Schon mehrmals sind wir in den vergangenen zehn Jahren in Sirmione gewesen, für einen Besuch der "Grotten des Catull" hat es jedoch aus den unterschiedlichsten Gründen jedoch nie gereicht. Das wollten wir im September 2019 endlich ändern. Von unserem Standort in Gargnano bot uns Google Maps mehrere Routen an. Wir entschieden uns für die kürzeste mit knapp 44 Kilometern. Wir waren uns aber von vornherein darüber im Klaren, dass wir aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sicher mehr als die angegebenen 65 Minuten brauchen würden.

Wie an anderer Stelle schon erwähnt sind wir beide Langschläfer und natürlich wollten wir auch ein ausgedehntes Frühstück auf der schönen Sonnenterrasse unseres Hotels in Gargnano genießen.

Anschließend, es war schon später Vormittag, machten wir uns schließlich doch auf den Weg. Wir vermieden, wie in der Variante von Google Maps vorgeschlagen, den direkten Weg unmittelbar am See entlang, am Ende benötigten wir aber trotzdem etwa 90 Minuten. Am Zielort vor der Skaligerburg angekommen, merkten wir sehr bald, dass es schwierig werden würde mit einem Parkplatz. Es klebten Auto an Auto und wir waren selbst Bestandteil einer Schlange von Suchenden. Das konnte ja heiter werden! Aber, meinem Parkplatzengel sei dank, ich hatte Glück und entlang des Lungolago Armando Diaz, also keine 200 Meter von der Skaligerburg entfernt, fuhr in dem Augenblick ein Fahrzeug aus der Lücke als wir davor standen. Der Tag war gerettet.

Wir stürzten uns in die Menschenmassen rund um die Skaligerburg und bahnten uns den Weg in nördlicher Richtung.

An der "Terme des Catull" ist ein kleiner Platz und dort stand eine Bimmelbahn. Da es heiß war und wir Kräfte schonen wollten, stiegen wir ein und ließen uns bequem an unseren Zielort kutschieren. Der Spaß war auch noch preiswert, pro Person waren lediglich 1,20 Euro zu bezahlen. Kaum waren wir ausgestiegen, winkte uns auch schon jemand zu den Kassenhäuschen. Offensichtlich war geplant, die Pforten zu schließen. Wir hatten dann doch tatsächlich das Glück, dass wir keinen Eintritt zahlten mussten. Ich weiß nicht, was an diesem Tag los war, aber ich habe bis heute den Verdacht, dass hier höhere Mächte im Spiel waren. Das Angebot nahmen wir natürlich dankend an. Nach uns kam niemand mehr auf das Gelände und so konnten wir schalten und walten wie wir wollten. Außer uns waren überhaupt nur wenige Touristen hier. Schon merkwürdig, während die Stadt selbt in Menschenmassen förmlich ertrank, herrschte hier absolute Ruhe. Traumhaft!

Bei den so genannten Grotten handelt es sich tatsächlich um eine ehemalige römische Villa mit Thermalbädern. Archäologiebegeisterte werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, überall stehen alte Mauern oder Säulen. Ich war auch überrascht von der Größe des Areals. Beispielhaft mögen die beiden folgenden Aufnahmen dienen:

Weil Catull, der bekannte römische Dichter (87 v.Chr. bis 54 v.Chr.), prominent war und nach Sirmione kam, um sich zu erholen und auszuspannen, wurde er als Namengeber auserwählt. Die Grotten selbst hat er nie gesehen. Die Anlage, so wie sie heute bekannt ist, wurde wohl als Sanatorium  genutzt, das vermuten zumindest die Forscher. In jedem Fall beeindruckend sind die Ausmaße von zwei Hektar. Ursprünglich standen hier einmal eine prächtige Villa, ein Thermalbad und Nebengebäude. In der Tiefe von 18 Metern wurden römische Bleirohre entdeckt, die das Thermalwasser von Sirmione in das antike Bad leiteten. In Sachen Luxus waren die Römer durchaus Vorreiter.  Jetzt aber genug der Vorrede, hier kommen die Bilder dieser wirklich beeindruckenden Anlage:

Wie man auf den obigen Bildern sehr schön erkennen kann, liegt das Areal unmittelbar am See. Das ist auch der Lage von Sirmione zu verdanken, die auf der Landkarte an eine Nadel erinnert, die man in den See hingedrückt hat.

Eine schöne Beschreibung zu den einzelnen Ausgrabungen, so weit diese überhaupt möglich war, habe ich auf dieser Seite gefunden. Wem die Bilder reichen, dem seien die noch folgenden ans Herz gelegt:

Wem die Ausgrabungen jedoch nicht genügen, der kann auch noch ein Museum besuchen, das sich am Eingang der ehemaligen Villa befindet. Das "Grotte di Catullo" ist zu folgenden Zeiten geöffnet:

Sommer
Dienstag - Samstag: 8.30 bis 19.30 Uhr archäologische Ausgrabungsstätten und Museum
Sonn- und Feiertage: 9.30 bis 18.30 Uhr archäologische Ausgrabungsstätten und Museum

Montags geschlossen

Eintrittspreise
8 Euro
4 Euro - ermäßigt


Die Kasse schließt eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeiten.

 

Geschlossen ist an folgenden Tagen:
Montag sowie 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember

 

Mit diesen Informationen endet unser Besuch bei den "Grotten des Catull". Wir hatten das Glück, bei angenehmen Temperaturen über das Gelände schlendern zu können bei gleichzeitig sehr überschaubaren Besuchermassen. Für den Rückweg nutzten wir wieder die Bimmelbahn.

Wir verabschieden uns aus Sirmione mit dem folgenden Panorama, das noch einmal die eindrucksvolle Vergangenheit dieses fast magischen Ortes beschwört:

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