Der Gardasee ist ein Paradies für Entdecker, für Wanderer oder Sportler, aber auch Ruhesuchende, Gourmets oder Shopper fühlen sich hier wohl. Wer im Frühjahr gerade vom Skifahren auf einem der zahlreichen Alpengletscher kommt und nur ein Stück weiter südlich am Gardasee landet, wird frohlocken, denn hier herrscht mediterranes Klima, das zum Flanieren an schön gestalteten Promenaden einlädt. Und Palmen gibt es auch.

Als gesichtslos kann man den Gardasee nun wahrlich nicht bezeichnen, es ist daher schon schwierig, sich für ein ganz bestimmtes Ziel zu entscheiden. Östliches oder westliches Ufer? Das ist für viele bereits eine Frage, an der sich die Geister scheiden. Wir entdeckten unsere Liebe zum Gardasee vor Jahren in Limone. Bevor wir dort jedoch unsere Zelte aufschlagen, müssen wir uns in Riva del Garda entscheiden, ob es an den westlichen oder an den östlichen Gardasee gehen soll. 

Riva del Garda, mit seinen heute mehr als 16.000 Einwohnern sozusagen die "Hauptstadt" des nördlichen Gardasees, gehört erst seit 1919 zu Italien und war davor lange unter österreichischer Herrschaft. Eine von vielen Sehenswürdigkeiten ist der 34 Meter hohe Torre Apponale (Uhrturm). Wie alle Orte, die am Wasser liegen, lädt auch Riva zum Flanieren ein. Shoppen, Eis essen, Cappuccino trinken, all das können Sie hier machen.

Oder Sie entscheiden sich, den Geheimnissen des Gardasees nachzugehen. Wenn sie auf der Suche nach versteckten Sehenswürdigkeiten sind, die abseits der ausgetretenen Touristenpfade liegen, folgen Sie diesem Link!

Limone sul Garda ist der nördlichste Ort am Gardasee. Mit seinen knapp 1.200 Einwohnern bietet er zwar nur wenig Platz, der wird aber täglich immerhin von 10.000 Touristen bevölkert. Am Südrand von Limone steht den Tagesgästen ein großer Parkplatz zur Verfügung. Von dort gelangt man auch wieder zurück zur Gardesana Occidentale. Der kleine Ort ist eine Touristenhochburg, die Menschen schlängeln sich durch enge Gassen, denn die steil aufragenden Berge kommen den Häusern hier fast bedrohlich nahe.

Besonders reizvoll sind die engen Gassen und das kleine Hafenbecken, eine Fundgrube für Fotografen. Wer das Treiben der an- und abfahrenden Fähren und Schiffe beobachten möchte, sollte sich ein Plätzchen in einem der umliegenden Cafes suchen. Noch bessere Aussichten genießt man natürlich einige Etagen höher in einem der in den Hang gebauten Hotels. Unsere Gardasee-Premiere führte uns in das Hotel Royal Village, ein 4-Sternehaus, hoch über dem See. Die herrlichen Aussichten auf See und Landschaft entschädigten für den einen oder anderen Schwachpunkt.

Übrigens: der Name des Ortes bezieht sich nicht auf die überall präsenten Limonen, die hier schon seit dem 13. Jahrhundertangebaut werden, Limone kommt vom lateinischen Wort "limes" und bedeutet "Grenze".

Zurück auf der Gardesana Occidentale orientieren wir uns weiter Richtung Süden. In einem Reiseführer haben wir von einem ungewöhnlichen Aussichtspunkt gelesen, der herrliche Ausblicke auf den Gardasee bietet. Wenn Sie daher Lust auf serpentinenreiche Straßen, schmale Tunnel und etwas Nervenkitzel haben, dann fahren Sie weiter bis Sie zu einer Hinweistafel kommen, die Sie rechter Hand auf die Via Benaco Richtung Tremosine führt. Dann ist es nicht mehr weit bis zu einer weiteren versteckten Sehenswürdigkeit, der Schauderterrasse.

Zurück von unserem Abstecher zu den Schauderterrassen geht die Fahrt weiter auf der Gardesana Occidentale. Wir fahren durch die malerischen Orte Gargnano, Toscolano und Gardone bevor wir in Salo wieder einen Stopp einlegen.

Salo ist mit seinen etwas mehr als 10.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt am Gardasee. 1943 gelangte sie zu fragwürdiger Berühmtheit als sie Mussolini zur Hauptstadt seiner faschistischen Marionettenrepublik erklärte, die unter deutschem Protektorat stand. Die Farce dauerte etwas mehr als ein Jahr, dann war der Spuk vorüber.

Heutzutage kommen die Touristen, weil das Klima mild ist und Salo viel zu bieten hat, u.a. die längste Uferpromenade des gesamten Gardasees. Der lange Kiesstrand wird insbsondere von den italienischen Familien, die man hier trifft, geschätzt und wer einkaufen oder gut essen möchte, ist in Salo ebenfalls richtig. Und schließlich kann Salo noch mit einem Schmuckstück der besonderen Art protzen: dem Dom Santa Maria Annunziata, die Kirche gilt als die bedeutendste des Gardasees.

Von Salo fahren wir auf direktem Weg an das Südufer des Gardasees, nach Sirmione. Wenn der Gardasee das "i" ist, dann ist die 8.000 Einwohner zählende Stadt das sprichtwörtliche "i"-Tüpfelchen, denn die Halbinsel ragt vier Kilometer in den Gardasee hinein. Die Stadt ist eine Touristenattraktion für sich und entsprechend überlaufen, trotzdem lohnt sich ein Besuch, denn es gibt viel zu sehen. Das Fahrzeug stellt man am besten vor den Toren der mächtigen Skaligerburg ab, denn das Schmuckkästchen historische Altstadt ist autofrei.

Hat man sein Fahrzeug verlassen, steht man auch schon nach wenigen Metern vor den imposanten Zeugen längst vergangener Zeiten. Und wenn man Glück hat, gibt's auch noch einen Farbtupfer obendrauf, z.B. in Form von bunten Limonen oder Pepperoni.

 

Die Skaligerburg, einstmals Sitz der Herren von Verona, wurde im 13. Jahrhundert erbaut und ist auch heute noch "der" Hingucker in Sirmione. War die Befestigungsanlage, die mit einem eigenen Hafenbecken ausgestattet ist, und auch heute noch sehr imposant wirkt, ein trutziger Sperrriegel, der die Feinde abwehren sollte, kann man die Burg als Tourist sehr leicht erobern. Der Eintritt kostet nur wenige Euro und der Aufstieg auf die Türme ist lohnend, zumal die Aussichten von dort oben wirklich glänzend sind.

 

Auf den Türmen der Burg kann man sich schon mal Appetit holen für den anschließenden Bummel durch das Städtchen. Verwinkelte Gassen und Gässchen, Eisdielen mit wahren Gebirgen von "Gelati", Restaurants und Geschäfte vermitteln mediterranes Flair und laden zum Verweilen ein.

Aber Sirmione hat noch mehr zu bieten: Park- und Thermalanlagen. Spazierengehen im Park ist besonders in den Sommermonaten zu empfehlen, spenden die Bäume doch wenigstens ein bißchen Schatten und damit Kühle.

Nur wenige Meter abseits der Parkanlagen gelangt man wieder an den See. Die Möglichkeiten in Sirmione sind wirklich vielfältig.

Sirmione ist darüber hinaus bekannt für seine heilenden Quellen. Schon 1900 wurde ein Thermalzentrum gegründet, heute kann das schwefelhaltige Wasser in den Terme di Catullo in der Altstadt und den Terme di Virgilio im Süden der Stadt in klassischen Thermalanwendungen genossen werden.

Ob auch der bekannte römische Dichter Catull schon den Luxus eines eigenen Thermalbades nutzte, ist nicht überliefert. Man weiß lediglich, dass er in Verona lebte und zum ausspannen nach Sirmione gereist ist. Die berühmten "Grotten des Catull" sind eine fälschlicherweise als Grotten bezeichnete Anlage, die eine alte römische Villa samt Thermalbädern umfasst. Sie befindet sich am Ende der Landzunge von Sirmione am Südufer des Gardasees. Im Ort selbst kommen Sie an einer Büste des Dichters vorbei.

Bei einem unserer nächsten Besuche werden wir uns die Grotten sicher auch noch aus der Nähe ansehen. Für heute verabschieden wir uns aber aus Sirmione.

Wenn Sie auch noch den östlichen Gardasee näher kennenlernen möchten, klicken Sie auf den entsprechenden Link.

 

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