In den folgenden beiden Tagen geht es weiter nordwärts. Ab Runde orientieren wir uns wieder in Richtung AlesundWir bleiben dann auf der E 39 und fahren weiter bis Trondheim. Nach einem Stadtspaziergang geht es auf der E 6 weiter bis Brekkvasselv. Unterbrochen wird die Fahrt durch einen Abstecher auf die berühmte Atlantikstraße.

Mittwoch, 28.06.2017

Tagesziel: Valsoyfjord, gefahrene Kilometer: 323, ÜN: Camping Valsoytunet (300 NOK = 31,60 Euro inkl. Strom), Fährüberfahrten: Hareid-Sulesund (136 NOK = 14,32 Euro), Vestnes-Molde (171 NOK = 18 Euro), Kanestraum-Halsa (121 NOK = 12,74 Euro)


 

 

 

 

 

Ohne Wehmut kehren wir Runde nach dem Frühstück den Rücken. Immerhin hat Fjord-Norwegen so viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, dass der Rückzug der Puffins in Gebiete außerhalb unserer Objektive kein Beinbruch ist. Der Wettergott meint es auch heute wieder gut mit uns und alleine das hebt die gute Laune doch ganz erheblich. Wir genießen noch die Sonnenstrahlen auf der Terrasse des Campingplatzes und machen uns dann auf den Weg nach Norden. Natürlich geht es dabei u.a. wieder über die Rundebrua, die 428 Meter lang ist und 1982 eröffnet wurde. Elegant schwingt sie sich über das Wasser und beweist mit ihrer innovativen Konstruktion einmal mehr, dass die Norweger ihre Ideen auch umsetzen.

Wir fahren bei strahlend blauem Himmel bis Hareid, wo wir auf die Fähre nach Sulesund fahren. Auf der E 39 geht es dann weiter bis Vestnes auf die zweite Fähre, die uns nach Molde bringt.

Sehnsuchtsziel des heutigen Tages ist die Atlantikstraße, die im Jahr 2005 zum Bauwerk des Jahrhunderts in Norwegen gewählt wurde. Die Atlantikstraße beginnt genau genommen erst bei Vevang. Wir halten es jedoch für eine gute Idee, auf der 664 nach Bud zu fahren, um das Erlebnis Atlantikstraße von Beginn an zu haben. Nun, die Idee war nicht so besonders gut, weil die Strecke eher langweilig ist. Wir freuen uns daher, als es "richtig" los geht mit der auch als Asphaltwunder bezeichneten Straße, die so viele Besucher in ihren Bann zieht.

Die folgenden 8.274 Meter bis Karvag haben es in sich. Die Straße schlängelt sich über kleinste Inseln (so genannte Holme) auf insgesamt acht Brücken über die offene See wieder aufs Festland. Selten ist man dem Meer so nah wie hier. Schon die erste Brücke ist auch die bekannteste und wohl am häufigsten fotografierte, die Storseisund-Brücke ist mit 260 Metern auch die längste. Aber sie ist natürlich nur ein Teil eines Gesamtkunstwerks, das man im Fall der Fälle auch wieder in umgekehrter Richtung befahren kann, um vielleicht einen anderen Blickwinkel zu bekommen.

Natürlich legen wir auch eine Pause ein, besuchen den Kiosk und marschieren dann auf dem Aussichtsweg, den es 2012 noch nicht gab. Dieser schwebende Aussichtsweg schlängelt sich unmittelbar am Wasser entlang und hier pfeift es ganz gewaltig. Wir ziehen unsere Kapuzen über die Köpfe und sind froh, dass wir textiltechnisch bestens ausgerüstet sind.

Eine informative Seite zur Atlantikstraße habe ich auch noch gefunden. Wer Interesse hat, klickt hier! Wir sind eine gute Stunde damit beschäftigt, die Brücken in ihren Einzelheiten anzusehen und abzulichten. Wer aber glaubt, nach der Fahrt über die Atlantikstraße würde das Folgende verblassen, der täuscht sich. In Norwegen ist für Abwechslung (fast) immer gesorgt. Ausnahmen (siehe oben die Anmerkung zu Bud!) bestätigen die Regel.

Auf der 64 fahren wir ab Karvag weiter über Bremsnes bis Kristiansund. Da geht es dann in den Atlanterhavstunnelen, der mautpflichtig ist. Von der 64 geht es dann wieder zurück auf die E 39. Bevor wir unser heutiges Tagesziel Valsoytunet erreichen, dürfen wir noch auf die dritte Fähre, die diesmal von Kanestraum nach Halsa führt. Drei Fähren an einem Tag das ist rekordverdächtig. Wie gesagt, für Abwechslung ist in diesen Breitengraden reichlich gesorgt.

Am späten Nachmittag erreichen wirden Campingplatz in Valsoytunet. Idyllische Lage, herrliches Wetter, Urlauberherz was willst du mehr!

Diesen schönen Platz hatten wir noch von unserer Puffintour 2012 in bester Erinnerung. Und weil heute endlich einmal etwas mehr Zeit haben, nutzen wir die zum Grillen. Neben umfangreichen Mineralwasservorräten habe ich auch fünf Einweg-Grills gekauft, bereits in der Annahme, dass die Temperaturen nicht immer zum Essen im Freien einladen würden. Mit dieser Einschätzung lag ich auch goldrichtig, aber wenn es passt, dann sollte man die Zeit auch genießen und das taten wir heute.

 

Donnerstag, 29.06.2017

Tagesziel: Brekkvasselv, gefahrene Kilometer 401, ÜN Camping Brekkvasselv (250 NOK = 26,22 Euro)

 

 

 

Auch am Donnerstag geht es in einer Sinfonie aus Himmelblau weiter. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von unseren ausgesprochen netten norwegischen Nachbarn und ihren beiden Hunden. Als ich das Brauchwasser ablasse, kommt einer der beiden Männer und bringt mir unsere Grillutensilien, die ich vergessen hatte einzupacken.  Apropos "Vergessen", darin bin ich ein wahrer Meister. Egal ob es sich dabei um das Licht in der Toilette handelt oder um die Frage, in welchem Fach sich doch gleich wieder die frischen Socken befinden. Alles weg! Dabei wäre es doch gar nicht so schwer, sich all das zu merken, oder?

Heute steht Trondheim auf dem Besichtigungsplan, die erste Hauptstadt Norwegens, die früher allerdings noch Nidaros hieß. Allerdings haben wir auf der E 6, auf der wir jetzt fahren, noch eine gute Wegstrecke, etwa 130 Kilometer vor uns. Die Route entlang der Küste war uns in diesem Jahr zu mühsam, zumal wir vom Nordkap immer noch verdammt weit weg waren. Am Ende des Tages sollten es dann wieder 400 Kilometer sein, die wir mehr auf dem Tacho haben sollten.

Trondheim ist laut Wikipedia auf mittlerweile 191.000 Einwohner angewachsen und damit die drittgrößte Stadt Norwegens. Und weil die Norweger immer schon ein wintersportbegeistertes Völkchen waren, haben sie natürlich auch hier eine Sprungschanze gebaut, die am Granasen Skicenter steht und die wir diesmal aus der Nähe sehen wollten. Den Schanzenrekord auf der großen Schanze hält auch Oldie Noriaki Kasai mit 143 Metern. Das Skisprungcenter liegt im Süden vor den Toren Trondheims. Die Anfahrt war etwas verzwickt, weil um Trondheim gerade gebaut wird, aber pünktlich zur Mittagszeit gegen 11.30 Uhr stehen wir auf dem großen Parkplatz. Es verlaufen sich nur ganz wenige Touristen nach Granasen, die große Masse drängt es in die bekanntere Innenstadt.

Eine Fahrt auf den Schanzentumr ist zwar nicht möglich, aber wir können uns nach Herzenslust im Stadion umsehen. Das gesamte Areal macht einen sehr gepflegten Eindruck und man merkt, dass es sich hier um eine gewachsene Anlage handelt, die richtig gemütlich wirkt.

Nach der Stippvisite bei den Sprungschanzen machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Geplant ist, dass wir unser Womo auf dem Stellplatz in der Nähe des Oya Stadions abstellen, aber der Platz ist rappelvoll, so dass wir in das Wohngebiet, das nur einen Steinwurf vom Stadion entfernt ist, fahren. Hier, zwischen den Wohnblocks, sind jede Menge Parkplätze und dort stellen wir das Womo ab. Die Fugängerbrücke über die Nidelva ist nur wenige Gehminuten vom Parkplatz entfernt, ideal für Gehfaule wie wir.

Hat man die Brücke überquert, ist es auch nicht mehr weit bis zum Nidaros-Dom. Er ist einer der größten mittelalterlichen Sakralbauten Nordeuropas und Wahrzeichen der Stadt. Der Eintritt kostet stattliche 10 Euro, die wir klaglos zahlen. Leider findet während unseres Besuchs zeitgleich ein Orgelkonzert statt, so dass wieder nur eine sehr eingeschränkte Besichtigung möglich ist.

Dafür entschädigen wir uns mit einer Waffelpause zu Füßen des imposanten Doms. Wir genießen die süße Köstlichkeit und lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Anschließend spazieren wir gemütlich weiter zur historischen Brücke und bewundern die malerischen Speicherhäuser.

Und weil wir uns von dieser Kulisse regelrecht berauscht fühlen, machen wir auch noch ein Panoramafoto:

Hier auf der Gamle Bybroen, der alten Stadtbrücke, gibt es viel zu sehen. Vor allem Künstler kann man bei der Arbeit beobachten. Wir schauen eine Malerin über die Schulter und werden dabei noch von einem Musiker der besonderen Art unterhalten. Es handelt sich um eine Art "Flaschen-Xylophon". 

Und weil man dieses wirklich außergewöhnliche Spektaktel einfach hören muss, gibt es dazu auch noch kurze Kostprobe:

Wer mehr über den Meisterspieler erfahren möchte, klickt hier!

Auf dem Rückweg zum Parkplatz kommen wir noch am Rathaus und an der König-Olav-Statue vorbei, bevor es über die Fußgängerbrücke zurück zum Womo geht.

Auf der E 6 fahren wir weiter nordwärts bei unverändert herrlichem Wetter. Die sicher reizvollere Rv 17 ab Steinkjer lassen wir links liegen, den Kystriksveien haben wir ebenfalls schon 2012 kennengelernt. Ab Trondheim wird der Verkehr im Übrigen spürbar weniger, die Anzahl der Campingplätze allerdings auch. Da wir gerne Strom haben und die Geborgenheit einer geschlossenen Anlage bevorzugen, hatten wir schon Bedenken, keinen Platz mehr zu finden. Aber dann hat unser Schutzengel wieder aufgepasst und uns auf Brekkvasselv Camping aufmerksam gemacht, etwa 20 Kilometer vor Namsskogan gelegen.

Zugegeben, ich bin auch schon einigermaßen kaputt, es war wieder ein verdammt langer Tag mit vielen Höhepunkten. Der Platz in Brekkvassel befindet sich erst im Aufbau, aber die Hütten und die Sanitäranlagen machen einen guten Eindruck und der Chef ist ausgesprochen freundlich.

Wir haben Platz ohne Ende, die Sonne scheint und wir können wieder grillen. Und weil es windstill ist, kann man im vorbei ziehenden Fluss herrliche Wasserspiegelungen sehen. Hier eines meiner Lieblingsbilder:

Mit diesem wunderbaren Blick auf den Fluss endet Teil 6. Am nächsten Tag geht die Fahrt auf der E 6 weiter. Ziel: die Fähre von Bodo auf die Lofoten. Wenn Sie mitkommen möchten, klicken Sie auf den entsprechenden Link.

Alesund-Runde Lofoten Start Reisebericht