Montag, 12. September 2011

See wenig bewegt, Temperaturen 22 - 30 Grad, Kleidungsempfehlung: Gala/Elegant.  So weit die Infos im Today, dem unverichtbaren Mitteilungsblatt für jede Kreuzfahrt. Außerdem stand heute noch die Crew-Show "I have a Dream" um 17.00 Uhr auf dem Programm, also jene Veranstaltung, die immer wieder mit überraschenden Talenten einzelner Crew-Mitglieder aufwartet. Und darüber hinaus bekamen wir auch noch eine Einladung zum Costa-Club-Cocktail. Ein vollgepackter Tag also, praktisch, dass wir Malaga nur einen Aufenthalt von fünf Stunden hatten, so dass noch genügend Zeit blieb, den Nachmittag am Sonnendeck oder anderswo ausklingen zu lassen und sich in Ruhe die übrigen Veranstaltungen anzusehen.

Da wir Malaga bereits von unserer Kreuzfahrt mit der Costa Victoria im Jahr 2008 kannten, hatten wir uns für einen kombinierten Ausflug nach Marbella und Puerto Banus entschieden. Wir waren uns dabei bewusst, relativ viel Zeit im Bus zu verbringen und die restliche Zeit mehr oder weniger im Laufschritt zurückzulegen, aber bei dem herrlichen Wetter sollten zumindest schöne Fotos möglich sein. Außerdem wollte ich mich mit meiner Autorenkollegin Linda Cuir treffen, die in der Nähe von Marbella lebt und mit der wir uns zuletzt 2008 verabredet hatten. Auch für dieses Treffen blieb fast keine Zeit, aber Linda hatte sich spontan bereit erklärt, uns durch die Altstadt von Marbella begleiten zu wollen. Es war nur die Frage, wie wir das organisatorisch hinbekommen würden.

Nach dem wie immer angenehmen Frühstück im Tiziano führte unser Weg kurz vor acht Uhr in den Salon Corallo auf Deck 1, wo der Treffpunkt für unseren Ausflug war. Dort bekamen wir dann unsere Busnummer ausgehändigt und verließen das Schiff. Bereits zu dieser frühen Stunde waren die Temperaturen schon hoch und wir spürten sehr schnell, dass es heute deutlich über die 30 Grad gehen würde. In unserem Bus wurden wir dann von einer nicht mehr ganz jungen Reiseleiterin begrüßt, die sich als Anna vorstellte und eine etwas rustikalte Art an sich hatte. Aber die Sympathiepunkte sind an dieser Stelle nicht so wichtig, Hauptsache sie verfügt über fundierte Kenntnisse und kann diese weiter geben. In der Beziehung hatten wir auch heute keinen Grund zur Klage.

Der klimatisierte Bus erreichte nach etwa 40 Minuten Marbella, in dem etwa 130.000 Menschen leben, also in etwa so viel wie in Cadiz. Allerdings sieht man hier sehr schnell, dass in diesem Jet-Set-Schmuckstück nicht nur Menschen beheimatet sind, sondern vor allem Geld. Schicke Villen, gepflegte Gärten, pompöse Hotels so weit das Auge reicht. Wir waren aber vor allem auf Marbellas Altstadt gespannt, in der es um diese Zeit noch ruhig ist. Nachdem der Bus abgestellt war, stieg unsere wieder sehr disziplinierte Gruppe aus und wir folgten Anna, die gleich mit flottem Schritt los marschierte. Ich schickte schnell eine SMS an Linda und teilte ihr mit, dass wir uns am Orangenplatz treffen sollten.

Bis es so weit war, kam ich der Gruppe nur schwer hinterher. Hier zeigte sich der Nachteil der kurzen Ausflüge, man ist praktisch permanent in Bewegung und hat kaum Zeit zum Verweilen. Trotzdem konnten wir den flotten "Bummel" durch die engen Altstadtgassen durchaus genießen. An diesen Stellen ist Marbella wirklich sehr reizvoll, es gibt viel zu sehen.

So lange wir in den engen Gassen unterwegs waren, hatte die Sonne wenig Chancen. So konnte man einigermaßen angenehme Temperaturen in ansprechender Umgebung genießen. An diesem Ort, wir waren jetzt am Orangenplatz angekommen, zeigte sich Marbella von einer Seite, die man nicht erwartet hätte. Für mich persönlich wichtiger war aber ohnehin, dass auch Linda nach ein paar Minuten zu unserer Gruppe stieß. Das "Hallo" war groß, aber es blieb leider fast keine Zeit für ein richtiges persönliches Gespräch, weil uns Anna antrieb und wir uns ohne Umstände auf den Weg zur Kapelle San Juan de Dios machten. Das Rathaus bedachten wir noch mit einem kurzen Seitenblick, dann ging es aber auch schon weiter. Die Kapelle zeigte sich wieder in diesem Stil, den wir schon am Vortag in Cadiz bewundern durften. Frisch und bunt präsentierten sich hier die Altäre. Etwas Farbe könnte der katholischen Kirche ohnehin nicht schaden. 

Es war also durchaus nett anzusehen, was uns Anna auf ihrer Führung durch Marbella zeigte. Der Einfluss der Mauren, die zwischen 771 und 1486 hier regiert hatten, war unverkennbar. Enge Gassen, kalkweiße Fassaden und hin und wieder sogar einzelne bemalte Azulejos, wie wir sie in Lissabon gesehen hatten, boten hübsche Fotomotive und sorgten für den einen oder anderen Aha-Effekt.

Mit diesen Eindrücken im leichten Gepäck verlassen wir Marbella und fahren nach Puerto Banus, dem Jachthafen von Marbella. Wenn wir schon in dieser Gegend sind, dann wollen wir doch auch Ausschau nach dem einen oder anderen maritimen Schmuckstück diverser Scheichs halten. Für diese Zwecke war der Ausflug geradezu ideal. die Vegetation in und um Marbella lädt durchaus zu einem längeren Aufenthalt ein, wenn man sich diesen denn leisten kann. Wir fuhren vorbei an Golfplätzen oder  gepflegten Parkanlagen.

Kaum eine Viertelstunde später spuckte der Bus seine Ladung wieder aus und Linda nahm uns gleich in Empfang. Sie war mit dem Auto vorgefahren und wir hatten jetzt etwa 45 Minuten zu unserer freien Verfügung. Wir wollten einen kleinen Bummel durch den Hafen machen und auch einen Blick in die Auslagen der Geschäfte und Boutiquen werfen. Der Gedanke, eine Tasse Cappuccino oder ähnliches zu sich zu nehmen, wurde bei Preisen von etwa 6 bis 7 Euro pro Tässchen schnell verworfen. Stattdessen bummelten wir an den Aushängeschildern von Puerto Banus, den millionenteuren Jachten vorbei.

Solche Prachtboote wecken natürlich Begehrlichkeiten. Ich habe mir daher schon mal das eine oder andere Angebot angesehen. Jacht und dazugehöriges Häuschen würden zusammen etwa 6 Millionen Euro verschlingen. Ich glaube, die Sache überlege ich mir nochmal!

Zum Abschluss gehen wir noch nach vorne an die Mole, vorbei an diesem schönen Turm und werfen einen Blick auf die gegenüber liegende Landzunge von San Pedro de Alcantara.

Die Zeit verging wie im Flug und so hieß es denn an dieser Stelle schon wieder Abschied nehmen. Wir mussten zurück zum Bus, wo unsere Gruppe schon wartete. Wir sagten Linda "Auf Wiedersehen", nicht wissend, ob wir uns jemals wiedersehen würden. Wer Interesse an den einen oder anderen Geschichten von ihr hat, ist eingeladen, ihre Webseite "kurzgeschichten kreuz und quer" zu besuchen. Unser Bus fuhr Richtung Hafen Malaga, den wir gegen 12.15 Uhr erreichten. Gelegenheit, noch ein Foto von der Costa Atlantica zu schießen.

Da sich auch der Hunger schon wieder meldete, nahmen wir im Büffet-Restaurant eine Kleinigkeit in Form von Pasta ein. Hier, im Botticelli, werden derlei Gerichte ständig via Showcooking vor den Augen der hungrigen Passagiere zubereitet. Jetzt, da auch noch nicht alle von den Ausflügen zurückgekehrt waren, konnte man sich in Ruhe ein Plätzchen suchen. Die Ruhe des Nachmittags, nachdem die Costa Atlantica abgelegt hatte, wollten wir nutzen, um das Schiff in seinen jeweiligen Bereichen zu fotografieren. Aufnahmen vom Fitness-Bereich, der Kapelle, dem Cafe Florian usw. fehlten noch in unseren Fotoapparaten. Dazwischen suchten wir uns aber auch eine Liege, von denen jede Menge zur freien Auswahl standen.

Um 17.00 Uhr hieß es dann im Theater Caruso Vorhang auf für die Crew-Show "I have a Dream". Wie immer ein buntes Potpourri aus Musik und Tanz mit dem einen oder anderen Talent. Dann mussten wir uns auch schon wieder in Schale werfen. Schließlich stand heute die Abschieds-Gala auf dem Programm. Die Speisekarte war schon mal vielversprechend: so wurden u.a. roher Serrano-Schinken, überbackene Jakobsmuscheln, gegrilltes Tenderloin oder scharfe Riesengarnelen serviert. Wir waren mit Auswahl, Zubereitung und Geschmack, wie immer während dieser Reise, sehr zufrieden. Den krönenden Abschluss bildete dann eine Torte, die von den Waitern unter effektvollem Einsatz von Wunderkerzen präsentiert wurden. Schließlich kamen endlich die Servicekräfte zu Ehren, die für das leibliche Wohl verantwortlich waren. Köche und Maitres marschierten unter dem Jubel der Passagiere ein. Ein Gaudium, das fester Bestandteil jeder Costa-Kreuzfahrt ist.

Um 21.45 Uhr staunten wir zum wiederholten Mal über die erstklassigen Darbietungen der Tanz-Truppe. "That's Dance" lautete der Titel des Programms und der versprach nicht zu viel. Farbenfrohe Kostüme, bestens aufgelegte Sänger und Tänzer waren der würdige Abschluss eines herrlichen Urlaubstages, der in Malaga seinen Anfang genommen hatte und der jetzt während der Navigation entlang der spanischen Küste seinen Abschied erlebte.

Einen Seetag durften wir noch an Bord verleben und dann war die Kreuzfahrt "Rund um West-Europa" auch schon wieder zu Ende. Wenn Sie noch ein paar Bilder von Marbella und Puerto Banus sehen möchten, klicken Sie auf das Symbol zur Fotoshow oder fahren Sie mit dem Reisebericht mit Klick auf "Savona" fort.

 

Malaga 2011

 

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