Wir nähern uns mit Riesenschritten dem Ende unserer großen Skandinavienrundfahrt "Von Niederbayern zum Nordkap und zurück". In Teil VII verlassen wir den großartigen Geirangerfjord über die Straße "15" und machen dabei u.a. Station im beschaulichen Olympiaort Lillehammer. Weiter geht es dann auf der "E 6" in Norwegens Hauptstadt Oslo. Auf der Weiterfahrt verlassen wir schließlich Norwegen, bleiben auf der "E 6", die in Schweden zur "E 20" wird, besuchen hier Malmö, bevor es über die berühmte Öresundbrücke auf die dänische Seite geht. In Dänemark statten wir schließlich Kopenhagen einen Besuch ab und nehmen dann die letzten 1.200 Kilometer Richtung Landshut in Angriff.

Vor den letzten Tagebucheintragungen haben Sie hier noch die Möglichkeit, die Fotoshow zu Teil VII zu betrachten:

Skandinavien 2009 - Teil VII

Samstag, 4. Juli 2009

Tagesziel: Lillehammer, gefahrene Kilometer: 294, Übernachtung auf dem Platz "Lillehammer Camping", Preis: 69,00 Euro

 

 

 

 

Heute ist der unwiderruflich letzte Tag am Geirangerfjord. Um 7.00 Uhr wachten wir ein letztes Mal in unserer Luxushütte auf. Schon beim ersten Blick aus dem Fenster sahen wir, dass wieder ein großes Kreuzfahrtschiff im Fjord vor Anker gegangen ist. Diesmal lädt die "Century" von "Celebrity Cruises" zum fotografieren ein.

Mit großer Wehmut trinken wir unsere letzte Tasse Kaffee. Der Abschied von diesem wunderbaren Ort fiel uns sehr schwer. Auf den Lofoten waren diese Gefühle bei weitem nicht so ausgeprägt. Vielleicht ist es die Gewissheit, in wenigen Tagen wieder zuhause zu sein? Aber es half alles nichts, wir mussten weiter. Unser heutiges Tagesziel: Lillehammer, die unvergessene Olympiastadt von 1994. Die Stadt, in der Markus Wasmeier mit seinen zwei Goldmedaillen unsterblich wurde.

Das bedeutete aber auch, dass wir wieder die Serpentinen Richtung Dalsnibba hochfahren durften. An jedem Aussichtspunkt blieben wir stehen und machten noch Bilder vom Geirangerfjord. Wir konnten uns einfach nicht sattsehen an diesem Meisterwerk der Natur. Fortan waren reißende Wasser unsere ständigen Begleiter. Erstaunlich auch, wieviel Schnee hier in nur 1.000 MeterSeehöhe Anfang Juli immer noch lag. Am Pollfossen, einem tosenden Wasserfall, legten wir einen Fotostopp ein und sahen den schier unbezähmbaren Wassermassen zu, wie sie sich ihren Weg nach unten bahnen.

Das Wetter war weiterhin sonnig, aber im Tagesverlauf wurde es zunehmend schwül. Heute war "Stabkirchentag". Nachdem wir gestern schon ein kleines Exemplar in Rodven bewundern durften, standen heute gleich zwei große Kirchen auf dem Programm. Die malerische Stabkirche in Lom war schon von Außen sehr beeindruckend.

Drachenköpfe zieren die Giebel der Kirche, mit deren Bau schon im 12. Jahrhundert begonnen wurde. Das heutige Erscheinungsbild ist jedoch auf Bauarbeiten im 17. Jahrhundert zurückzuführen. Die Kirche ist u.a. auch deshalb besonders sehenswert, weil sie zu den wenigen gehört, bei der Teile eines mittelalterlichen Dachrisses mit Drachenkopf erhalten sind, der ebenfalls aus dem Mittelalter stammt. Der Eintritt in diese schöne Stabkirche kostete 90 NKr und da Fotografieren im Inneren nicht erlaubt ist, empfiehlt sich der Kauf des kleinen Büchleins "Norwegische Stabkirchen", das viele interessante Details in deutscher Sprache bietet.

Die zweite Stabkirche erwartet uns in Ringebu. Wir haben bei Otta die Straße "15" verlassen und fahren nun wieder auf der "E 6". In Ringebu ist es mit der Ruhe vorbei. Hier sind jede Menge Touristen vor Ort, wir sehen einen Bus aus Österreich und eine Abordnung Japaner, die knipsen was das Zeug hält. Auch hier waren wieder 90 NKr Eintritt zu zahlen (für 2 Personen!), dafür hatten wir das Glück einer deutschsprachigen Führung beiwohnen zu dürfen. 

In Ringebu sind ebenfalls sehr viele hochwertige Schnitzereien zu bewundern, die zum Teil in das 13. Jahrhundert zurückreichen. Auch hier war Fotografieren leider nicht erlaubt. Bei Temperaturen um 28 Grad führte unser Weg auf der "E 6" weiter nach Lillehammer. Wir machten dort einen Abstecher zur Skisprunganlage, dem Wahrzeichen der Olympiastadt von 1994. Die Anlage ist in den Berg integriert worden, so dass man auf einen hohen Sprungturm, wie z.B. in Lahti, verzichten konnte.

Für 50 NKr pro Person wurden wir im Sessellift komfortabel nach oben geschaukelt. Von hier oben überblickt man nicht nur die wunderbar gestaltete Sprungarena, sondern genießt auch einen herrlichen Ausblick auf das immer noch ruhige und beschauliche Lillehammer, das am Nordufer des Mosja-Sees liegt.

Fährt man über die Brücke auf das andere Seeufer, sieht man links die von saftig grünen Wäldern beschützte Sprunganlage und rechts die Kirche mit dem Stadtzentrum. Auch zum "Birkebeiner"-Denkmal, das vor der Bibliothek steht, haben wir noch einen Abstecher gemacht.

Zu diesem Denkmal sollte man vielleicht Folgendes wissen: Im Jahr 1206 wurde der 2-jährige Königssohn Hakon Hakonsson von Lillehammer über das Gebirge geführt und nach Rena in Sicherheit gebracht. Die zwei "Birkebeiner" gingen den langen Weg und trugen den kleinen Knaben. Diese Tat rettete das Leben des Kindes und sicherte so den norwegischen Thron. 

Nach so viel Geschichte ist das Tagessoll aber erfüllt. Wir suchten daher unser Quartier, "Lillehammer Camping" auf, das nur einen Steinwurf vom Zentrum entfernt ist. Der Platz liegt direkt an den Ufern des Mjosa-Sees, nebenbei bemerkt der größte See Norwegens. Eigentlich ideale Voraussetzungen für einen angenehmen Aufenthalt. Allerdings ließen die wieder sehr kleine Hütte (ca. 8qm) und die uralte Einrichtung keine rechte Freude aufkommen. Dazu Matratzen aus Stabkirchenzeiten, Gift für unser geschundenes Kreuz. Der Preis war mit 600 NKr darüber hinaus völlig überteuert (selbst am Geirangerfjord zahlten wir nicht mehr!) und enthielt auch noch eine Reinigungsgebühr von 150 NKr und das, obwohl die Hütte noch nicht einmal ordentlich vom Müll der Vormieter gerinigt war.  Immerhin hielt uns die Sonne bei Laune, so dass wir den Tag bei einem kleinen Streifzug über den Camping-Platz ausklingen ließen.

Sonntag, 5. Juli 2009

Tagesziel: Oslo, gefahrene Kilometer: 257, Übernachtung auf dem Camping-Platz "Utvika Camping", Preis für die Übernachtung: 420 NKr (47,50 Euro)

 

 

 

 

7.00 Uhr Wecken. Die von wetter.com angekündigte "Bewölkung" entpuppte sich als durchgehende Wolkendecke, das Ende der Schönwetterperiode war angebrochen. Aber als mittlerweile norwegenerprobte Touris konnte uns das nicht mehr erschüttern. Den Campingplatz in Lillehammer verließen wir hingegen nicht ungern. Wie dieser Platz zu seinen vier Sternen gekommen ist, konnten wir nicht so recht nachvollziehen. Aber "neuer Tag, neues Glück", heutiges Tagesziel: Oslo, die Hauptstadt Norwegens, reich an Attraktionen.

Auf der "E 6" geht es Richtung Süden, eine grau-schwarze Wolkendecke ist unser ständiger Begleiter. Nach kurzer Zeit begann es schließlich auch noch leicht zu regnen, bevor das Ganze in einen ausgewachsenen Wolkenbruch ausartete. Bis Hamar hatte sich das zum Glück wieder gelegt. So könnten wir in Ruhe Fotos vom "Wikingerschiff" machen, dem markanten Eisstadion der Winterspiele 1994. Dachten wir!

Schon etwa 1 Kilometer vor Erreichen der Parkplätze ging nichts mehr. Ein Offizieller erklärte mir wenig später auf Nachfrage, dass eine Convention der Zeugen Jehovas mit 5.500 Teilnehmern stattfinden würde. Aber er ließ uns netterweise am Straßenrand stehen, wo wir Fotos schießen konnten.

Dann ging die Reise weiter, noch lange begleitete uns dabei der wunderschöne Mjosa-See. Pünktlich zur Mittagszeit in Oslo setzte der Regen wieder ein. Wir ließen uns vom Navi erst einmal zum "Vigeland-Park" im Westen Oslo's lotsen. Von diesem Park hatten wir uns vor Antritt der Reise schon viele Bilder im Internet angesehen und auch in Reiseführern erkundigt. Wir waren sehr gespannt auf die mehr als 200 Skulpturen, die einer der berühmtesten Söhne Norwegens, der Bildhauer Gustav Vigeland, geschaffen hat. Und selbst bei Regenwetter ist man im ersten Moment erschlagen von der Kraft, die von den Figuren ausgeht. Was Vigeland hier geschaffen hat, ist wirklich einzigartig. Nur wenigen Künstlern war und ist es vergönnt, auf einem vergleichbaren Areal nach Herzenslust seine Ideen verwirklichen zu können. Da es von Vigeland außerhalb von Oslo nur wenig zu sehen gibt, ist ein Besuch des Skulpturenparks unbedingt anzuraten.

Großartiger Mittelpunkt des "Boulevards der Meisterwerke" ist die Brücke mit den 58 Bronzestatuen, einer "Ode an das Leben". Wir haben 90 Minuten bei Regen im Park zugebracht, der Eintritt ist übrigens kostenlos. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum königlichen Palast am Karl-Johans-Gate, wo wir um 13.30 Uhr, wieder im Regen, die Wachablösung verfolgten.

Das königliche Schloss ist sicher nicht so prunkvoll wie bei den östlichen Nachbarn in Schweden, aber es hat Charme und passt ausgezeichnet zu diesem Land, das, wenn überhaupt, nur mit seiner Natur protzt.

Passend zu dem eher bescheidenen Schloss verlief denn auch die Wachablösung. Zwar unspektakulär, aber interessant und nach 20 Minuten war alles vorbei. Auch der Regen. Wir schlenderten zu Fuß zum Hafen, vorbei am wunderschönen Nationaltheater, wo Henrik Ibsen und Björnsterne Björnson stolz posieren und auf die Besucher herabblicken.

Überrascht hat uns in Oslo die Weitläufigkeit. Die Stadt ist sehr großzügig angelegt, verfügt über breite Straßen, riesige Parks und sie ist auch fußgängerfreundlich. Im Hafen trafen wir, wieder einmal, auf die "Mein Schiff" von der TUI. Auch das umstrittene Rathaus, das derzeit restauriert wird, haben wir uns angesehen. Besonders gefallen hat uns die astronomische Uhr an der Stadtseite des Gebäudes. Im Rathaus werden übrigens die Friedensnobelpreise am Todestag von Alfred Nobel (10. Dezember) verliehen. Das "Nobel Peace Center", das im Jahr 2005 eröffnet wurde, ist schräg gegenüber vom Rathaus und mit seinem gelben Anstrich nicht zu übersehen.

Weil uns der "Vigelandparken" dermaßen beeindruckt hatte, entschlossen wir uns zu einem zweiten Besuch. Wer weiß schon, ob wir jemals wieder zurück kommen? Leider blieb für das Museum keine Zeit mehr, da es um 17.00 Uhr seine Pforten schloss. Da es glücklicherweise nicht mehr regnete, konnte man die Skulpturen mit mehr Ruhe betrachten. Dabei gefiel uns insbesondere der "Trotzkopf", der uns doch sehr stark an unseren Sohn erinnerte. Anscheinend hatte auch der große Vigeland ähnliche Erfahrungen gemacht. Dass uns der Regen während unseres ersten Abstechers in den Park nicht sonderlich gestört hatte, sieht man auf dem zweiten Bild sehr gut.

Vor dem endgültigen Abschied aus Oslo wollten wir auch noch dem legendären "Holmenkollen" einen Besuch abstatten. Die riesige Skisprunganlage, auf der 1952 die Olympiasieger ermittelt wurden, befindet sich etwa 20 Minuten außerhalb des Zentrums. Mit dem Auto ist es kein Problem, leider war an diesem Tag das Wetter katastrophal. Zum Regen gesellte sich auch noch Nebel, so dass wir uns gut auf die Sprungschanze hätten konzentrieren können. Da wir uns im Vorfeld jedoch nicht erkundigt hatten, wussten wir nicht, dass uns hier nur eine Baustelle erwartet.

Wenn im Jahr 2011 die Nordischen Weltmeisterschaften in Oslo stattfinden werden, können sich die Sportler auf eine der modernsten Sprunganlagen weltweit freuen. Für uns war das Ganze weniger aufregend, so dass wir uns aus Oslo verabschieden konnten. Auch die dritte skandinavische Hauptstadt geizte nicht mit Regen, aber auch nicht mit ihren Reizen, so dass wir Ersteren weitgehend ignorieren konnten.

Unser heutiges Quartier hatten wir am "Utvika Campingplatz" vorbestellt, ca. 40km nordöstlich von Oslo an der alten "E 16" am Ostufer des Tyrifjords. Eine kleine, aber gemütliche Hütte mit 3 Betten, insgesamt ca. 14qm, Kühlschrank, eine Kochplatte und Geschirr sind vorhanden. Leider ist der Weg zur Küche etwas weit, aber dafür stimmt der Preis (420 NKr). Überhaupt war der heutige Tag sehr preiswert. Außer den schon obligatorischen Waffeln hatten wir nur Gebühren für das Parkhaus in Oslo zu zahlen (60 NKr für drei Stunden).

Eine Überraschung könnte es hier evtl. noch geben, wenn wir wieder zuhause sind, denn wir wissen nicht, ob und wie unser Fahrzeug erfasst worden ist. Nach einem Hinweis im Reiseführer werden Abrechnungen für Tunnel- und Autobahngebühren per Post verschickt. Heute war der letzte "Sightseeing"-Tag in Norwegen. Und in ein paar Tagen ist alles vorbei!

Montag, 6. Juli 2009

Tagesziel: Malmö (Schweden) gefahrene Kilometer: 656, Übernachtung im Hotel "Stay at" in Lund

 

 

 

Heute werden wir wieder einmal vom Regen geweckt. Es ist 7.00 Uhr und wir suchen schnellstmöglich das Weite. Die Matratzen waren leider eine wahre Katastrophe. In unserem Alter sollte man wirklich besser auf seine Wirbelsäule achten! Viel schlimmer ist es allerdingds, wenn man seine Koffer über lehmigen Untergrund schleppen und zum Auto bringen muss. Ein Tag, der so beginnt, kann eigentlich nur besser werden. Wurde er aber nicht!

Im Übrigen spielte es auch keine Rolle, denn heute saßen wir fast die ganze Zeit über im Auto. Tagesziel: Lund (Schweden), vor den Toren von Malmö gelegen, wo wir noch einen kurzen Stopp einlegten. Wir bummelten ein bißchen durch die Altstadt und fanden auch noch Zeit für einen kurzen Abstecher ans Meer. Hier, unmittelbar am Strand machten wir auch noch Aufnahmen vom "Turning Torso", dem mit 190 Metern und 54 Etagen höchsten Gebäude Schwedens.

Am Strand von Malmö konnten wir auch schon einen Blick auf ein weiteres Highlight werfen, die Öresund-Brücke, die 7.845 Meter lange und atemberaubende Verbindung zwischen Schweden und Dänemark.

Das eigentliche Ausrufezeichen dieses Tages war aber unsere heutige Unterkunft: das Hotel "StayAt" in Lund, wenige Kilometer vor Malmö gelegen. Wow! Kann man da nur sagen. Was für ein Zimmer! Was heißt Zimmer, Suite trifft es viel besser. Zwei riesige Räume, Wohnzimmer mit Küchenzeile (aber was für eine: Geschirrspüler! Mikrowelle! Kaffeemaschine, Kühlschrank usw. usw.). Zwei große Flachbildschirme an der Wand (mit ZDF und Sat1). Weiterer Höhepunkt das Bad, das mit 10 qm allein so groß war wie so manche Hütte, in der wir in den vergangenen Wochen geschlafen hatten! Unglaublich! Und das Ganze für äußerst preiswerte 80,00 Euro (inkl. Frühstück), gebucht über hotel.de. Da konnten wir auch die 13,00 Euro Parkgebühr verschmerzen, die laut Angebot eigentlich im Preis inkludiert sein sollten. Aber weil das Hotel erst ein oder zwei Wochen vorher Eröffnung feierte, gab es da wohl noch die eine oder andere technische Anlaufschwierigkeit. Es war einfach großartig, zum Duschen nur nach nebenan gehen zu müssen, auf diesen Luxus hatten wir jetzt fast einen Monat verzichtet. Angesichts dieser Unterkunft erschien sogar das baldige Ende unserer Reise einigermaßen erträglich.

Dienstag, 7. Juli 2009

Tagesziel: Kopenhagen, gefahrene Kilometer: 168, Übernachtung auf dem "Absalon Campingplatz", Preis Vorkasse: ca. 80 Euro

 

 

 

 

Heute Nacht haben wir einfach großartig geschlafen. Kein Vergleich zu den doch oft minderwertigen Matratzen in den Hütten. Auch das Frühstück war in Ordnung, wenngleich nicht überragend. Die Wurst ist auch in Dänemark, wie schon in Norwegen, stark geräuchert und schmeckt etwas säuerlich. In der Beziehung sind die deutschen Metzger einfach unschlagbar. Dann verabschiedeten wir uns vom "StayAt" in Lund bei herrlichem Sonnenschein und fuhren ab in Richtung Kopenhagen. Die knapp 8 km lange Öresundbrücke (Preis 375 SEK = ca. 37 Euro) zu überqueren, war ein Erlebnis für uns.

Nur wenig später erreichten wir Kopenhagen (Einwohner im Großraum ca. 1,75 Millionen), die Hauptstadt des Königreichs Dänemark und die vierte Hauptstadt während unserer Rundreise. Bemerkenswert darüber hinaus: Kopenhagen begrüßte uns mit Sonnenschein!

Den ersten Stopp legten wir beim Wahrzeichen Kopenhagens ein, "Den lille havfrue", der kleinen Meerjungfrau.

Seit 1913 beglückt die Bronzefigur ihre Besucher. Das Parken war hier interessanterweise kein Problem. Einfach die Meerjungfrau links liegen lassen und am Busparkplatz vorbei fahren. Etwa 800 Meter weiter auf der rechten Seite kann man sein Fahrzeug stehen lassen.

Überall war zu lesen, Kopenhagen wäre eine ausgesprochen fußgängerfreundliche Stadt. Das mag ja durchaus sein, aber allein die Strecke von der kleinen Bronzestatue zum Schloss Amalienborg, unserer nächsten Station, wäre viel zu weit gewesen. Also rein ins Auto und ein Parkhaus gesucht. Nicht weit von der Marmorkirche entfernt wurden wir fündig. Hier konnte man ganz einfach mit der Kreditkarte bezahlen. Dann folgten Besichtigungen der Fredriks Kirken, die meist Marmorkirche genannt wird und von Schloss Amalienborg. Die Marmorkirche kleckert nicht, sie klotzt, u.a. mit einer Kuppel, die einen Durchmesser von 31 Meter hat. Damit ist sie die größte in ganz Skandinavien. Aber auch die Innenansichten dieser Kirche können sich durchaus sehen lassen.

Der Komplex von Schloss Amalienborg, der Amts- und Wohnsitz von Königin Margrethe ist architektonisch sehr interessant. Vier einzelne Palais, errichtet im Stil des Rokoko, bilden ein perfektes Ensemble. Auf die Königin mussten wir verzichten, das zeigte die fehlende Flagge, aber damit konnten wir gut leben.

Weil die Sonne und damit das Licht zwischenzeitlich noch besser wurden, fuhren wir noch einmal zur kleinen Meerjungfrau. Außer uns waren diesmal aber auch jede Menge Japaner vor Ort. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, eine junge Japanerin und deren Mutter mit einer pfundschweren Nikon ablichten zu dürfen. Die Freude der beiden Damen war geradezu rührend.

Dann standen wir vor der Frage, ob wir wegen der drohenden Gewittergefahr die geplante Hafenrundfahrt streichen sollten oder nicht. Wir entschieden uns für die Rundfahrt. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich zeigte. Die Tour startete in Nyhavn, wir fuhren mit einem blauen Boot von "Netto-Badene". Der Spaß kostete nur schlappe 30 Dänische Kronen (etwa 4,30 Euro) und war damit billiger als z.B. eine Stunde Parken. Wir fuhren an praktisch allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei, z.B. "Schwarzer Diamant", Christianshavn, Oper, Schauspielhaus, um nur einige zu nennen. Ein herrliches Vergnügen.

Wir hatten Glück, es begann trotz der bedrohlich aussehenden schwarzen Gewitterwolken nicht zu regnen. Im Anschluss an die Hafenrundfahrt schlenderten wir ein bißchen in Nyhavn herum. Einen Lokalbesuch verkniffen wir uns, denn die Preise waren geradezu unverschämt hoch. Stattdessen gönnten wir uns ein Eis am "Kongens Nytorv", dem größten Platz in der Innenstadt von Kopenhagen.

Kopenhagen hat wirklich jede Menge zu bieten ... nur keine Parkplätze! Wir wollten irgendwo zwischen Rathausplatz und Tivoli parken. Keine Chance, alle Parkhäuser waren voll. Kein Wunder, denn ich hatte den Eindruck, dass halb Kopenhagen mit dem Fahrrad unterwegs war. Die haben fast überall eine eigene Spur neben der Straße und fahren munter in Kreuzungen und in unübersichtliche Kurven ein. Als Autofahrer muss man jedenfalls höllisch aufpassen, dass man unfallfrei von A nach B kommt. Wir beendeten daher die fruchtlose Parkplatzsuche in Kopenhagen und fuhren noch die knapp 30 Kilometer nach Fredensborg, um die Sommerresidenz der Königsfamilie in Augenschein zu nehmen.

Der Abstecher nach Fredensburg war durchaus lohnend. Nach der Hektik in der Millionenmetropole Kopenhagen kamen wir hier wieder zum Atemholen. Dank des stabilen Wetters konnten wir auch noch schöne Fotos schießen, so dass wir uns am späten Nachmittag auf die Rückfahrt zu unserem letzten Rundfahrtquartier machten. Der Campingplatz "DCU-Camping Absalon" liegt etwa 10 Kilometer östlich von Kopenhagen in der Nähe von Glostrup. Er ist sehr großzügig angelegt mit viel Platz zwischen den Hütten. Trotzdem wirkte alles etwas steril und ohne Seele, das lag aber vermutlich daran, dass es unsere letzte Nacht war, die wir hier verbringen würden. Zur Feier des Tages packten wir unsere Campingstühle in den Deutschlandfarben aus. Während der gesamten Reise hatten wir sie nicht benötigt. Zum Abschluss unserer Rundreise "Von Niederbayern zum Nordkap und zurück" erschien es uns jedoch angemessen, ein allerletztes Bild mit Selbstauslöser zu machen.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Tagesziel: Landshut (Deutschland), gefahrene Kilometer: 1.241

 

 

Nach dem "Henkersfrühstück" setzten wir uns für eine sehr lange Fahrt in den Meriva. Ursprünglich war noch eine Zwischenübernachtung geplant, bevor wir in die Heimat zurückkehren würden. Aber, wie heißt es so schön, "die Luft war raus" und daher beschlossen wir, die letzten 1.241 Kilometer in einem Rutsch durchzufahren. Nach ca. 14 Stunden Fahrtzeit kamen wir in unserer niederbayerischen Heimat Landshut an. Der Urlaub 2009 war damit schon wieder Geschichte.

 

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