Sonntag, 22. Juli 2012 (Tag 25)

Tagesziel: Knapp-Mühle Linda, gefahrene Kilometer Stege - Linda bei Neustadt/Orla: 541, Preis für Fährüberfahrt Gedser - Warnemünde: 124,00 Euro, Preis für Übernachtung in Linda inkl. Mühlenführung: 10,00 Euro

 

 

 

 

 

Auch am 25. Tag unserer Reise werden wir am frühen Morgen von der Sonne geweckt. Der Campingplatz ist fast leer. Außer einigen Langzeitcampern sieht man nur wenig Touristen. Wir frühstücken und fahren dann die etwa 80 verbleibenden Kilometer nach Gedser, das am südlichsten Zipfel Dänemarks liegt. Von hier verkehren die Fähren nach Deutschland. Scandlines bedient diese Route und wir haben schon von zuhause unseren Voucher bestellt und ausgedruckt. Das Ticket kostete 124,00 Euro für eine knapp zwei Stunden dauernde Fahrt. Es macht wenig Sinn, sich über die hohen Kosten einer solchen Reise zu beklagen, man muss es einfach nur wissen.

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Die Abfahrten erfolgen hier mehrmals am Tag und wir hatten das Glück, auf eine frühere Fähre zu kommen, weil diese nicht ganz ausgebucht war. Das klappte alles reibungslos und das Prozedere ist auch für Anfänger einigermaßen überschaubar. Nachdem wir das Womo im Schlund der Fähre abgestellt hatten, gingen wir nach oben, auf das Aussichtsdeck der 152 Meter langen "Kronprins Frederik". Das Bilderbuchwetter war zu schön, um im Inneren der Fähre die Zeit zu verplempern.

Wir genossen die Seeluft und freuten uns auf die Hafeneinfahrt von Rostock-Warnemünde. Hier hatten wir im Jahr 2011 das Vergnügen, mit der Costa Atlantica auslaufen zu dürfen. Damals wurden wir von vielen kleinen Schiffen mit großem "Tamtam" verabschiedet. Die Stimmung dort ist großartig, tausende von Schaulustigen säumen die Kaimauern und winken den Ozeanriesen zu. Diesmal war es umgekehrt. Wir wurden von den Menschen begrüßt und im Hafen willkommen geheißen. An diesem warmen Sonntag zog es viele Neugierige zum Hafen und an den Strand. Ein schönes Bild! Dazu kamen noch zwei Kreuzfahrtschiffe, die das Ganze noch interessanter machten.

Auch bei der Ankunft auf einem vergleichsweise kleinen Fährschiff war die Stimmung wieder prächtig. Man ist sofort gefangen davon und möchte gar nicht mehr von Bord gehen. Das blieb uns aber leider nicht erspart, denn wir hatten noch eine lange Fahrt vor uns. Ursprünglich wollte ich sogar gleich bis Landshut durchfahren, aber meine Frau hat mich dann doch davon abgehalten. Es wäre unsinnig gewesen, zumal wir das Womo erst am übernächsten Tag zurück bringen mussten. Also suchte Sonja im ADAC-Verzeichnis nach einem Stellplatz, also keinem Campingplatz. Davon gibt es natürlich nicht so viele, aber mit etwas Geduld findet sich immer ein Plätzchen. Aber dieses Mal hatte meine Frau ein ganz außergbewöhnlich glückliches Händchen bei der Auswahl. Sie lotste mich nämlich nach Linda bei Neustadt a.d.Orla, einem kleinen Örtchen im Saale-Orla-Kreis in Thüringen.

Hier wohnt Hans Knapp mit seiner Familie in einem Haus neben der Mühle, die er 1981 erworben, komplett rekonstuiert und eigenhändig wieder aufgebaut hat. Wer wie wir das Vergnügen hatte, eine Führung durch den Hausherrn persönlich erleben zu dürfen, kann kaum glauben, was man hier zu sehen bekommt.

Als wir in Linda ankamen, wussten wir zunächst nicht, was wir machen sollten. Es gab hier keinen "Empfang" oder eine "Rezeption", wie das auf Campingplätzen üblich ist. Aber am Klingelschild war schon ein Hinweis angebracht, dass wir läuten sollten. Das machten wir und es dauerte auch nicht lange, dann kam der Hausherr auch schon. Er stellte sich sogleich als Hans Knapp vor, der uns sofort einen Stellplatz auf dem Gelände zuwies, das zur Mühle gehört. Da wir mächtig beeindruckt waren von der Knapp-Mühle, lud uns der Hausherr zu einer Führung ein. Außer uns war noch ein weiteres Ehepaar vor Ort und so durften wir in diesem kleinen Kreis das Privileg genießen, ein "technisches Denkmal" aus nächster Nähe sehen zu dürfen.

Die technische Einrichtung, die uns Herr Knapp voller Stolz präsentierte, stammt noch aus dem Jahr 1867 und ist komplett erhalten geblieben. Neu ist ein Edelstahl-Flügelkreuz, das im Jahr 2003 angebracht wurde.

Wir durften sogar, unter Anleitung von Herrn Knapp versteht sich, selbst Hand anlegen und versuchen, das Mühlenwerk in Bewegung zu setzen. Dabei bekam man einen Eindruck von der Komplexität der gesamten Technik. Hier jubilierte das Kind im Manne. In der Mühle selbst kann man übrigens auch übernachten. Besonders für Flitterwöchner ist es sicher ein besonderes Erlebnis, in der "Windliebeskammer" die Hochzeitsnacht zu verbringen. Viele Infos dazu und noch viel mehr gibt es auf der Homepage der Knapp-Mühle. Die Besichtigung der Mühle war für uns der ideale Abschluss dieser unvergesslichen Reise. Wir bedankten uns herzlich beim Hausherrn, der für die Führung lediglich eine "kleine Spende" haben wollte. Zum Abschied fotografierten wir den Hausherrn natürlich noch.

Noch ganz aufgewühlt von der aktuellen Führung nahmen wir das letzte Abendessen im Wohnmobil ein. Der 25. Tag der Reise bildete erneut einen von vielen Höhepunkten.

Montag, 23. Juli 2012 (Tag 26)

Tagesziel: Landshut, gefahrene Kilometer Linda - Landshut: 315, Kosten für Übernachtung: keine mehr!

 

 

 

Auch am allerletzten Tag der Reise lachte uns die Sonne wieder entgegen. Voller Wehmut nahmen wir unser letztes Frühstück im Wohnmobil ein, das uns in den vergangenen 25 Tagen richtig ans Herz gewachsen war. Dann nahmen wir die letzten rund 300 Kilometer in Angriff. Es erwies sich als gute Entscheidung, vor dem letzten Teilstück noch eine Übernachtung eingeschoben zu haben. Man ist einfach ausgeruhter und fühlt sich bei weitem nicht so gehetzt. So kamen wir gegen Mittag in Landshut an und konnten in aller Ruhe auspacken.

Nach 8.500 gefahrenen Kilometern ging eine unvergessliche Reise zu Ende. Geblieben sind einige tausend Fotos und ganze Koffer voller Erinnerungen. Nicht nur die "Puffin"-Tour 2012 ist damit zu Ende, auch dieser Reisebericht schließt hier. Alle Leserinnen und Leser haben meine volle Anerkennung, wenn Sie bis zum Ende "durchgehalten" haben. Ich hoffe, Sie wurden mit Wort und Bild gut informiert und unterhalten. Abschließend bedanke ich mich für Ihren Besuch bei "Kurzgeschichten und Meer" und freue mich auf ein "Wiederlesen" an anderer Stelle.

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