Mittwoch, 8. Mai 2013 (Ajaccio - Korsika)

Kurz vor acht Uhr an einem erneut strahlend blauen Morgen steuerte die FTI.Berlin  bei ruhiger See den Hafen von Ajaccio an. Die Temperaturen sollten wieder über die 20-Grad-Marke klettern. Wir hatten reichlich Zeit, um in aller Ruhe auf dem Außendeck zu frühstücken, denn unser Ausflug "Panoramatour und Verkostung" würde erst um 9.00 Uhr beginnen. Die mit etwa 65.000 Einwohnern größte Stadt der Insel Korsika war für uns bis zu diesem Tag ein weißer Fleck auf der Landkarte. Was kann man schon mit Korsika in Verbindung bringen? Genau - Napoleon Bonaparte. Der kleine Korse sollte uns heute oft begegnen.

Pünktlich um 9.00 Uhr begrüßte uns eine freundlich lächelnde Reiseleiterin in unserem Bus. Sie sprach fließend Deutsch und das auch noch akzentfrei. Das war dem Umstand geschuldet, dass sie vor etwa 12 Jahren auf die Insel kam und seitdem Touristen dieses Eiland näher bringt.

Kaum hatten wir das Hafengelände verlassen, wurden wir auch schon bald mit dem größten Sohn der Stadt, Napoleon Bonaparte, konfrontiert. Er findet sich beinahe überall: auf Plätzen oder in Straßennamen ist er gegenwärtig. Und weil eine Statue vermutlich zu schwer gewesen wäre, um sie aufzuhängen, hat man sich hier mit einem überdimensionalen Kronleuchter beholfen.

Neben Napoleon gibt es aber noch andere "Stars" in Ajaccio: die herrlichen Palmen. Ganze Straßenzüge sind mit ihnen bepflanzt, ein Synonym für das Meer und vielleicht auch eine lockere, mediterrane Lebensart. Wer weiß. 

 

Der Verkehr war überschaubar und wir kamen flott voran. In wenigen Minuten hatten wir einen der berühmtesten Plätze Ajaccio's erreicht: den Place d'Austerlitz. Hier hat der Kaiser der Franzosen eine angemessene Bleibe gefunden. Das imposante Denkmal mit seinen fünfzig Stufen ist eingerahmt von zwei Säulen mit Adlern, die auf Napoleon's Geburts- und Sterbejahr hinweisen. Er lebte von 1769 bis 1821.

Ich bin natürlich nach oben gegangen, um seiner Majestät die Hand zu schütteln, war aber immer noch zu klein für ihn. Immerhin hat man von hier oben eine schöne Aussicht.

Der Golf von Ajaccio wird bewacht von den Iles Sanguinaires, den so genannten Blutinseln. Der Name ist vermutlich auf die Felsen, die vom Sonnenlicht angestrahlt, rötlich schimmern., zurückzuführen. Mag die Herkunft des Namens auch umstritten sein, die Schönheit der Landschaft ist es sicher nicht. Wir waren jedenfalls froh, ein wenig Zeit zur Verfügung zu haben. Nach einem kurzen Fußmarsch ist man der größten Insel, auf der 1844 ein Leuchtturm gebaut wurde, ganz nah.

 

 

Nach diesem Abstecher vor die Tore Ajaccios ging es mit dem Bus wieder zurück in die Stadt. Dabei kamen wir auch an einem Friedhof vorbei, dessen Familiengruften eher an Monumentalbauten erinnern. Leider blieb für eine Stippvisite keine Zeit, das Foto entstand während der Fahrt.

Zurück in Ajaccio verließen wir den Bus und gingen ab diesem Zeitpunkt zu Fuß. Da in diesem Teil der Stadt die Sehenswürdigkeiten wie an einer Perlenkette aufgereiht sind, bot sich das auch an. Unsere Reiseleiterin verpasste uns im Anschluss die "volle Dröhnung Napoleon". Wir begannen den kleinen "royalen" Spaziergang am Place de Gaulle. Ein großes Areal, auf dem an diesem Mittwoch irgendeine wichtige Zeremonie abgehalten wurde. Jeder wollte sich den besten Standort für ein Foto sichern und die Polizisten scheuchten die dreisten Touristen mit eindeutigen Handbewegungen weg. Ansonsten ist es hier wohl eher ruhig und man kann das große Reiterstandbild mit Napoleon in der Mitte bewundern. Ihm zur Seite gestellt wurden zwei Siegesgöttinnen und seine vier Brüder. 

 

Vom Place de Gaulle sind es nur wenige Schritte zur Cathédrale Notre Dame de l'Assomption, dem Dom von Ajaccio.

In dieser sehr schönen Barockkirche, die 1593 vollendet wurde, wollte Napoleon einmal beerdigt werden. Immerhin wurde er hier am 21. Juli 1771 auch getauft. Wie wir wissen befinden sich die sterblichen Überreste im Invalidendom in Paris. Obwohl die Kirche von außen eher schmal und klein wirkt, kann man im Inneren doch sieben schöne seitliche Kapellen bewundern, auch das imposante Kuppeldach ist sehenswert. Und nicht zuletzt natürlich das Taufbecken des kleinen Napoleon Bonaparte.

Nach dem Besuch des Doms marschierten wir in die Rue St. Charles. Hier steht Napoleons Geburtshaus. In diesem unscheinbaren Gebäude erblickte der Sproß der korsischen Adelsfamilie im Jahr 1769 das Licht der Welt.

 

Trotz der interessanten Ausführungen unserer Reiseleiterin bekamen wir doch allmählich Hunger. Der nahm noch zu als wir über diesen Markt schlenderten, der regionale Spezialitäten feil bot.

 

Aber unsere Reiseleiterin hatte dann ein Einsehen und führte uns zu einem kleinen Lokal in einer der Seitengassen unweit des Hafens. Hier gab es dann eine Verkostung in Form einer sehr üppigen Brotzeitplatte mit einheimischem Schinken, Käse und diesen wunderbaren Baguettes, wie es eben nur die Franzosen backen können. Dazu wurde ein guter Rotwein ausgeschenkt. Das Essen war schmackhaft und wir waren auch von der Menge überrascht. Bei einem Halbtagesausflug hatten wir Derartiges nicht unbedingt erwartet.

Da der offizielle Teil damit beendet war, verabschiedeten wir uns von der Reiseleiterin und unserer Gruppe und eroberten Ajaccio diesmal zu zweit. Wir gingen zunächst zum Place Foch, an dem sich eine weitere Statue Napoleons befindet, natürlich eingerahmt von Palmen.

Gleich um die Ecke startete eine Bimmelbahn ihre Rundfahrt durch Ajaccio. Für ein paar Euro erstanden wir zwei Tickets und machten es uns gemütlich. Ein zweites Mal ging es dabei zum Place d'Austerlitz, der uns diesmal fast alleine gehörte. Zurück am Ausgangspunkt der Zugfahrt bummelten wir durch die palmengesäumten Straßen, vorbei an der Zitadelle und machten noch einen kurzen Stopp im Hafen.

 

Bei dem Schiff links handelt es sich übrigens um die MS Europa 2, das neue Flaggschiff von Hapag Lloyd. Nach den ausgedehnten Fußmärschen, wir waren jetzt immerhin schon sechs Stunden unterwegs, zog es uns zurück zur FTI.Berlin. Wir wollten uns noch ein wenig ausruhen und natürlich den Nachmittagskaffee nicht verpassen. Vorher zeigen wir Ihnen aber noch, wo unsere Kabine lag.

Vor der Buchung dieser Kreuzfahrt hätten wir auch nicht gedacht, dass uns ein derart kleines Schiff einmal ans Herz wachsen könnte. Aber man muss alles eben erst ausprobieren, um es beurteilen zu können.

Die Kleiderempfehlung für den heutigen Abend lautete "Gala". Es waren ja schließlich nur noch zwei Tage bis zur Ankunft in Nizza. Also warfen wir uns wieder in Schale und freuten uns auf den Abend. Wir wurden schon von einem Heer freundlich lächelnder Kellner begrüßt. Die zart gebratenen Schweinelendchen mit Calvados mundeten ausgzeichnet. Eine Menükarte sehen Sie hier:

Anstatt des sonst üblichen Desserts war diesmal großes Kino angesagt. Bewaffnet mit Wunderkerzen und Eistorten marschierten unsere Waiter ein. Schließlich glänzte Romana Calvetti noch in der Scirocco-Lounge mit ihrer tollen Stimme. Ihre Interpretation von "Memories" aus dem Musical "Cats" konnte sich wahrlich hören lassen.

 

 

Einmal mehr ging ein langer und ereignisreicher Tag zu Ende. Seit 17.00 Uhr war die FTI.Berlin bereits unterwegs in Richtung Livorno, dem vorletzten Hafen unserer Reise. Wenn Sie noch Interesse an einem Ausflug nach Pisa zum "Platz der Wunder" haben, klicken Sie auf "Livorno".

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