Tag 4 unserer kleinen Venedigreise ist noch einmal vollgepackt mit vielen neuen Eindrücken, vor allem aber mit Aussichten von oben, die man vielleicht nur aus dem Fernsehen oder von Bildern kennt. Heute steigen wir "Venedig auf's Dach" und das nicht nur einmal.

Wir konnten heute wieder etwas länger schlafen, weil der erste Termin, der Besuch der Aussichtsplattform auf dem Fondaco dei Tedeschi, erst um 10.45 Uhr war. Eine Reservierung des Besichtigungstermins ist ausschließlich online möglich und zwar hier! Die Zeit vergeht hier ohnehin wie im Flug, denn natürlich ist auch die ehemalige Handelsniederlassung in dem mittlerweile 500 Jahre alten Gebäude absolut sehenswert. Das Gebäude sticht durch seine außergewöhnliche Architektur hervor und hebt sich damit von vergleichbaren Kaufhäusern ab. Die umlaufenden Arkadengänge ermöglichen von jedem Standort den Blick in die Weitläufigkeit dieses wohl einmaligen Luxustempels, der so viele Frauenherzen höher schlagen lässt. Ein Alleinstellungsmerkmal sind vermutlich auch die roten Rolltreppen, die ich in der Art noch nirgendwo sonst gesehen habe.

 

Man muss glücklicherweise nicht unbedingt einkaufen, hier kann man seine Augen einfach nur genussvoll "spazierengehen" lassen, das macht ja mitunter auch Spaß.

Bevor man auf die Aussichtsplattform tritt, kommt man in eine Art Vorraum. Hier befinden sich u.a. "animierte Uhren", die wie eine einzigartige Illusion wirken. Auf zwei Sockeln befindet sich je ein Kasten von etwa 40 x 40cm. Darin zu sehen ist eine Uhr, die Zeiger sind offensichtlich aus Sand und diese wiederum werden von zwei Männern mit Besen jeweils nach vorne gekehrt, so dass die Zeit sekundengenau stimmt. Ein faszinierendes Schauspiel, das nur noch von der anschließend folgenden fantastischen Aussicht von der Plattform übertroffen wird.

Und weil man sich das Ganze immer noch nicht so richtig vorstellen kann, kommen hier noch ein paar bewegte Bilder:

Dann war es endlich soweit und die Türen zur Plattform öffneten sich. Der Andrang war im Übrigen durchaus überschaubar, von den oft beschriebenen Menschenmassen konnte nicht die Rede sein. Allerdings bleiben auch nur 15 Minuten Zeit, um alle Fotos zu machen, die man gerne hätte, aber auch das klappte gut, wie die folgenden Bilder eindrucksvoll zeigen.

Mit einem Panoramafoto, das noch einmal die Einzigartigkeit dieses Aussichtspunktes bestätigt, verabschieden wir uns vom Fondaco dei Tedeschi

Nach einer Viertelstunde mussten wir den Platz dann für die nächsten Wartenden räumen. Es war ein Erlebnis, die Lagunenstadt einmal von dieser Perspektive aus genießen zu können, denn genau an dieser Stelle macht der Canal Grande eine Kurve und daher eröffnen sich hier Ansichten nach links und nach rechts.

Nach einer weiteren Viertelstunde saßen wir schon wieder in einem Vaporetto und machten uns neuerlich auf den Weg zu einem kurzen Besuch bei der Kirche Santa Maria della Salute. Anschließend pendelten wir auf die andere Seite zum Markusplatz und ließen uns dort durch die Gassen treiben. Venedig verschluckte uns und obwohl es zum Teil manchmal eng wurde, hat uns das zu keiner Zeit gestört.

Venedig kann nicht nur mit vielen Palazzi und Brücken glänzen, es gibt auch mehrere Möglichkeiten, die Stadt von oben zu genießen. Nachdem wir heute bereits den Ausblick vom Fondaco dei Tedeschi erleben durften, machten wir uns jetzt auf den Weg zum Palazzo Contarini del Bovolo, der im Stadtbezirk San Marco zu finden ist. Dieser um 1500 erbaute Palast verfügt über eine durchbrochene Wendeltreppe, die an fast jeder Stelle neue, faszinierende Ansichten freigibt. Am schönsten ist die Aussicht natürlich von ganz oben. "Bovolo" heißt im Venezianischen übrigens Schnecke und so fragil und doch elegant wie das Haus einer Schnecke schlängelt sich die Treppe über insgesamt 80 Stufen auf eine Höhe von 28 Metern. Der Eintritt beträgt aktuell 8,00 Euro und die Tickets können über den obigen Link gekauft werden.

Es war mittlerweile früher Nachmittag und wir wollten noch einem weiteren Geheimtip nachspüren, der Calle Varisco, die man gemeinhein als engste Straße Venedigs kennt. Wir schlenderten über den Campo San Bartolomeo, ein Platz unweit der Rialto-Brücke mit einer Statue von Carlo Goldoni. Und hier, in der Enge der Gassen, findet man immer wieder auch ungewöhnliche Blickwinkel, z.B. zum Campanile.

Weiter ging es in nördlicher Richtung. Im Stadtteil Cannaregio wollten wir zur engsten Straße Venedigs, der Calle Varisco, die, je nach Artikel, entweder 52 oder 53 Zentimeter breit ist. Wir hatten jedenfalls Glück und passten noch durch.

Die Zeit war wieder einmal wie im Flug vergangen, aber irgendwann machte sich doch ein gewisses Hungergefühl bemerkbar. In einer der Pizzerien vor unserem Hotel genehmtigten wir uns daher ein letztes Mal eine Pizza, dann gingen wir auf unser Zimmer und packten die Koffer. Und weil wir wussten, dass wir morgen Abschied nehmen mussten von dieser großartigen Stadt, wollten wir noch ein letztes Mal die Faszination von "La Serenissima" in uns aufnehmen und ein paar Nachtaufnahmen machen. Weit kamen wir nicht, denn schon auf der Rialto-Brücke blieben wir stehen. Um diese Zeit war es im Vergleich zum nachmittäglichen Ansturm geradezu ruhig.

Und was wären Nachtaufnahmen von Venedig, wenn man den Markusplatz aussparen würde? Also fuhren wir mit dem Vaporetto, das tatsächlich fast menschenleer war, noch ein letztes Mal zu den Top-Sehenswürdigkeiten. Schon die Fahrt zum Markusplatz war beinahe mystisch. Im Licht der Scheinwerfer entfalteten die vorbeiziehenden Palazzi oder die Kirchen, wie Santa Maria della Salute noch einmal ganz besonderen Reiz.

Gegen 21.00 Uhr hatten wir dann unser Ziel erreicht, den Markusplatz. Einige hatten Stative dabei und postierten sich vor dem Campanile, um ihn perfekt abzulichten. Unsere Fotoausrüstung fällt dagegen eher bescheiden aus, aber ich denke auch damit lassen herzeigenswerte Aufnahmen machen. Wir ließen uns ein letztes Mal gefangen nehmen von den architektonischen Meisterwerken der venezianischen Vergangenheit, um möglichst viele Erinnerungen mitnehmen zu können.

Ich war bereits auf dem Weg zurück zur Haltestelle, als ich die Töne einer bekannten Melodie vernahm, die dem virtuosen Spiel eines unbekannten Künstlers auf der Geige zuzuordnen waren. Die Szene passte zu unserem letzten Abstecher auf den Markusplatz, ein paar Sequenzen können im folgenden Film angehört werden:

 

Und um der dieser Szene innewohnenden Melancholie die Krone aufzusetzen, machten wir noch einen kurzen Schwenk zur nächtlich beleuchteten Seufzerbrücke.

Mit diesem letzten Bild endete unser Ausflug an den Markusplatz. Wir fuhren zurück zu unserem Hotel und gingen mit zahlreichen Bildern im Kopf schlafen. Am nächsten Morgen hieß es dann endgültig Abschied zu nehmen vom Hotel Marconi mit seiner einzigartigen Sicht auf die Rialto-Brücke, wir sagten "Ciao" und "Arrivederci" zu Venedig, das wir immer im Herzen tragen werden.

Ich bedanke mich bei den Leserinnen und Lesern für den Besuch bei "Reiseberichte und Meer" und freue mich auf ein Wiederlesen an anderer Stelle.

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