In Teil XI der Reise fahren wir auf der E 4 von Nyköping aus südwärts Richtung Helsingborg. Kurzzeitig verlassen wir die Autobahn aber immer wieder, um einen Abstecher zum Götakanal oder zu zwei Elchparks zu machen. Die Reise bleibt bis zuletzt abwechslungsreich und auch das schöne Wetter verlässt uns nicht.

Freitag, 20. Juli 2012 (Tag 23)

Tagesziel: Markaryd, gefahrene Kilometer Nyköping - Markaryd: 437, Kosten für Übernachtung: 250,00 SEK (= ca. 29,00 Euro)

 

 

 

Wieder wurden wir von Sonne und blauem Himmel geweckt. So macht Aufwachen wirklich Spaß und ein Frühstück in derart idyllischer Lage, wie immer am Wasser, schmeckt einfach doppelt gut. Auch heute würden wir wieder relativ lange Fahrtzeiten haben, aber auf Schwedens Autobahnen kommt man doch sehr flott voran, so dass noch genügend Zeit bleibt, um sich das eine oder andere anzusehen.

Zunächst cruisten wir auf der E 4 bis Norrköping, über Linköping ging es dann nach Mjölby, wo wir die Autobahn verließen und Richtung Motala fuhren. In der Stadt selbst irrten wir zunächst etwas planlos herum, bis wir den Götakanal erblickten. Wir stellten das Wohnmobil auf einem der zahlreichen Parkplätze ab und schlenderten etwas am Kanal entlang. Spaziergänger und Jogger kreuzten unseren Weg und wir staunten nicht schlecht, als wir auch eine herrliche alte Dampflok zu Gesicht bekamen.

Nach dieser kurzweiligen Wanderung entlang am Götakanal gingen wir zurück zum Womo und machten uns auf die Suche nach dem Hafen. Den fanden wir schließlich auch und zwar dort, wo die meisten Touristen unterwegs waren. Zufall aber auch! Wir beschlossen, das schöne Wetter zu nutzen und ein Eis zu kaufen, genauer gesagt einen Bananensplit.

Derart gestärkt nahmen wir noch den Hafen mit den vielen Segelbooten in Augenschein und auch das Touristenbüro suchten wir auf. Letzteres ist in einem typischen gelben Haus untergebracht und allein das war ein sehr guter Grund es aus der Nähe zu betrachten.

Nach diesem Intermezzo in Motala ging es zurück auf die E 4. Das nächste Ziel hieß "Elinge". Das kennen Sie nicht? Kein Wunder, das ist eigentlich gar kein richtiger Ort, eher schon ein Weiler mit einer handvoll Häuser bzw. Höfe. Und hier gibt es ein Elchgehege. Nachdem wir auf unseren mittlerweile 15.000 Kilometern quer durch Skandinavien nirgends ein Exemplar der Gattung Elch in freier Wildbahn gesichtet haben, müssen wir uns eben mit einem Elchpark behelfen.

Nach derart intensiver Ausschau haben wir uns diese Tiere endlich verdient. Und wir werden auch nicht enttäuscht. 13km südlich von Ljungby ist das Elchgehege von Elinge auf einem großen Areal zu besichtigen. Für einen günstigen Preis von 60 SEK (ca. 7,00 Euro) kann man die Elche fotografieren und auch füttern. Das ist wirklich ein toller Spaß und zwar nicht nur für Kinder. Dieses Exemplar hatte besonders großen Hunger:

Da spielte es dann auch keine Rolle mehr, dass wir diese für uns außergewöhnlichen Tiere nicht in freier Wildbahn erleben durften, sondern in einem abgeschlossenen Gehege. Hauptsache wir hatten endlich welche vor der Linse.

Und wir waren uns auch nicht zu schade dafür, uns selbst auf die Schippe zu nehmen.

Mit diesem letzten Foto im Gepäck verließen wir das Elchgehege in Elinge. Wir hatten so großen Spaß mit diesen Tieren, dass wir uns am nächsten Tag noch einen weiteren Park ansehen wollten. Aber zunächst brauchten wir noch einen Stellplatz für die Nacht. So weit mussten wir zum Glück nicht mehr fahren, denn diese Tagestour mit insgesamt 437 Kilometern dauerte lange genug. In Markaryd auf dem Campingplatz Sjötorpet, Strandvägen, 285 31 Markaryd, schlugen wir unser Nachtlager auf. Erneut hatten wir bei der Auswahl des Platzes ein glückliches Händchen. Wir standen wieder nah am Wasser, dazu noch etwas erhöht und hatten nur ein paar Meter zu den Gemeinschaftsräumen, wie Toiletten, Duschen usw., die einen prima Eindruck machten.

Samstag, 21. Juli 2012 (Tag 24)

Tagesziel: Stege (Dänemark), gefahrene Kilometer Markaryd -Stege: 273, Kosten für Fährüberfahrt Helsingborg - Helsingör: 50,00 Euro, Kosten für Übernachtung in Stege: 155,00 Dänische Kronen (= ca. 18,00 Euro)

 

 

 

 

 

Mit Riesenschritten geht es nun wieder Richtung Heimat. Heute werden wir Schweden verlassen, zuvor besuchen wir aber noch einen weiteren Elchpark. Ganz in der Nähe von Markaryd, unweit der Ausfahrt Nr. 75 der Autobahn E 4 gelegen, ist der Elchpark "Smalandet" zu finden. Für einen Preis von 80,00 SEK (= ca. 9,30 Euro) kann man hier auf einem etwa 3km langen Rundweg im Auto durch das Gehege fahren und bekommt neben Elchen auch Bisons zu sehen.

Der Park ist sehr schön angelegt und verfügt selbstredend über einen obligatorischen Souvenirshop und ein Cafe, in dem wir uns die letzte schwedische Waffel gönnten. Irgendwann geht leider auch die schönste Reise zu Ende. Wer Lust hat und vielleicht mit Kindern unterwegs ist, kann die Safari auch in einem 27 Meter langen Zug in Angriff nehmen. Wir wollten das nicht und sind stattdessen unsere eigene Geschwindigkeit mit dem Womo gefahren.

Das Bild in der Mitte, der aufmerksame Leser hat es bemerkt, zeigt keinen Elch, erst recht keinen Bison, sondern eine Art Riesengockel, der neugierig um unsere Waffeln herum stolzierte. Dann ging es aber auf die 3 Kilometer lange Rundstrecke. Es ist natürlich bequem, wenn man nicht zu Fuß gehen muss, aber um es vorweg zu nehmen, das Füttern der Elche in Elinge am Vortag hat mehr Spaß gemacht. Trotzdem konnten wir auch in Smalandet ein paar schöne Fotos schießen.

Es ist schon ganz witzig, wenn plötzlich ein Elch unmittelbar vor der eigenen Motorhaube gemütlich über die Straße spaziert. In Smalandet hat man vielleicht vermehrt den Eindruck, dass die Tiere in Freiheit leben würden. Tatsächlich ist das aber auch hier nicht der Fall. Für uns Mitteleuropäer ist das aber eine völlig neue Erfahrung, weil es in Deutschland nunmal keine Elche gibt. Damit nicht genug, hat man in Smalandet auch noch ein Gehege für Bisons geschaffen, von denen es in Nordamerika um 1860 etwa 60 Millionen Exemplare gegeben hat.

Nach etwa zwei Stunden gehörten die Begegnungen mit Elchen und Bisons auch schon wieder der Vergangenheit an und wir machten uns auf die Rückfahrt zur E 4. Nach weiteren 90 Minuten erreichten wir Helsingborg, das mit knapp 100.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt in Schweden ist und über den zweitgrößten Hafen verfügt.

Wir wollten das weiterhin schöne Wetter für einen Stadtbummel nutzen. Parkmöglichkeiten gibt es hier viele, die Straßen sind großzügig angelegt und es gibt durchaus einige Sehenswürdigkeiten, von denen wir vorher nichts wussten. Sofort ins Auge fällt natürlich das schlossähnliche Rathaus, das 1857 erbaut wurde. Der historische Stadtkern ist nicht weit davon entfernt. Zwanglsäufig kommt man an der Marienkirche vorbei und gelangt dann zur Freitreppe am Stortorget. Begleiten Sie uns in der folgenden kleinen Fotoshow bei unserem Bummel durch Helsingborg.

Nach diesem kurzweiligen Bummel fuhren wir zum Hafen, der sich hier in Sichtweite zum Rathaus befindet. Trotzdem war es nicht einfach, die richtige Zufahrt zur Fähre nach Helsingör zu finden. Die Beschilderung war etwas missverständlich, aber schließlich haben wir uns einfach an ein paar Fahrzeuge dran gehängt. Die Überfahrt nach Dänemark kostete 50,00 Euro und dauerte gerade mal 20 Minuten. Ein ziemlich teurer Spass angesichts der kurzen Fahrzeit, aber dafür wurden wir noch mit Ausblicken auf Helsingborg wie diesem belohnt.

Auf dänischem Boden in Helsingör ging es dann auf der E 47 Richtung Gedser weiter. In Gedser gehen die Fähren nach Warnemünde, wir suchten daher einen Campingplatz, der nicht mehr all zu weit von Gedser entfernt war. In Stege wurden wir schließlich fündig. Der Platz war nur über eine einspurig zu befahrene Brücke erreichbar. Die Zu- und Abfahrt war über eine Ampelschaltung geregelt, zu allem Überfluss musste ich hier auch noch mit angezogener Handbremse los fahren. Die ist beim La Strada derart geistreich platziert, dass man sich bei derem Gebrauch unweigerlich das Kinn am Lenkrad stösst, weil man so weit nach unten greifen muss. Aber auch dieses Problem konnte ich gottseidank lösen, so dass wir den Campingplatz unfallfrei erreichten und diesen herrlichen Sonnenuntergang genießen konnten.

Der Platz selbst war etwa mit jenem in Stokmarknes vergleichbar: etwas ungepflegt, aber unschlagbar günstig. Für 18,00 Euro war die Sache doch mehr als akzeptabel, zumal die Aussichten wirklich grandios waren. Bei diesen Bildern fällt der Abschied natürlich doppelt schwer, aber die Uhr tickte unerbittlich.

Morgen würden wir die restlichen Kilometer nach Gedser zur Fähre in Angriff nehmen. Und es gibt auch am letzten Übernachtungsort unserer Reise noch eine Überraschung. Wenn Sie neugierig sind, klicken Sie einfach auf den Link "Linda".

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