Freitag 08.05.2015 (Pylos, Griechenland)

Die See war zwar wieder ruhig, die Nacht leider nicht. Ein Hobby der Kabinenstewards scheint das Staubsaugen zu sein. Zu diesem Zweck werden diese Donnermaschinen dann gerne auch mal um zwei Uhr nachts auf Touren gebracht. Daher schliefen wir leider auch diesmal wieder ziemlich unruhig, so dass wohl doch noch die ungeliebten Oropax zum Einsatz kommen werden. Davon unbeeindruckt legte die Albatros seit  Santorin 208 Seemeilen zurück.

Auch das Wetter vor Pylos, unserem letzten Ziel in Griechenland, war um diese frühe Zeit noch nicht die reine Offenbarung. Das sollte sich aber schon bald ändern und es würde wieder ein richtig heißer Tag werden. Am Lido-Büffet ließen wir es wieder in Ruhe mit dem Frühstück angehen, denn auch heute bestimmten wir den Zeitplan selbst, ein Ausflug war nicht geplant.

Überraschenderweise wurde auch heute getendert, obwohl es im Routenplan anders zu lesen war. Aber letzten Endes spielte es auch keine Rolle, weil Tendern durchaus seinen eigenen Reiz hat. Ein Boot haben wir schon mal näher unter die Lupe genommen.

 

Seinen besonderen Reiz hat auch das schmucke kleine Städtchen Pylos, in dem gerade mal 2.500 Menschen leben. Pylos liegt am südlichen Ende der Bucht von Navarino und zählt den schönsten Städten an der Westküste des Peloponnes. Das folgende Bild zeigt dies auch eindringlich:

Schon beim Einlaufen sieht man rechter Hand das Neokastro, die von den Franzosen wieder aufgebaute Festung am Hang über der Stadt.

Ich wollte mir unbedingt die Festung aus der Nähe ansehen und auch das "Loch im Felsen", das auf der kleinen, dem Kastell gegenüber liegenden Insel Sphaktiria zu sehen war. Schon beim Einlaufen hatte ich ein kurzes Filmchen gemacht.

Seit unserer Reise in den Südwesten der USA im Jahr 1999, wo wir u.a. den "Arches" gesehen haben, faszinieren mich Naturerscheinungen dieser Art ganz besonders. Zuletzt ist mir ein derart großes Loch 2012 in Norwegen begegnet.

Das Thermometer kletterte auch heute wieder so hoch, so dass leichte Sommerkleidung und Sonnenschutzmittel unerlässlich waren. Mit dem Tenderboot erreichten wir den verträumten Ort sehr schnell. Genau so schnell erfolgte dann die anschließende Besichtigung, allerdings nur insofern, als wir uns auf Seehöhe rund um die mit Platanen bewachsene Platia bewegten.

Pylos ist nämlich ein Ort, der vor allem seinen Bewohnern alles abverlangt. Egal in welche Richtung man seine Schritte auch lenkt, es geht immer bergauf.

Das macht allerdings auch den Reiz  von Pylos aus, das dem Besucher viele Gässchen bietet, die zum Teil nur über Treppen zu erreichen sind. Unser kleiner Stadtrundgang endete bei der Kirche, die 1989 umfassend restauriert und teilweise neu gebaut wurde.

Pünktlich zum Mittagessen waren wir wieder zurück auf der Albatros, für Sonja war Pylos bereits abgehakt, aber ich fuhr am frühen Nachmittag wieder zurück. Ich wollte mir die alte Festung unbedingt aus der Nähe ansehen und vor allem interessierte mich immer noch "das Loch im Felsen". Bei brütender Hitze machte ich mich auf den Weg. Dabei kam ich am Strand vorbei, an der Platia, an Restaurants und an Aussichtspunkten mit Blick auf die Albatros.

Je näher ich dem Kastell kam, umso unwegsamer wurde das Gelände und ich musste sogar zweimal umdrehen, weil der Weg im Nirgendwo endete. Außer schönen Kakteen gab es auch nichts zu fotografieren.

 

Schließlich klappte es im dritten Anlauf und ich fand sogar den Haupteingang zur restaurierten Festungsanlage. Den Eintritt von drei Euro musste ich nicht mehr bezahlen, weil die Tore um 15.00 Uhr geschlossen werden. Es blieb also nicht viel Zeit, um an die östliche Festungsmauer zu gelangen. Ich lief mehr als ich ging unter einer Art Platanenallee hindurch, vorbei an einer eingerüsteten Kirche, bis ich schließlich zum äußeren Mauerring gelangte.

 

Von hier hatte ich endlich den erhofften Blick auf die gegenüberliegende Insel Sphaktiria. Aber leider war mein Tele für die Entfernung etwas zu schwach, so dass die Aufnahme nur mittelprächtig geworden ist.

Ich hatte gesehen, was ich wollte und ging zurück zur Anlegestelle der Tenderboote. Es war nicht viel los und man konnte sich auf die Landschaft und das Meer konzentrieren.

Um 18.00 Uhr verabschiedeten wir uns von dem letzten griechischen Hafen. Wer weiß wie es in Griechenland weiter geht unter der Knechtschaft der "Institutionen".

Mit einem zwiespältigen Gefühl wendete ich mich dem Tagesgeschehen wieder zu. Heute war Gala-Abend angesagt mit dem Buffet Magnifique. Ein Highlight während jeder Kreuzfahrt. Es blieb noch genügend Zeit, um sich in Schale zu werfen, denn der Fototermin  für uns war erst für 19.45 Uhr angesetzt. Dann öffneten sich die Türen des Restaurants Möwe und die Servicekräfte standen stolz lächelnd bereit, um die Huldigungen der neugieren Passagiere entgegen zu nehmen. Auch unsere Waiter Nelberto und Roy waren bester Laune.

Die Präsentation der Speisen war wie schon im Vorjahr wieder sehr gelungen. Dann fiel der Startschuss zum "Sturm auf das Buffet" und anfangs brauchte man viel Geduld, um sich zu Hummer (der leider etwas zäh war!), Spanferkel, Lamm, Roastbeef und den anderen Köstlichkeiten durchzukämpfen.

Hat Ihnen die kleine Präsentation gefallen? Einen hab' ich noch:

Auch ein Blick in unsere Tischrunde zeigte, dass die Anstrengungen der Köche nicht umsonst waren. Lachende Gesichter so weit man auch sah.

Zum Abschluss des üppigen Mahls genehmigte ich mir noch einen Aquavit, damit sich die Magennerven wieder beruhigen konnten. Die Stimmung am Tisch war gut und wir verquatschten uns derart, dass wir gar nicht mehr an den Beginn der Abenshow dachten, die wir dann auch sausen ließen. Außerdem waren wir ohnehin hundemüde, so dass wir uns gleich auf die Kabine verkrümelten. Jetzt ging es mit Riesenschritten wieder Richtung Heimat. Am nächsten Tag wechselten wir vom östlichen ins westliche Mittelmeer, unser Ziel war die Sonneninsel Sizilien.

 

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