In Teil V unserer Skandinavienreise werden wir "Fjord-Norwegen" von seiner schönsten, nämlich der sonnigen Seite, kennen und lieben lernen. Wir verlassen die Lofoten mit unvergesslichen Erinnerungen und einer Unzahl von Fotos. Die Fähre bringt uns von Svolvaer nach Skutvik, auf dem weiteren Weg nach Süden verlassen wir in Fauske die " E 6" und wechseln auf die berühmte Straße "RV.17", der "Kystriksveien" gilt vielen als schönste Autoroute der Welt. Später überqueren wir ein zweites Mal den nördlichen Polarkreis, weitere Stationen dieses Teilstücks sind Trondheim, Kristiansund und Alesund.

Eine Fotoshow mit 52 Bildern gibt es vorab bereits hier:

Skandinavien 2009 - Teil V

Sonntag, 28. Juni 2009

Tagesziel: Nygardsjoen (norwegisches Festland), gefahrene Kilometer: 287, Übernachtung: Fjordcamp Kjellingstraumen, Preis: 60 Euro

 

 

 

 

Ein letztes Foto von dem traumhaften Ausblick unserer Terrasse in Kleppstad, dann heißt es Abschied nehmen. Wieder einmal! Mit der Reservierung für die Fähre in der Tasche fahren wir die 18km nach Svolvaer. 40 Minuten vor der Abfahrt um 11 Uhr sollten wir am Anleger sein. Wir waren natürlich schon um 9.30 Uhr vor Ort. Könnte ja etwas passieren! Dass uns ein Elch vor den Wagen läuft, diese Hoffnung hatten wir zu dem Zeitpunkt  längst aufgegeben. Als wir in Svolvaer ankommen, war "Lane 1" bereits zugestellt. Wir fuhren trotzdem ganz nach vorne und zwar in der Reihe der "Reservierungen". Ein herrliches Gefühl!

Dass die Norweger ein relaxedes Völkchen sind, zeigte sich einmal mehr beim Abkassieren der Fährgebühren. Das Procedere begann erst 45 Minuten vor der geplanten Abfahrt. Wir kamen auch hier zuerst an die Reihe, zeigten unsere Bestätigung (die Bezahlung erfolgte mit Kreditkarte: 450 NKr für den Pkw und zwei Erwachsene) und trugen lediglich unsere Namen in eine Passagierliste ein.

Endlich durften wir dann an Bord unserer Fähre. Später erfuhren wir, dass einige potentielle Passagiere auf der Strecke geblieben waren. Pech, wenn man auf die Fährverbindung angewiesen ist und keine Reservierung vorgenommen hat! Wer nicht mit an Bord war, verpasste eine, besonders in der ersten von insgesamt zwei Stunden dauernden Überfahrt, grandiose Inselwelt, die an den Stockholmer Schärengarten erinnert, natürlich ein paar Nummern kleiner! Sehr sehenswert auch das Hafenstädtchen Skruva, einziger und regelmäßiger Haltepunkt der Überfahrt. Zwar war das Wetter nicht postkartentauglich, aber die Motive allemal.

Sehr empfehlenswert auch die an Bord angebotenen Waffeln mit Marmelade und einer Tasse Kaffee für preiswerte 47 NKr, von den Waffeln verdrückten wir unter staunenden Blicken der Mitreisenden gleich noch eine zweite Portion.

Nach der Ankunft in Skutvik hatten wir noch eine ansehnliche Strecke vor uns, die über Fauske, den Saltstraumen und Kjopstad zu unserem Quartier in Nygardsjoen führte. Einen Zwischenstopp  legten wir an der schönen Brücke über den "Saltstraumen" ein.  Alle sechs Stunden stürzen hier unfassbare 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch die nur 150m breite Meerenge, dabei erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 40kmh.

Gegen 18.00 Uhr erwartet uns das heutige Tagesziel, das "Fjordcamp Kjellingstraumen", wunderbar gelegen an der gleichnamigen Brücke, die ebenfalls mit fantastischen Aussichten lockt.

Im Bild rechts trafen wir auf den Betreiber des Campingplatzes, der uns stolz die Hütte zeigte, die von Weitem wie ein kleines Haus wirkte und auch im Innern mehr Haus als Hütte war. Alles supergemütlich und liebevoll eingerichtet, auch strategisch lag unser Domizil günstig, gleich gegenüber befanden sich die Gemeinschaftseinrichtungen wie Toiletten und Duschen. Praktisch! Zum Abendessen gab es heute nur ein dünnes Brokkolisüppchen a la Helmut und ein paar Scheiben Brot.

Morgen geht die Reise auf der legendären "RV. 17", der "Kystriksveien", die von Steikjer bis Bodo führt weiter (www.rv17.no). Wir sind gespannt, ob sie ihrem Anspruch, die "schönste Küste der Welt"  zu besitzen, gerecht wird. 

Montag, 29. Juni 2009

Tagesziel: Korgen, gefahrene Kilometer: 451, Übernachtung auf der Anlage "Korgen Camping", Preis für die Übernachtung: 44 Euro

 

 

 

 

Derzeit scheint es der Wettergott wirklich gut mit uns zu meinen. Auch heute lächeln uns frühmorgens um 7.00 Uhr wieder Sonnenstrahlen entgegen. Wir nehmen Abschied von unserem Knusperhäuschen in Nygadsjoen. Ein strammes Programm wartet auf uns, denn die "RV.17" fordert ihren Tribut ... in vielen Pausen. "Auf der schönsten Küstenstraße der Welt", so der Werbeslogan, kommt man nur langsam voran, denn es gibt viel zu sehen: Fjorde, reißende Flüsse, Gletscher, verschneite Berggipfel und "Meer".

Kurz nach Ornes werden wir auf ein Hurtigruten-Schiff aufmerksam und verfolgen es. Kurz bevor es in den dortigen Hafen einläuft, erwischen wir es und machen noch ein paar Fotos. Bis es so weit war, musste ich jedoch desöfteren den Rückwärtsgang einlegen, weil die Straße plötzlich ins Nichts führte oder unbefahrbar war. Aber was tut man nicht alles für ein schönes Foto?

Wenn es so weiter geht, wird es ein langer Tag. Auch zwei Fahrten mit der Fähre stehen heute wieder auf dem Programm. Besonders auf die zweite, von Jektvik nach Kilboghamn, die 60 Minuten dauert und 190 NKr kostet, freuen wir uns schon. Für die Recherche der Fährverbindungen auf der Straße Nr. 17 empfiehlt sich das "Reisehandbuch Kystriksveien" (www.rv17.no). Unsere Bedenken wegen der nicht all zu üppigen Kapazitäten waren grundlos. Wir bekamen auf beiden Fähren locker Tickets.

Vor den Fährüberfahrten standen jedoch noch einige Tunnelfahrten an, wir sind nämlich nicht nur im "Land der Brückenbaumeister", sondern auch im "Land der Tunnel" unterwegs. Leider sind Letztere in der Regel ziemlich schlecht beleuchtet, schmal und verfügen auch selten über Ausweichzonen, dafür sind sie mehrere Kilometer lang. Die Experten des ADAC könnten sich hier in Sachen "Tunneltest" nach Herzenslust austoben. Wir durchfahren u.a. den "Glomfjordtunnel" mit 2.233 Metern, einen weiteren Tunnel mit schon ganz beachtlichen 3.232 Metern Länge und schließlich den "Svartis", der stolze 7.615 Meter misst. Anschließend wurden wir allerdings auch mit einem Blick auf besagten Svartisengletscher belohnt, dessen Zunge beinahe ängstlich vor dem Wasser zurück zuckt.

Das Bild rechts zeigt das Tourist-Office, von dessen Standort man diesen herrlichen Blick auf den Gletscher hatte. Weiter ging die Fahrt auf der "RV.17", wir mussten nach Jektvik, wo wir auf die Fähre nach Kilboghamn fuhren. Mit den Tickets gab es keinerlei Probleme. Während wir auf dem glatten Wasser sanft dahin gleiten, überqueren wir ein zweites Mal den Polarkreis.

Der kleine stählerne Globus war natürlich etwas enttäuschend. Bei weitem nicht so beeindruckend wie der "Arctic Circle" in Rovaniemi. Also beschlossen wir, von Mo i Rana wieder Richtung Norden zu fahren. Wir wollten unbedingt unser "Polarkreis"-Erlebnis in Norwegen haben. Gegen jede Vernunft! Vielleicht war der erste Besuch auf dieser imaginären Linie wirklich eine Art mystischer Fingerzeig. Wir wissen es nicht. Aber spätestens als wir am "Arctic Circle Norway", 25km nördlich von Mo i Rana an der "E 6" gelegen, ankamen, wussten wir, dass es, allen Umwegen zum Trotz, die richtige Entscheidung war. Leider gab es hier keine Waffeln, wir mussten uns mit Kuchen begnügen, aber das war zu ertragen.

Viele Besucher waren nicht hier, obwohl hier die Temperaturen beinahe sommerlich waren. Irgendwie wartete ich immer darauf, dass gleich Harry Potter um die Ecke kommen müsste. Der kam aber nicht, trotzdem stellte sich dieses merkwürdige Nordland-Kribbeln ein. Es herrschte Aufbruchstimmung und das in dieser Ödnis, hier wachsen nämlich nur noch Moose und Flechten ... und Steinmännchen. Davon gibt's auch hier jede Menge. Die Wächter des Polarlichts sozusagen. Wahrscheinlich hat die lange Fahrt schon Spuren hinterlassen, ich bin da leider nicht objektiv. Es war aber augenscheinlich an der Zeit, die Fahrt nach Süden fortzusetzen. Bis zu unserem Quartier nach Korgen waren noch etwa 65 Kilometer zurückzulegen.

In einem Reisebericht hatten wir gelesen, dass der Platz direkt an der "E 6" liegen würde und es dort sehr laut wäre. Das können wir nicht bestätigen, "Korgen Camping" liegt ein gutes Stück von der Hauptverkehrsstraße, etwa einen Kilometer, entfernt und die wenigen Autos, die hier vorbei fahren, sind nicht der Rede wert. Der Platz selbst ist äußerst großzügig angelegt, die Hütten sind weit auseinander, das ganze Areal macht einen topgepflegten Eindruck. Wir durften in der Hütte "Wien" residieren. Auch die Sanitäranlagen waren sehr sauber, so dass ich mir eine Dusche gönnte. die herrliche Lage am Fluss Rossaga, der sich hier durch den Ort schlängelt, lädt zu einem längeren Aufenthalt ein.

Die vielen (Foto)-Pausen an diesem Tag hatten ihren Preis. Wir waren todmüde und gingen früh schlafen. Auch wenn die Wetter-SMS aus Deutschland für den morgigen Dienstag Regen voraussagten. Aber was heißt das schon?

 

Dienstag, 30. Juni 2010

Tagesziel: Viggja, gefahrene Kilometer: 496, Übernachtung auf dem Platz "Trasavika Camping", Preis für die Übernachtung: 37 Euro

 

 

 

 

 

Der Internet-Wetterdienst hatte sich schon wieder getäuscht. Wir waren offensichtlich endlich im Sommer angekommen, denn die wärmenden Strahlen begrüßten uns auch an diesem Morgen. Um 7.00 Uhr kletterte ich aus den spärlichen Federn des Schlafsacks. Die Reise ist sicher keine Erholung im herkömmlichen Sinn, aber vielleicht eine Erholung "für die Sinne"!.

Nach einem wie immer wehmütigen letzten Blick auf die Hütte "Wien" verabschieden wir uns aus Korgen und schauen nach vorne: Trondheim ist das Hauptziel des Tages, unser Quartier befindet sich weitere 40km südlich an der "E 39" in Viggja, der Campingplatz "Trasavika Camping". Wieder müssen wir fast 500km zurück legen, aber die "E 6" bietet tolle Aussichten auf unzählige große und kleine Fjorde, Badebuchten und ... Schafe!

An diesem Vormittag steht die Sonne ausgesprochen günstig. Sicher wusste sie, dass wir unsere Digitalkameras im Anschlag hatten. Besonders Bilder mit Wasserspiegelungen waren daher möglich, auch wenn allmählich kleinere Wolken aufzogen und das makellose Blau in den Hintergrund verdrängten. Es wurde auch zunehmend schwül, fast 25 Grad. Eine Temperatur, die wir nach fast drei Wochen Skandinavien fast schon für utopisch hielten.

Unsere Route führt uns u.a. auch am "Namsskogan Familienpark" vorbei. Hier gibt es Elche, Bären, Wölfe und jede Menge anderes "Getier". Ein Ausflugsziel für einen evtl. Wiederholungsurlaub. Wir aber mussten weiter, denn wir hatten noch nicht einmal die Hälfte unseres Tagespensums geschafft. In Steinkjer, dem südlichen Ausgangspunkt der "RV.17", fahren wir ins Tourist-Center. Dort gibt es jede Menge Prospekt- und Infomaterial, u.a. auch von Trondheim, Oslo und Alesund, Ziele, die noch vor uns liegen. Trondheim erreichen wir leider erst um 16.30 Uhr. Für eine ausführliche Stadtbesichtigung natürlich viel zu wenig Zeit, aber für einen Besuch des Nidaros-Doms sollte es reichen.

Unglücklicherweise waren wir so spät dran, dass wir keinen Eintritt mehr zahlen mussten. Ja, Sie lesen richtig: unglücklicherweise! Denn das bedeutet nämlich, dass nur noch eine Besichtigung im "Schweinsgalopp" möglich ist. Dabei hätten wir die 50 NKr in diesem Fall wirklich gerne bezahlt. So blieben gerade mal 30 Minuten für die Besichtigung dieser großartigen Kirche.

Der Nidaros-Dom ist ein wirklich gewaltiges Bauwerk (Länge: 100 Meter!), das den Besucher sofort in seinen Bann zieht. Alleine die Gestaltung der Westfassade mit seinen 59 (!) großen Statuen ist atemberaubend. Für die Innenbesichtigung bleiben nur Minuten. Ich bin an das Ende der Westfassade gegangen und habe das Gebäude auf mich wirken lassen. Vergleichbares ist mir lediglich im Petersdom widerfahren. Obwohl es im Nidaros-Dom sehr dunkel ist, strahlt das Bauwerk eine göttliche Schönheit aus.

Gegen 17.45 Uhr mussten wir die Kirche leider schon wieder verlassen. Es blieb noch Zeit für einen kurzen Bummel, der uns zum Nidelv führte. Wir schlendern über die "Gamla Bybrua", die Alte Stadtbrücke, die 1861 von Carl-Adolf Dahl erbaut wurde. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf die alten Speicherhäuser, die um so schöner sind, wenn der Flussgott mitspielt. In diesen Situationen können sogar aufziehende Gewitter reizvoll sein.

Das Gewitter, das sich über uns zusammen zu brauen schien, zog unverrichteter Dinge weiter. Auf dem Weg zum Parkplatz legten wir noch einen kurzen Stop an der mehr als 800 Jahre alten Var Frue Kirke und an der 18 Meter hohen Statue von Olav Tryggvason, dem Wikingerkönig ein, der Trondheim im Jahre 997 gründete. Bevor wir Trondheim verließen, machten wir abschließend einen Abstecher zum 120 Meter hohen Aussichtsturm "Tyholttärnet".

Erfreulicherweise musste man keine Gebühr für die Fahrt nach oben zahlen. Das liegt daran, dass sich hier das Aussichts-Restaurant "Egon" befindet, das geschmackvoll eingerichtet ist, mit einer vielseitigen Speisekarte glänzt und vergleichsweise preiswert ist. So kann man sich z.B. am Pizza- und Saltabüfett für etwa 12 Euro satt essen. Und natürlich gibt es als Dessert die tolle Aussicht gratis!

Dann verließen wir Trondheim auf einer so genannten Autobahn, die mal ein-, mal zweispurig, dafür aber gebührenpflichtig ist. Es empfiehlt sich an der Zahlstelle die Spur "Manuell" zu wählen. Dort wirft man dann die zu entrichtende Gebühr in den Trichter und erhält sogleich eine grüne Ampel für die Weiterfahrt. Als wir die Autobahn verließen, kamen wir noch an einem Zahlautomaten vorbei. Wir hatten weder Kleingeld und auch die Kreditkarte wurde nicht akzeptiert. Stattdessen spuckte der gefrässige Kasten einen Beleg über 34 NKr aus,zahlbar innerhalb von zwei Wochen!. Ein äußerst merkwürdiges und nur schwer durchschaubares System. In jedem Fall sollte man reichlich Kleingeld auf eine derartige Reise mitnehmen in 5er, 10er und 20er-Stückelungen.

Endlich, um kurz nach 20.00 Uhr erreichten wir den Trasavika-Campingplatz. Die Lage war nicht sehr berauschend, die Hütten auch nicht, aber wir waren müde und erschlagen. Nach einem schnellen kalten Abendessen und dem Schreiben dieser Zeilen ging es um 22.30 Uhr ins Bett.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Tagesziel: Orskog, gefahrene Kilometer: 379, Übernachtung: Fjellstova Camping, Preis: 650 NKr (ca. 73 Euro)

 

 

 

 

Heute klingelte der Handy-Wecker schon um 6.30 Uhr. Da wir in den letzten Tagen immer reichlich spät an den Camping-Plätzen angekommen waren, entschlossen wir uns schweren Herzens zu diesem Schritt. Da wir beide, wenigstens im Urlaub, gerne länger schlafen, fiel uns das nicht gerade leicht. Aber wer etwas sehen will, der muss raus aus den Federn. "Der frühe Vogel fängt den Wurm!"

Gut, dass wir so zeitig dran waren, denn nach einigen Kilometern spielte unser Navi verrückt. Auf unserem weiteren Weg auf der "E 39" nach Kristiansund kam plötzlich ein Umleitungsschild, damit hatten weder Navi noch wir gerechnet. Wir hatten keinen echten Peil mehr und fuhren die nächste Tankstelle an. Dort klärte man uns darüber auf, dass wir die Straße "65" benutzen müssten, aber auch auf dieser ging es bei erneut sonnigem Wetter flott vorwärts.

Heute war "Fährentag". Auf der heutigen Tour von Viggja nach Alesund nutzten wir insgesamt drei (!) von diesen wunderbaren Wassertaxen. Die längste Überfahrt (Dauer ca. 35 Minuten)durften wir auf dem Teilstück von Kristiansund nach Bremsnes genießen (Preis: 142 NKr).

Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man das Salzwasser und den Wind auf der Haut spürt. Das tolle Wetter und die einzigartige Landschaft taten ein Übriges, darüber hinaus ist die Ausfahrt aus Kristiansund durchaus reizvoll. Auch Brücken und Tunnel gab es heute wieder zu bestaunen, mitunter auch zu bezahlen. In dieser Gegend Norwegens ist Autofahren richtig teuer! Eine Bank hatten wir zwischenzeitlich auch gesucht, weil wir die 34 Kronen vom Vortag noch zahlen wollten. Zusammen mit den Gebühren der Bank kostete der Spaß dann doch glatt 59 Kronen. Aber damit war die Sache dann auch erledigt.

Heute standen, neben der beinahe schon obligatorisch schönen Landschaft zwei besondere Schmankerl auf dem Besichtigungsplan: die Atlantik-Küstenstraße und Alesund. Erstere erreicht man über die "RV 64", Atlanterhavsvegen, zwischen Averoy und Eide. Die eigentliche Atlantikküstenstraße selbst ist etwa 8 bis 9 Kilometer lang und führt über mehrere kleine Inseln. Von oben sieht es wirklich fantastisch aus: die Brücken, mal kühn, mal anschmiegsam konstruiert, ergänzen die Landschaft so, als ob sie schon immer hier gewesen wären. Leider stand die Sonne zum fotografieren etwas ungünstig, aber ein besonderes Erlebnis war es auf jeden Fall.

Nicht umsonst wurde die Straße von den Norwegern selbst zum "Bauwerk des Jahrhunderts" gewählt. Vom Straßen-, Brücken- und Tunnelbau verstehen die Norweger wirklich eine ganze Menge! Und wenn man sich Zeit nimmt, kann man auch kleine Juwelen entdecken, z.B. dieses Fischerboot:

Das diesige Wetter begleitete uns bis Alesund, aber immerhin waren wir heute schon um 16.00 Uhr vor Ort. Vorher durfte wir aber noch einmal mit der Fähre von Molde nach Vestnes fahren. Ein wahrer Genuss. Molde hat auch in der Tat einiges zu bieten: ein für eine Kleinstadt bemerkenswert schönes Fußballstadion, ein noch schöneres Rica-Hotel und eine unbeschreibliche Hafenausfahrt.

In Alesund fuhren wir zunächst zum Aussichthügel Aksla, den man auch zu Fuß über 418 (!) Treppen erreichen könnte. Da zogen wir doch das Auto vor, auch wenn die Anfahrt gegen Ende ziemlich abenteuerlich war. Zum Teil ging es nur einspurig nach oben, man sollte auch immer auf der Hut vor Gegenverkehr sein. Oben lockt eine fantastische Aussicht auf die Stadt, die auf drei Inseln liegt.

Zum falschen Sonnenstand gesellte sich auch noch eine dicke Nebelsuppe, die das Sehvergnügen doch erheblich einschränkte. Trotzdem war die "Jewel of the Seas", die sich stolz im Hafen präsentierte, ein mehr als edler Blickfang. Die amerikanischen Touristen, die wir oben am Aussichtspunkt trafen, waren denn auch völlig aus dem Häuschen, als sie "ihr Schiff" da unten entdeckten. Nachdem wir die Höhen von Alesund erkundet hatten, suchten wir uns einen Parkplatz im Zentrum. Dann schlenderten wir gemütlich im Jugendstilviertel, gönnten uns ein Eis und erfreuten uns an den schönen Aussichten, die uns hier geboten wurden.

Gegen 18.00 Uhr fuhren wir die letzten 30 Kilometer zu unserem Quartier, dem "Fjellstova Campingplatz" in Orskog. Hier erwartete uns eine voll ausgestattete Hütte mit getrenntem Wohn-/Schlafraum mit Küche sowie Dusche und WC. Der Preis war denn auch entsprechend (650 NKr). Aber irgendwie war die Atmosphäre dort etwas dröge. Der Platz liegt unmittelbar an der "E 39" in ebenem Gelände. Zum Duschen und Übernachten war es in Ordnung, mehr aber auch nicht.

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Teil VI - Geiranger+ Trollstigen

Teil IV - Vesteralen + Lofoten
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