Montag, 29. Juni 2026

Heute konnten wir es wieder gemütlich angehen lassen, weil die Anesha erst am frühen Nachmittag in Basel-Huningue ankommen würde. So hatten wir Muße, die Schleusendurchfahrten zu beobachten, die auf solchen Kreuzfahrten je nach Fahrgebiet unterschiedlich oft zu bewältigen sind. Auf dem Rhein hatten wir zwischen Iffezheim und Basel insgesamt 10x das Vergnügen, dem Kapitän und den Matrosen bei ihrer nicht immer ganz einfachen Tätigkeit zuzuschauen. Zunächst eine Übersicht der Schleusen:

Je nachdem wieviel Verkehr auf dem Rhein ist, kommt es naturgemäß immer wieder zu Staus vor den Schleusen. Es sind viele Frachter unterwegs und daher kann es immer mal wieder vorkommen, dass die Ankunfts- und Abfahrtszeiten nicht zu 100% eingehalten werden können. Aber im Vergleich zur Deutschen Bundesbahn sind die Flusskreuzfahrer superpünktlich;-) Bei Kilometer 194 wartete die Schleuse Ottmarsheim mit ihren zwei Kammern. Wie immer bei den Ein- und Ausfahrten muss der Kapitän buchstäblich Zentimeterarbeit leisten.

Um 14.30 Uhr erreichten wir unsere Anlegestelle in Basel-Huningue an der Dreiländerbrücke, mit 248 Metern die längste freitragende Fußgänger- und Fahrradbrücke der Welt. Zwischen Straßburg und Basel haben wir 135 Flusskilometer zurückgelegt. 

Um 14.45 Uhr startete unser Ausflug "Basel Stadtbesichtigung". Anfangs erzählte unser freundlicher Busfahrer noch das eine oder andere zu Basel, der mit 175.000 Einwohnern drittgrößten Stadt der Schweiz. Wir fuhren an markanten Gebäuden vor, u.a. an der Bank für Internationalen Zahlungsverkehr, dem Badischen Bahnhof, einem von insgesamt sechs Bahnhöfen in Basel. Während der Fahrt stieg dann unsere Reiseleiterin Sandra zu, die dann näher ins Detail ging. So erfuhren wir u.a., dass Basel auch die Stadt der Museen ist, mehr als 40 davon zählt man hier. Basel ist darüber hinaus ein weltweites Zentrum der Chemie- und Pharmaindustrie. Die Bürotürme des Pharmariesen La Roche zeugen schon von Weitem davon.

Nach gut einer Stunde Stadtrundfahrt verließen wir den Bus und gingen zu Fuß weiter. Auch heute war es entgegen der Vorhersagen wieder sehr heiß. Aber auch Sandra schonte uns, wo es ging und suchte immer wieder den Schatten. Am Münsterplatz machten wir eine erste Pause. Hier steht eine der Hauptsehenswürdigkeiten, das Basler Münster, ein Wahrzeichen der Stadt mit den beiden schlanken Kirchtürmen und seiner prägenden Fassade aus rotem Sandstein. Normalerweise dürfen keine Gruppen in die Kirche, aber weil es so heiß war, legte Sandra ein gutes Wort beim Kontrolleur am Eingang für uns ein und wir durften die Kirche betreten.

Zurück auf dem heißen Münsterplatz ging es schnell Richtung Rhein, der hier fast überall präsent ist. Genau so wie die Türme von Roche.

Basel verfügte auch über viele Quellen und so baute man entsprechende Brunnen in der Stadt. Ein paar davon hat uns Sandra gezeigt, u.a. den Pisoni-Brunnen und den Brunnen in der Augustinergasse mit dem bekannten Basilisk.

Auf unserem weiteren Weg fielen uns Personen im Rhein auf, die sich offensichtlich treiben ließen. Sandra erklärte uns, dass die Basler dazu den sogenannten Wickelfisch nutzen. Ein praktisches Utensil, das als Tasche dient für die Kleidung und gleichzeitig zum Festhalten, so dass ein sicheres Dahingleiten auf dem Rhein möglich ist. Clever, diese Basler! In Akion sieht das Ganze so aus wie in dem folgenden kurzen Filmchen:

Von derlei Abkühlung konnten wir nur träumen. Unser Weg führte uns auf unverändert versiegelten Flächen weiter zum Rathaus, das mit seinen verspielten Fassadenmalereien und seinem roten Turm ein echter Blickfang ist. 

Allmählich wurde es Zeit für die Rückkehr zum Bus. Wir gingen noch durch das bekannte Gerbergässlein, wo sich bekannte Graffity-Künstler verewigt haben. Und wer keine Lust hat, nach Liverpool zu reisen, um die Beatles zu sehen, der wird in Basel fündig!

Das rechte Bild ist übrigens auch Kunst. Also bitte nicht die Notfallnummer anrufen. Es bleibt dem Betrachter überlassen, was er hier glaubt zu sehen: eine Person, die einer anderen hilft, damit sie nicht abstürzt oder eine Person, die wartet, bis die zweite Person sich nicht mehr halten kann und nach unten fällt. Basel ist also genau das, was ich auf einem Schild über einem Laden gesehen habe:

Zeitig vor dem Abendessen waren wir wieder zurück auf der Anesha. Wir konnten uns noch duschen und freuten uns dann über den vorzüglichen Sauerbraten, der heute serviert wurde. Dann gingen wir noch über die Dreiländerbrücke und machten Fotos von unserem Schiff.

Der Schwan auf dem rechten Bild sagte uns sozusagen "Gute Nacht". Ein anstrengender, aber schöner Tag neigte sich dem Ende zu. Morgen wartete der längste Ausflug, da ging es nach Luzern und an den Vierwaldstätter See.

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