Sonntag, 28. April 2013 (Kotor - Montenegro)

Gleich die erste Nacht auf unserem neuen Zuhause war einigermaßen unruhig, trotzdem haben wir gut geschlafen. Unsere Kabine auf dem B-Deck verfügt über zwei Bullaugen, so haben wir quasi direkten Kontakt mit dem nassen Element. Die Wellen klatschen unaufhörlich an die Scheiben und man spürt sofort, ob die See glatt oder bewegt ist. Ein Nachteil bei höheren Windstärken ist sicher, dass die FTI.Berlin dann nur mit etwa 11 Knoten fahren kann. Da wir gestern schon mit Verspätung aus Venedig abgefahren sind, summierte sich das auf etwa 90 Minuten, die wir dem Zeitplan hinterher hinkten. Zur Frühstückszeit war das allerdings noch kein Thema.

Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein, das Tagesprogramm hatte also nicht zu viel versprochen, frühstückten wir nach unserer ersten Nacht an Bord im Hauptrestaurant. Wir waren das von unseren Kreuzfahrten mit Costa so gewohnt und hielten das für eine gute Idee. Der Service war auch in Ordnung, aber wir stellten dann schnell fest, dass die Auswahl im Büffet-Restaurant doch deutlich größer ist. Wir beließen es daher auch bei diesem einen Frühstück, auch deshalb weil das Wetter immer schöner wurde und wir das Essen im Freien einfach lieben.

Unseren ersten Pflichttermin hatten wir um 9.45 Uhr in der Scirocco-Lounge. Dort stellte Kreuzfahrtdirektorin Romana Calvetti ihr Team vor. Sympathisch und mit Witz spulte Romana ihren Part ab. Was diese Frau so alles drauf hat, sollten wir noch erleben.

Im Anschluss ging es gleich mit der Präsentation der Ausflüge nach Athen und Kos weiter, so dass Langeweile gar nicht erst aufkommen konnte. Dann eroberten wir uns aber einen Platz auf dem Promenadendeck. Das Wetter war einfach zu schön, um im Schiffsbauch abzuhängen. Dass die FTI.Berlin mit Verspätung in Kotor ankommen würde, wurde uns mitgeteilt. Für Ausflugsteilnehmer mag das ärgerlich gewesen sein, uns störte die Sache weiter nicht. Schließlich ist allein die Vorbeifahrt an der dalmatinischen Küste ein Erlebnis.

Am Eingang zur Bucht von Kotor liegt die kleine montenegrinische Insel Mamula. Sie hat lediglich einen Durchmesser von 200 Metern und wäre weiter nicht erwähnenswert, würde sich auf ihr nicht ein Fort befinden, das während der österreichisch-ungarischen Herrschaft von General Lazar Mamula in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde.

 

Die Bucht von Kotor erinnert an die skandinavischen Fjorde, die tief in das Landesinnere einschneiden. 30 Kilometer ist sie lang und hier am Eingang bei Fort Mamula ist sie zwei Kilometer breit. Bis zum Hafen von Kotor muss die FTI.Berlin vier Einzelbecken durchqueren. Die inneren Buchten von Risan und Kotor gehören übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Wetter ist herrlich und oft weiß man gar nicht, ob man nach links, nach rechts oder nach vorne schauen soll. Die Begegnung mit der MSC-Armonia hätte ich so beinahe verpasst.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserer ersten Zielankunft. Bevor wir den Hafen von Kotor anlaufen, warten noch die Perast vorgelagerten malerischen Inselchen St. Georg und St. Marien auf uns. Sie sind herrliche Farbtupfer und erfreuen das Auge des Betrachters.

 

Dann waren wir endlich am Ziel. Kotor, der erste Hafen unserer Kreuzfahrt, war erreicht. Die FTI.Berlin "parkte" unmittelbar vor der Stadtmauer und wir genossen es, in nur wenigen Schritten mitten in der Altstadt zu sein.

 

Für Ausflüge war es in der Tat zu spät, aber da wir ohnehin keine Exkursion gebucht hatten, machten wir uns gleich auf den Weg zum Stadttor, das vom venezianischen Löwen geschmückt ist und der uns schon begrüßte.

 

Kaum hatten wir das Tor passiert, waren wir auch schon mittendrin in der fast 2000 Jahre alten Stadt, die von einer eindrucksvollen viereinhalb Kilometer langen Stadtmauer umgeben ist. Eine handvoll Sehenswürdigkeiten hat Kotor durchaus zu bieten, so dass man schon zwei Stunden einplanen sollte. Sehr schön ist die größte noch erhaltene romanische Kirche der östlichen Adriaküste, die Sankt-Tryphon-Kathedrale. Ihr kann man auch "auf's Dach" steigen und schöne Ausblicke auf die Altstadt genießen. 

 

In der Kirche werden die Reliquien des heiligen Sankt Tryphon aufbewahrt, dem Schutzpatron der Stadt. Die Kathedrale gilt als die schönste Kirche in Montenegro. Kotor hat aber noch mehr zu bieten. Sehenswert sind auch die einschiffige Sankt-Lukas-Kirche und der im Renaissance-Stil erbaute Uhrturm.

 

Immer wenn wir die Blicke bergwärts richten, sehen wir die imposante Stadtmauer und eine Kirche. Der Weg nach oben erscheint uns zu beschwerlich, außerdem wäre dafür auch gar keine Zeit.

Was wir hier sehen, gefällt uns. Kotor ist ein nettes, kleines Städtchen, ideal um es zu Fuß zu erkunden und auch für Touristen geeignet, die nicht über die Kondition eines Langstreckenläufers verfügen. Alles ist innerhalb weniger Minuten zu erreichen und wer möchte, kann auch in einem der zahlreichen Cafes rasten und einen Eisbecher vertilgen. Bevor wir uns auf den Rückweg zum Schiff machen, wollen wir von der Stadtmauer einen Blick in den Hafen werfen.

Dabei bekamen wir auch die FTI.Berlin zu sehen, auf der gleich die erste Tischzeit für das Abendessen beginnen würde. Als wir zum Schiff zurück kehren, entschlossen wir uns aber kurzfristig, auf dem Promenadendeck zu essen. Die Lichterstimmung war einfach zu verführerisch und die Temperaturen waren angenehm. Wir genossen den Zauber der magischen Lichter im Hintergrund und verzichteten auf die romantischen Klaviermelodien im Yacht-Club.

 

Um 20.00 Uhr hieß es dann "Leinen los", die FTI.Berlin nahm Kurs auf Richtung Korfu. Diesmal würde es eine ruhige Nacht werden, die See war ruhig und das Tagesprogramm für den morgigen Tag versprach weiter steigende Temperaturen. Wenn Sie uns auf den "Spuren von Sisi" begleiten möchten, klicken Sie auf "Korfu".

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