Tag Einzelstrecke Kilometer Übernachtung
28.06.2012 Landshut-Hobro (DK) 1.186 Hobro Camping Gattenbrog
29.06.2012 Hobro-Hirtshals 125  
29.06.2012 Fähre Hirtshals - Larvik    
29.06.2012 Larvik - Oslo 160 Ekeberg Camping
01.07.2012 Oslo - Roldal 318 Skystassjonen Kro or Hytter
02.07.2012 Roldal - Bergen 334 Bratland Camping
03.07.2012 Bergen - Flam 245 Flam Camping
05.07.2012 Flam - Skjolden 215 Nymoen Leirplass
06.07.2012 Skjolden - Geiranger 191 Geiranger Camping
07.07.2012 Geiranger - Runde 118 Goksoyr Camping
09.07.2012 Runde - Valsoyfjord 345 Camping Valsoytunet
10.07.2012 Valsoyfjord - Bronnoysund 541 Mosheim Camping
11.07.2012 Bronnoysund - Tommerneset 455 Tommerneset Camping
12.07.2012 Tommerneset - Stokmarknes 349 Stokmarknes Camping
13.07.2012 Stokmarknes - Flakstad 226 Skage Camping
14.07.2012 Flakstad - Klepstad 134 Lyngvaer Lofoten Bobilcamping
15.07.2012 Klepstad - Svartisen 477 Parkplatz Svartisen
16.07.2012 Svartisen - Näsaker 537 Parkplatz Näsaker
17.07.2012 Näsaker - Stockholm 611 Rösjö Badet Camping
19.07.2012 Stockholm - Nyköping 128 Camping Strandstuviken
20.07.2012 Nyköping - Markaryd 437 Sjötorpet Camping
21.07.2012 Markaryd - Stege (Dänemark) 273 Stege Camping
22.07.2012 Stege - Linda (Thüringen) 541 Knapp-Mühle Linda
23.07.2012 Linda - Landshut 315  
  Strecke gasamt 8.261  

Erläuterungen, Hinweise, Tipps:

Das Wohnmobil holten wir am 27.06.2012 bei der Firma Berger Fahrzeuge München ab. Am 24.07.2012 lieferten wir es wieder ab. Die Firma Berger Fahrzeuge, die den Verleih der Wohnmobile im Auftrag des ADAC durchgeführt hat, hat den Standort in München zwischenzeitlich aufgegeben. Wir würden uns im Falle einer neuerlichen Womo-Reise im Übrigen ohnehin bei einem anderen Anbieter umsehen. Wenn man absoluter Wohnmobil-Neuling ist, benötigt man nämlich eine detaillierte und geduldige Einweisung, die haben wir hier stark vermisst.

Es ist unerlässlich, sich vor einer derartigen Reise ausgiebig zu informieren. Wir haben viele Reiseberichte gelesen und selbst dann ist man doch, wenn es dann endlich los geht, unsicher. Im Falle einer Wiederholungsreise würden wir eine zweite Gasflasche mitnehmen und häufiger auf Parkplätzen übernachten, vor allem dann, wenn auch noch andere Wohnmobilisten vor Ort sind. Hier kann man den einen oder anderen Euro sparen. 

Positiv war die Fahrzeugauswahl als solche. Mit dem "La Strada" bin ich sehr gut zurecht gekommen. Schon nach den ersten paar hundert Metern im Münchner Großstadtverkehr fiel ich im Verkehrsfluss nicht mehr weiter auf. Handling und Übersicht des Fahrzeugs waren aus meiner Sicht sehr gut. Die Orientierung ausschließlich über die beiden Außenspiegel klappte schon nach kurzer Eingewöhungsphase gut. Ich würde auch das nächste Mal wieder ein "Sprinter"-ähnliches Womo auswählen, weil diese etwas schmaler sind als die Alkoven-Fahrzeuge. Besonders bei den Tunnelfahrten war das ein Vorteil. Auch viele Straßen sind oft nur einspurig befahrbar und überdies sehr schmal.

1001 Reiseberichte

Bedenken hatten wir wegen des nur schmalen Bettes mit ca. 1,60 Metern Breite. Diese Sorge erwies sich als unbegründet, wir haben prima geschlafen, die Matratzen waren gut und der Platz ausreichend. Gold wert ist natürlich die Toilette für die "kleinen Geschäfte", der nächtliche Gang auf die Gemeinschaftstoiletten auf den Campingplätzen entfällt damit. Das war für uns durchaus Luxus und Entleerstationen für die Campingtoiletten findet man fast überall.

Vor der Reise hatte Sonja eine Registrierung bei "Auto Pass" vorgenommen. Damit entfällt das lästige Münzen-Einwerfen an Mautstationen bzw. bei mautpflichtigen Straßen, Brücken oder Tunnels. Besonders im südlichen Fjord-Norwegen haben wir unzählige Tunnels durchfahren, ich schätze etwa 300!! Allein der Laerdal-Tunnel misst einfach 24,5 Kilometer, ihn haben wir dreimal durchquert. Hier muss man wirklich immer konzentriert fahren und auf der Hut sein. Einmal war ein entgegenkommender Wohnmobilist vielleicht einen halben Meter auf unserer Seite, es kam zu einer Berührung der Außenspiegel. Wir hatten Glück, dass nicht alles komplett abgerissen wurde, sondern der untere Spiegel an den Drähten baumelte. Er konnte nach der Tunneldurchfahrt glücklicherweise wieder eingesetzt werden. 

Vor Bergen erwischten wir einen handtellergroßen Steinschlag. Die Zusatzversicherung, die wir in Deutschland für 140,00 Euro abgeschlossen hatten, sprang hier ein und deckte die über 300,00 Euro hinaus gehenden Kosten ab, aber das Geld war natürlich weg. Solche Dinge passieren immer wieder, das ist nicht planbar, insofern würden wir eine derartige Versicherung auch das nächste Mal wieder abschließen.

Wenn Sie ADAC-Mitglied sind, lohnt es sich im Einzelfall auf den Campingplätzen oder vor Fährüberfahrten darauf hinzuweisen. Hier gibt es schon mal einen (kleinen) Rabatt. Apropos Fähren: 18x hatten wir das Vergnügen, mit diesen Wassertaxis fahren zu dürfen. Es ist immer wieder schön, in Norwegen, das von Fjorden ja geradezu zerklüftet ist, mit einer Fähre von A nach B zu reisen.

Und noch ein Tipp: Nehmen Sie sich unbedingt Zeit! Alleine von Landshut bis auf die Lofoten sind es etwa 3.000 Kilometer. Das ist eine Riesenentfernung, die sollte man wirklich nicht im Schweinsgalopp zurück legen. Ich hatte mitunter schon Tage, an denen ich froh war, wenn ich endlich den Motor abstellen konnte. Tagestouren von 500 oder noch mehr Kilometern zehren an Konzentration und Kondition. Alleine deshalb überlegen wir, ob wir erneut bis auf die Lofoten fahren sollen, zumal es das Wetter diesmal gar nicht gut mit uns gemeint hat.

Mit dem Wetter ist es überhaupt so eine Sache. Das kann sich wirklich innerhalb von Minuten ändern. Betrachtet man einzelne Fotos, z.B. von Einheimischen in Oslo oder Bergen erkennt man sofort, wenn man einen Touristen vor sich hat. Diese sind meistens gekleidet als ob sie eine Himalaya-Expedition starten, während die Einheimischen auch bei 10 Grad Außentemperatur nur ein T-Shirt tragen. Gleiche Wörter für Jahreszeiten haben durchaus unterschiedliche Bedeutungen. Es kommt eben immer darauf an, wo man sich gerade aufhält.

Damit will ich dezent darauf hinweisen, dass es keinen Sinn macht, sich über das Wetter zu beklagen. Man muss es einfach nehmen, wie es kommt und am Ende einer Reise stellt man dann vielleicht überrascht fest, dass es trotzdem ein toller Urlaub war.

Damit komme ich auch schon zum nächsten Punkt, den "Highlights". Wer den 12-teiligen Bericht komplett gelesen hat, dem sind bestimmt Orte und/oder Sehenswürdigkeiten aufgefallen, die heraus ragen. Jeder hat ja seine eigenen Vorlieben. Der Vorteil einer Skandinavien-Reise liegt aber auch u.a. darin, dass es nie langweilig wird. Wer von Kultur, Museum und Kirchen in der Stadt genug hat, fährt einfach ein paar Kilometer und schon ist er in der freien Natur, die so ungeheuer viel zu bieten hat.

Eine kleine Auswahl unserer persönlichen Hitliste kommt hier:

Der Vigeland-Park in Oslo mit seinen unzähligen Skulpturen ist auch bei schlechtem Wetter ein Hot Spot. Die Figuren ziehen uns immer wieder in ihren Bann.

Die Stabkirche in Heddal steht hier stellvertretend für insgesamt 28 ihrer Art. Auch auf unserer zweiten Reise haben wir wieder einige dieser seltenen Exemplare besichtigt.

Die Wasserfälle, wie hier der berühmte "Zwillingsfall" Latefoss, mit ihren donnernden Wassern liefern ein ums andere Mal beeindruckende Schauspiele.

Die gewaltige Natur, wie hier der Gletscher des Jostedalsbreen, lassen einen demütig werden.

Der Geiranger-Fjord ist ein Höhepunkt für sich. Immer wieder schön die Aussicht vom Flydalsjuvet, aber nicht nur von dort. Dazu noch eine Fährfahrt nach Hellesylt und man kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Die Papageientaucher auf der Vogelinsel Runde haben  großen Eindruck auf uns hinterlassen. Das Betrachten dieser Tiere hat bei uns versteckte Energien frei gesetzt und für eine große innere Befriedigung gesorgt. Vielleicht das schönste Erlebnis der Reise!

Der zweite "Kracher" nach den Puffins: die Walsafari an der Nordspitze der Lofoten in Andenes. Wir hatten Glück und durften drei Fluken erleben.

Stockholm und hier insbesondere das Vasa-Museum. Etwas Vergleichbares gibt es nirgendwo sonst. Überhaupt ist Stockholm für uns die schönste Stadt, die wir bis jetzt sehen durften.

Die erstmalige Begegnung mit diesen wunderbaren Tieren hat uns ebenfalls sehr beeindruckt. Auch wenn wir noch keinen Elch in freier Wildbahn erspäht haben, hat uns der Besuch der Elchparks in Schweden großen Spaß gemacht.

Die "Knapp"-Mühle in Linda war die erste Windmühle, die wir je von innen gesehen haben. Ein Kindheitstraum ist hier in Erfüllung gegangen. Ganz außergewöhnlich!

Zu den Highlights einer solchen Reise könnte man noch Vieles aufzählen. Nicht zu vergessen ist unsere Lieblingsspeise, die Waffeln. Vorzugsweise mit Erdbeermarmelade. Und natürlich die Menschen, die mit ihrer Freundlichkeit und Gastfreundschaft viel zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben.

Fazit:

Lange hatten wir im Vorfeld überlegt, ob wir eine Reise mit dem Wohnmobil wagen sollten. Groß war die Unsicherheit. Können wir ein so großes Fahrzeug gefahrlos über eine derart lange Strecke bewegen? Kommen wir mit dem vergleichsweise schmalen Bett zurecht? Schließlich hatten wir uns im Herbst 2011 zu einer Entscheidung durchgerungen: Ja, wir wagen es!

Im Dezember 2011 wurde das Wohnmobil ausgewählt und reserviert. Heute wissen wir, das nächste Mal machen wir das früher! Die Route auszutüfteln ist immer eine Herausforderung, gerade dann, wenn man alles selbst planen und einschätzen muss.  Aber meine Frau ging schon wie 2009 mit Enthusiasmus und Akribie an die Planung. Dafür danke ich ihr auch auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich. Was wären wir nur ohne unsere Frauen?

Zurück zur Routenplanung: Finnland kannten wir schon, die doch recht lange und teilweise öde Waldlandschaft bis zum Nordkap wollten wir uns nicht mehr antun. Auch der karge Granitfelsen selbst reizte uns nicht mehr. Aber die Wale auf den Lofoten wollten wir unbedingt sehen. Also war der nördlichste Zipfel schnell gefunden: Andenes. Und vielleicht sehen wir ja auch ein paar Papageientaucher. Das soll auf Runde gut gehen. So Sonjas Überlegung. Damit hatten wir schnell ein paar Eckpfeiler für die Route gefunden, aber so ein Tourbook schreibt sich nicht von selbst und so kämpfte sich meine Frau durch Reiseberichte und Straßenkarten und irgendwann musste ich mich dann nur noch hinter's Steuer setzen und losfahren.

Nicht eingeplant war, dass ich praktisch alles alleine fahren musste. Sonja kam leider  mit dem vergleichsweise großen Wohnmobil einfach nicht zurecht, lediglich auf einem Autobahn-Teilstück in Deutschland konnte sie mich für ein paar Stunden entlasten. Da hätte ich mir manchmal kürzere Tagesrouten gewünscht, aber unter dem Strich hat das alles gut funktioniert.

Auch die Technik des Wohnmobils selbst, wie z.B. die Benutzung des Gasherds, die Entleerung der Abwassertanks oder der Campingtoilette, war nach wenigen Tagen Routine. Anfangs taten wir uns vereinzelt schwer, weil man ständig irgendetwas suchen musste. Vom Kaffeefilter bis zur Serviette. Aber wir lernten schnell und wurden ein richtiges Team. 

Und bald konnten wir die Reise richtig genießen, erfreuten uns an der Unabhängigkeit, die man mit einem solchen Gefährt zweifellos hat. Das Wetter hätte natürlich besser sein können, besonders in den ersten Tagen. Aber wir haben das Beste daraus gemacht und trotzdem viel erlebt.

Am Ende waren wir von der Bildgewalt der Natur, der vielen Tiere, der Stabkirchen, der Faszination der Städte wie Oslo oder Stockholm förmlich erschlagen. Es braucht seine Zeit, Ordnung in die Bilder, in die Erinnerungen zu bringen. Und weil man von schönen Erinnerungen einfach nicht genug haben kann, überlegen wir, evtl. ein drittes Mal nach Skandinavien zu reisen. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei!

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