29. Okt. 2008 (Anreise)

Für die Anreise nach Savona hatten wir ca. 10 - 11 Stunden veranschlagt. Nachdem die gesamte Strecke ausschließlich über die Autobahn führte, war dies eine realistische Einschätzung. Geplant war eine Fahrt über München, Innsbruck, Brenner, Gardasee, Savona. Da wir auch noch ein Navigationsgerät unser eigen nennen, sollte es eigentlich noch einfacher werden. Dachten wir.

Am Mittwoch, dem 29. Okt. 2008 um 8.00 Uhr war es dann endlich so weit. Wir fuhren los. Costa Victoria - wir kommen. Der Tag war nicht dazu angetan, Luftsprünge zu machen. Ein typischer Herbsttag eben. Trüb, bewölkt, ungemütlich, aber angesichts der bevorstehenden Kreuzfahrt interessierte uns das herzlich wenig. Interessanter war da schon der Hinweis unseres Navis. Das schickte uns ab München plötzlich Richtung Lindau, was wir aber auf keinen Fall wollten. Eine Weile folgten wir ihm, immer noch in der Annahme, das Navi würde uns schon dorthin lotsen, wo wir wollten. Aber keine Chance. Technik kann verdammt stur sein. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis wir ahnten, was los war. Das Navi wählte die zwar kürzere Strecke über die Schweiz, aber dafür hätten wir ein "Pickerl" gebraucht und eine Strecke fahren müssen, die uns unbekannt war. Also umgedreht und Richtung "Innsbruck" eingeschlagen. Sonja gab Zwischenziele ins Navi ein und endlich kapierte das Ding, was wir wollten. Leider kostete uns dieses Experiment etwa eine Stunde Zeit. Was lernen wir daraus? Ein kritischer kontrollierender Blick in eine Straßenkarte kann nicht schaden und sein Hirn sollte man sowieso nie ausschalten! Aber wir sind ja beinahe schon altersweise und noch lernfähig.

Die Lernfähigkeit führte am Gardasee dann so weit, dass wir beschlossen, das Navi zu übertölpeln. Das war unser zweiter Fehler. Die Anweisung, die Ausfahrt "Desenzano" im Süden des Gardasees zu nutzen, ignorierten wir, stattdessen bretterten wir weiter Richtung "Verona", bis uns auch hier Zweifel kamen. Diese wurden schließlich so stark, dass wir doch wieder dem Navi folgten. Eine weitere halbe Stunde war damit der Ölindustrie gewidmet. Ab jetzt machten wir keine Extratouren mehr, zumal der Verkehr zunahm. Über Brescia, Cremona und Piacenza ging es weiter Richtung Genua. Allmählich merkte ich, dass die Strecke doch deutlich länger war als jene im Vorjahr nach Venedig. Zu allem Überfluss begann es dann auch noch zu regnen und als die Dämmerung hereinbrach, war die Fahrt kein Vergnügen mehr. Ich machte eine erzwungene Pause, um einen Espresso zu trinken und den Kreislauf wieder etwas in Schwung zu bringen. Es strengte mich mehr an, als ich zugeben wollte.

Aus dem einsetzenden Regen wurde schließlich ein ausgewachsener Sturm. Als wir Genua hinter uns gelassen und das Ligurische Meer vor uns hatten, peitschten die Regentropfen in einer waagrechten Front nach unten. Es war grausam. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir freilich noch nichts von den Wetterkapriolen, mit denen unsere Mitreisenden zu kämpfen hatten. Wir waren mit uns beschäftigt und kämpften uns von Tunnel zu Tunnel. Es müssen hunderte gewesen sein. Endlich die rettende Hinweistafel: Finale Ligure. Das erste Etappenziel war damit zum Greifen nah. Runter von der Autobahn und die restlichen Kilometer noch konzentriert hinter sich gebracht, das konnte doch nicht so schwer sein. War es aber doch. In meinem Wahn, die richtige Abzweigung ja nicht zu verpassen, geriet ich auf die Gegenfahrbahn und verweilte dort für Sonja eine schiere Ewigkeit. Mir kam das nicht so vor, zumal auch die anderen Autofahrer ob des Unwetters nur noch im Schritttempo unterwegs waren und man von "Sicht" nicht mehr wirklich sprechen konnte.

Gegen 19.00 Uhr erreichten wir unser erstes Etappenziel: das Hotel Noris in Finale Ligure. Etwas abseits vom Strand gelegen, ca. 200 Meter bergauf, lag es sehr idyllisch. Von dieser Idylle bekamen wir an diesem Abend aber nichts mehr mit. Wir waren hundemüde und heilfroh, endlich angekommen zu sein. Unser Auto parkten wir direkt am Haus. So weit wir das beurteilen konnten, waren außer uns vermutlich noch zwei weitere Paare im Hotel untergebracht, die wir jedoch nie zu Gesicht bekamen. Im Hotel wurden wir von einer perfekt italienisch (wen wundert's) sprechenden Dame mittleren Alters erwartet. Ich machte ihr klar, dass eine Portion Spaghetti ganz wunderbar wäre. Sie versprach, ein gutes Wort beim Koch für uns einzulegen und führte uns auf das Zimmer, das einen sehr guten Eindruck machte. Überhaupt war das Noris eine gute und preiswerte Wahl. Wir zahlten 90,00 Euro für das Doppelzimmer inkl. Frühstück. Eine kurze Kritik zum Hotel ist auf dem Portal von Holidaycheck nachzulesen.

Die nach längerer Zeit erste Nacht in einem fremden Bett war unruhig. Und das lag ausschließlich am Sturm, der über uns tobte. Die auf dem Balkon unseres Zimmers angebrachte Markise ächzte und stöhnte, als ob sie jeden Augenblick aus der Verankerung brechen wollte. Der Plastikstuhl und das kleine Tischchen waren nur ein Spielball der Windböen. Was würde wohl der nächste Tag bringen? Um 7.00 Uhr wurde ich wach und warf einen Blick aus dem Fenster. Just in dem Augenblick sah ich die Costa Victoria, die durch das aufgewühlte Ligurische Meer stampfte. Leider war ich nicht schnell genug, um meinen Fotoapparat startklar zu machen. So bleibt nur dieses Bild, das immerhin die meterhohen Wellen zeigt, die nichts Gutes erahnen ließen.

Mit einem mulmigen Gefühl packten wir unsere sieben Sachen und fuhren mit dem Aufzug nach unten. Dieser Aufzug ist so ziemlich das einzige Teil im Noris, das augenscheinlich nicht renoviert bzw. ersetzt worden ist. Er ruckelte und ächzte und brauchte eine kleine Ewigkeit bis er unten war. Sollte das etwa ein schlechtes Omen sein? Im Frühstücksraum hatte man ein kleines Buffet hergerichtet, wir waren offensichtlich die einzigen Gäste und der Koch, der sich auch als Besitzer des Hotels vorstellte, begrüßte uns erst einmal herzlich. Immerhin war mit ihm eine Unterhaltung in Englisch möglich und unter Hinweis auf das katastophale Wetter meinte er doch allen Ernstes, er glaube nicht, dass die Victoria heute auslaufen würde. Stattdessen schlug er uns vor, bei der Reederei in Savona anzurufen. Den gutgemeinten Rat befolgten wir jedoch nicht, sondern labten uns an Kaffee und frischen Brötchen. Der Aufenthalt im Hotel Noris neigte sich dem Ende zu. Wir verabschiedeten uns gegen 8.00 Uhr und machten uns über die Küstenstraße auf den Weg nach Savona.

Für die Interessierten unter den Lesern gibt es hier noch ein paar Bilder vom Hotel, die sich nach Klick vergrößern:

30. Okt. 2008, Einschiffung und Abreise

Mit sehr gemischten Gefühlen traten wir die Fahrt nach Savona an. Immerhin regnete es nicht mehr, aber der Wind pfiff durch alle Ritzen, gefühlte Windstärke "Sehr heftig". Unter anderen, sonnigeren, Bedingungen wäre die Fahrt sicher sehr reizvoll gewesen, so aber beobachteten wir mit Sorge das Spiel der Wellen und Wolken. Was würde uns Petrus wohl für Abwechslungen bieten? War es am Ende doch ein Fehler, die Reise zu dieser späten Jahreszeit zu buchen? Aber wir hatten ja keine Wahl.

Irgendwann war ein Milchlaster vor uns. Als er in eine Kurve fuhr, die gefährlich nah am Küstenstreifen war, machte es plötzlich "schwapp" und der Lkw verschwand für kurze Augenblicke unter einem "Mini"-Tsunami. Sonja stieß einen kurzen, aber heftigen Schrei aus, aber uns blieb dieser unerquickliche Waschgang gottseidank erspart. Von jetzt an beobachteten wir das Auf und Ab der Wellen noch genauer und auch der eine oder andere Blick zum wolkenverhangenen Himmel machte uns nicht wirklich ruhiger. Immerhin war es ja nur eine kurze Strecke, die wir zurückzulegen hatten und als wir das Industriegebiet Savonas am westlichen Stadtrand erreichten, lugte sogar die Sonne schon recht vorwitzig durch das anfangs undurchdringlich scheinende Wolkenmeer. Die Anreise von Finale Ligure nach Savona zum Hafen ist völlig unkompliziert. Das wenig einladende Gelände am westlichen Stadtrand ist zu vernachlässigen, schon bald reihten wir uns in die üblichen Verkehrsstaus ein und folgten dann der Beschilderung "Palacrociere".

Im Vergleich zu Venedig ist der Verkehr trotzdem nicht ganz so chaotisch und alles wirkt übersichtlicher. Im Hafengelände angekommen sahen wir von der "Victoria" freilich noch nichts, sie hatte sich hinter dem Terminal versteckt. Wir folgten den Hinweistafeln "Costa Victoria" und erreichten unser Ziel gegen ca. 9.15 Uhr. Von fleißigen Händen wurden uns sofort die Koffer abgenommen, eine Hostess informierte uns, dass der Zustieg über das östliche Gate erfolgen würde, was noch zu Irritationen führen sollte. Ein Mitarbeiter von Costa übernahm unseren Wagen und knöpfte uns auch gleich 100,00 Euro Parkgebühr für 11 Tage ab. Das neue Kreuzfahrtterminal wurde jüngst durch einen dritten Liegeplatz für Schiffe bis 325 Meter Länge erweitert. Die Reederei hat sich den Spaß 8,7 Millionen Euro kosten lassen und plant für 2009 mit etwa 182 Schiffsankünften. Bis 2010 soll noch ein weiteres Terminal hinzukommen, Costa setzt seinen Expansionskurs also fort. Uns interessierten diese Zahlen freilich weniger als unsere Einschiffungsnummer und da erhielten wir, zu unserer eigenen Überraschung, doch tatsächlich die "Nummer 1". Ein gutes Omen!

Wir bekamen nicht nur die "Nummer 1", später bei der Rückkehr stellten wir auch fest, dass unser Wagen an vorderster Front abgestellt war. Alles in allem eine ziemlich übersichtliche Angelegenheit in Savona. Im Terminal, von Koffern befreit, angekommen, machten wir es uns erst einmal auf einer der vielen Sitzgelegenheiten bequem. Wir hatten nicht vor, die Stadt Savona näher zu erkunden, die Zeit würde auch so schnell vergehen. Nachdem die Sonne allmählich die Oberhand gewann, wagten wir uns auch auf die schön gestaltete Terrasse und ich machte mich auf die Suche nach der "Victoria", die ich endlich, wenn auch nur mit der Bugspitze, zu Gesicht bekam.

Da hatten sie sie also versteckt, die ehrwürdige Dame. In voller Pracht konnte man sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestaunen. Also warteten wir ab, bis wir an Bord durften. Leute beobachten kann ja mitunter auch ganz amüsant sein. Die gute Laune hielt jedoch nicht lange an. Das lag daran, dass Sonja von ihrer Neugier übermannt oder besser gesagt "überfraut"  wurde und unbedingt einige Passagiere, die das Schiff verließen, nach ihren Erfahrungen fragte. Kurz entschlossen erkundigte sie sich gleich bei einem Ehepaar, das direkt an uns vorbei ging. Wie von mir befürchtet erzählten sie von einer schlaflosen Nacht. Es wäre so schlimm gewesen mit dem Seegang, dass die Kellner die Kaffeemaschinen festhalten mussten, damit sich diese nicht verselbständigten. Überhaupt erzählten sie wahre Horrorgeschichten, was das Wetter betraf. Mehrmals wären Teller während des Servierens zu Bruch gegangen und auch die eine oder andere Hose machte Bekanntschaft mit heißen Flüssigkeiten in Form von Suppen, die über den Tellerrand schwappten. Zwischenzeitlich telefonierte ich mit meiner Mutter in Deutschland und holte akutelle Wetter-News ein. Die versprachen nichts Gutes. Bis Casablanca sollte es Regen geben, so die Vorhersage. Das konnte ja heiter werden. Angesichts des blauen Himmels, den wir noch vor Augen hatten, kaum vorstellbar.

Allmählich füllte sich das Terminal und plötzlich kam Bewegung in die Menge. Wir stellten uns, wie von der Hostess empfohlen, am östlichen Aufgang an. Zu unserer Überraschung tat sich dort aber nichts. Am anderen, westlichen, Ende des Terminals gingen sie schon an Bord. Tja, dumm gelaufen mit unserer "Nummer 1". Es half nichts. Wir gingen also mit unserem Handgepäck zum westlichen Aufgang, reihten uns ein und waren dann auch innerhalb weniger Minuten durch die Kontrolle und eh wir uns versahen, standen wir an dem Steurrad, an dem das Begrüßungsfoto gemacht wurde (wer es noch einmal sehen möchte, es ist am Anfang dieser Seite!). Wir hatten es also geschafft. Es war gerade mal 13.00 Uhr und wir waren auf unserem schwimmenden Hotel, der Costa Victoria. Dort sprach mich auch gleich ein freundlicher Herr in Deutsch an und wir plauderten ein wenig. Später stellte sich heraus, dass es sich dabei um Peter, den deutschen Host handelte. Er stand uns noch das eine oder andere Mal mit Rat und Tat zur Seite, war freundlich, zuvorkommend, kompetent. So, wie man sich das vorstellt.

Über das Atrium auf Deck 5 betraten wir die "Victoria", die so ganz anders ist als die Costa Mediterranea. Nicht so verspielt, nicht so schrill und bunt, vielmehr orientierte man sich hier wohl mehr am klassischen Design. Die hellen Farben vermitteln Behaglichkeit und Wärme und eine gediegene, eher zurückhaltende Eleganz. Das war unser erster Eindruck. Natürlich fielen uns auch sofort die gläsernen Aufzüge auf, auch hier ein imposanter Mittelpunkt der Costa-Architektur. Begleiten Sie uns mit den folgenden Bildern zu unserer Kabine Nr. 10440 auf dem Norma-Deck:

Der erste Eindruck der Kabine war nicht ganz so euphorisch. Sie war noch kleiner als auf dem Vorschaubild und kniff unter den Achseln. Hier wurde das Hauptaugenmerk wirklich auf die Rendite gelegt. So klein wie gerade noch vertretbar, aber für XL-Passagiere eher ungeeignet. Immerhin konnten wir unser Gepäck verstauen und alles von der Toilettenspülung bis zur Dusche und zum Fernseher funktionierte einwandfrei. Ein Lämpchen der Deckenbeleuchtung versagte immer mal wieder seinen Dienst, was zu verschmerzen war und mein Nachttisch erinnerte von Ferne an ein IKEA-Regal light. Die Schubladenführungen waren längst Geschichte und man musste jeden Schub immer schön einzeln hochheben und rausziehen, aber auch das war nur ein marginales Problem. Alles in allem sind zumindest die Innenkabinen nicht mehr zeitgemäß und im Vergleich zu moderneren und größeren Schiffen nur zweiter Sieger. Das alles wussten wir allerdings vor der Buchung, aber bekanntlich ist es ja immer ein Unterschied, ob man etwas nur auf einem Bild oder im Film sieht oder in Natura damit konfrontiert wird.

Als nicht so zweckmäßig erwies sich die Tatsache, dass die Kabinentür nicht mit der Costa-Karte geöffnet werden konnte. Hierzu benötigte man eine eigene, etwas groß geratene, Zimmerkarte. Aber auch damit lernten wir zu leben. Auf dem Bett befand sich die schon erwähnte Costa-Karte und natürlich das unverzichtbare "Today". Auch die Tischkarte lag parat, so dass wir gleich überprüfen konnten, ob diesmal die Reservierung für die erste Sitzung geklappt hatte. Das war zum Glück der Fall. Nachdem unsere Koffer noch nicht alle in die Kabine gebracht worden waren, machten wir eine erste Stippvisite auf dem Rigoletto-Deck 11 im Buffet-Restaurant Bolero. Auch hier die gleiche Farbwahl wie in weiten Teilen des Schiffes: helles Mobiliar, blauer Teppichboden. Alles sehr freundlich, aber nicht so großzügig wie auf der Mediterranea. Dass sich das Buffet-Restaurant nur ein Stockwerk über unserem Kabinengang befand, war auch lärmmäßig kein Problem. In der Kabine war es, trotz vieler anderslautender Bewertungen, z.B. bei Holidaycheck, immer leise (ab und an war ein Tisch- und/oder Stühlerücken zu vernehmen, aber in erträglichem Rahmen und immer nur für sehr kurze Zeit!) und wir schliefen so auch ganz hervorragend. Die Nähe zum Restaurant erwies sich auch deshalb als praktisch und angenehm, weil wir uns an den Seetagen regelmäßig auf unserem "Privatbalkon" am Bug des Schiffes aufhielten. Man konnte von dort im Bedarfsfall schnell von Deck 10 auf 11 gehen und sich mit Kaffee und Kuchen eindecken.

Die Rettungsübung wurde noch kurz vor der Abreise durchgeführt, anders als im Vorjahr, wo das erst am zweiten Reisetag passierte. Es war noch Einiges zu erledigen an diesem Tag. So wollten wir unbedingt noch unsere Ausflüge buchen. Weil wir hier im Vorjahr auf der Mediterranea mit den aufgestellten Buchungsautomaten gute Erfahrungen gemacht hatten, waren wir der Meinung, dass es diesmal wieder so funktionieren müßte. Das Gerät befand sich auf Deck 6 unmittelbar neben dem "Tour Office". Da Sonja Bedenken hatte, das Ausflugspaket schon von zuhause im Internet zu buchen, mussten wir das jetzt nachholen. Der erste Schock ereilte uns dann aber, als wir feststellen mussten, dass der Tagesausflug nach Casablanca und Rabat nicht (mehr) angeboten wurde. Hier hatten wir von Anfang an gesagt, dass uns der nur scheinbar teure Preis von 120,00 € nicht schreckt und jetzt das. Wir warteten bis das Ausflugsbüro geöffnet hatte und nahmen dann umgehend mittels ausliegender Formulare die Buchung für die Ausflüge in Casablance, Agadir (Taroudannt) und Lanzarote vor. Die freundliche Dame vom Tour Office beruhigte uns dann auch recht schnell und zerstreute unsere Ängste, in Casablanca evtl. auf eigene Faust etwas unternehmen zu müssen. Trotzdem sollten wir hier noch eine Überraschung erleben. die Kreditkartenregistrierung nahmen wir ebenfalls umgehend vor und warteten nicht ganz so lange wie 2007. Das hatte auch den Vorteil, dass die Schlangen praktisch nicht vorhanden waren. Um 16.00 Uhr hieß es dann "Leinen los", wir sagten Savona "Adieu", was uns nicht wirklich schwer fiel. Der Himmel verfinsterte sich, unsere Mienen jedoch nicht. Wir waren hoffnungsvoll, dass es Richtung Süden besser werden würde. Diese Hoffnung erfüllte sich aber leider nicht.

Gespannt waren wir auf das erste Abendessen im Restaurant "Sinfonia" auf dem Boheme-Deck. Von der Mediterranea waren wir ja sehr verwöhnt und wir hofften natürlich darauf, dass es wieder ähnlich werden würde. Auch auf unsere Tischnachbarn waren wir gespannt. Um 18.30 Uhr war es dann so weit. Wir wollten in die erste Sitzung, denn, anders als im Vorjahr, als wir im Mai cruisten, waren diesmal die Tage wesentlich kürzer und da ist es angenehmer, wenn man früher essen kann. Wir fuhren also mit dem Aufzug von Deck 10 auf Deck 5 und betraten das Restaurant, wo schon ein Heer männlicher und weiblicher Kellner wartete. Wir wurden gleich zu unserem Tisch Nr. 159 gebracht, der sich zwar im mittleren Areal befand, aber trotzdem nicht weit weg vom Eingang zum Restaurant war. Es war ein Tisch für acht Personen, die aber noch nicht alle vollzählig waren. Auch im Verlaufe des Abends blieb noch ein Paar abwesend. Auf Vorschlag einer unserer Mitreisenden stellten wir uns dann alle vor und kamen gleich ins Gespräch. Wir hatten die kürzeste und trotz der widrigen Wetterverhältnisse noch die unproblematischste Anreise. Ein Paar kam mit dem Bus über den St. Gotthard, wo Schneeketten aufgezogen werden mussten und eine Verspätung von etwa fünf Stunden das traurige Ergebnis war. Die anderen kam aus dem Norden Deutschlands und reisten mit Ryan-Air an. Wir waren in ein lockere, unkomplizierte Runde geraten. Ein Umstand, der uns sehr freute, denn bekanntlich kann man sich seine Mitreisenden ja nicht aussuchen.

Auch unsere beiden Kellner, Cris und Pastoriza, beide von den Philippinen, machten einen sehr freundlichen Eindruck, der nicht täuschte. Sie erledigten ihren Job mit Bravour! Und an dieser Stelle sei schon erwähnt, dass die Gastronomie ganz ausgezeichnet war. Waren unsere Erwartungen im Vorfeld schon ziemlich hoch, wurden diese vielleicht sogar noch übertroffen. Wir fanden die Speisen im Sinfonia wirklich hervorragend, sowohl von der Auswahl, als auch der Zubereitung, der Präsentation und natürlich vom Geschmack. Wir konnten schlemmen nach Herzenslust, wobei Sonja naturgemäß ihre Favoriten immer bei den ebenfalls vorzüglich Nachspeisen hatte. Ich falle ja unter den Typ "Allesesser" und kann mich mit (fast) allem anfreunden. Und auch wenn manche Zeitgenossen das als merkwürdig empfinden mögen, ich fotografiere einen schön servierten Teller auch gerne. Einen kleinen Eindruck in Sachen Essen und Gastronomie vermitteln die folgenden Vorschaubilder:

Den ersten Abend ließen wir im Theater ausklingen, wo wir noch herrliche Momente erleben sollten. So ging ein erster aufregender Tag an Bord der Costa Victoria sehr versöhnlich zu Ende. Wir hatten ein schönes Schiff einer ersten Inaugenscheinnahme unterzogen und waren zufrieden und gespannt, wie es weiter gehen sollte mit unserer Kreuzfahrt zu den "Inseln des Ewigen Frühlings". Wenn Sie auch gespannt sind, klicken Sie bitte auf die Schaltfläche "Barcelona". Sie können auch einen Abstecher zur "Fotoshow" "Savona und erster Tag an Bord" unternehmen. Sie haben die Wahl!

Fotoshow "Savona und erster Tag an Bord"
Start Reisebericht Barcelona