihren zweiten Auftritt hatte. Wir hatten nun den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht, ab sofort würde es wieder Richtung Köln gehen. Schon um 02.30 Uhr würde die Anesha in Breisach festmachen. Von dort dort ging es am Vormittag zu einem Ausflug in die elsässische Stadt Colmar. Begleiten Sie uns!

Start Reisebericht Beisach (Colmar) Basel

 

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