Teil VIII der Reise startet in Melbu, wo wir mit der Fähre auf die Lofoten übersetzen. Dann orientieren wir uns Richtung Süden und besuchen einmalige Sehenswürdigkeiten wie das Fischerdorf Nusfjord oder die Postkartenortschaften Reine und A. Am 18. Tag der Reise fahren wir mit der Fähre von Lodingen wieder zurück nach Bognes.

Freitag, 13. Juli 2012 (Tag 16)

Tagesziel: Flakstad, gefahrene Kilometer Stokmarknes - Flakstad: 226, Kosten für Übernachtung: 205 NKr (= 27,80 Euo inkl. Strom)

 

 

 

Endlich können wir wieder ausschlafen. Ein tolles Gefühl, zumal ich alles alleine fahre  und das schlaucht mich mit der Zeit stärker als ich angenommen hatte. Das Wetter war anfangs noch sehr vielversprechend, wie das folgende Foto zeigt:

In Melbu mussten wir dann gut eine Stunde auf die Fähre nach Fiskebul warten, aber wenn ich mir den Gang der Wolken so ansah, würden wir nicht viel versäumen. Und das Gefühl trog leider nicht. Bei der Ankunft auf den Lofoten hingen die Wolken noch tiefer und Majestix hätte sicher Angst gehabt, dass ihm die Teile auf den Kopf fallen. Trotzdem hielten wir natürlich an unserem Plan fest und klapperten all die Orte ab, die uns 2009 in ihren Bann gezogen hatten: Reine, Sakrisoy oder A. Das Wetter wurde leider immer schlechter, zwischendurch tröpfelte es auch immer wieder. Die Fahrt mit dem Womo auf den zum Teil ultraengen Straßen war zugegeben schon etwas gewöhnungsbedürftig und es gab öfter knifflige Situationen.

Die im Sonnenlicht ansonsten herrlich leuchtenden gelben und roten Farben der bunten Häuser sind diesmal glanzlos. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen und bemühen uns, das Wetter zu ignorieren. Schließlich sind wir nicht 3.000 Kilometer in den Norden Europas gefahren, um Trübsal zu blasen. Im Folgenden daher eine kleine Fotoshow mit Motiven von Reine, Sakrisoy und A.

Trotz des widrigen Wetters wollte ich heute unbedingt grillen und ich war wild entschlossen, mich durch kein schlechtes Wetter der Welt davon abhalten zu lassen. Als idealen Grillplatz hatten wir uns die weißen Strände von Ramberg ausgesucht, die, schönes Wetter vorausgesetzt, ein wahres Idyll sind. Hier, am Skagen Campingplatz konnte man außerdem den Sonnenball auf dem Meer tanzen sehen, wenn denn Sonne da ist. Auch hier wie schon an den meisten anderen Plätzen waren bei weitem nicht so viele Touristen vor Ort wie erwartet. Der Preis mit 205,00 NKr (= 27,84 Euro inkl. Strom) war für den ausgesprochen gepflegten Platz absolut in Ordnung. Wir suchten uns also ein schönes Plätzchen mit "unverbautem" Blick auf's Meer. Ich warf zunächst den Einweggrill an und holte anschließend, zum ersten Mal während der Reise, die Markise raus. Aber nicht wegen der Sonne, sondern weil es begann zu regnen.

Immerhin trafen wir auf dem Platz noch Landsleute aus Bayern und konnten uns so mal wieder in unserem Heimatdialekt unterhalten. Der gegrillte Lachs schmeckte uns auch trotz der Wetterkapriolen und auch die vielen Möwen, die auf Abfälle hofften, wurden nicht enttäuscht.

Das aufgeregte Geschrei der Möwen wurde durch Akkordeonklänge eines wahren Profis abgelöst. Ein paar Stellplätze weiter musizierte ein Trio noch ein wenig. Bei diesen Klängen schliefen wir dann irgendwann ein.

Samstag, 14. Juli 2012 (Tag 17)

Tagesziel:  Kleppstad, gefahrene Kilometer Flakstad - Kleppstad: 134, Kosten für Übernachtung: 170,00 NKr (= 23,00 Euro inkl. Strom)

 

 

 

Aus dem erhofften Sonnentag wurde wieder nichts. Nebel und tief hängende Wolken begrüßten uns nach dem Aufwachen. Wir verabschiedeten uns von den bayerischen Landsleuten und machten uns auf den Weg nach Nusfjord, Norwegens ältestem und best erhaltenem Fischerdorf. Es liegt ein paar Kilometer abseits der Hauptstraße und auch hier sind die Straßen wieder verflucht eng.

Die Begeisterung für das idyllisch gelegende Dörfchen hält sich in Grenzen. Kalter Wind schlägt uns entgegen und außerdem sind außer uns noch einige Kreuzfahrer von Costa vor Ort. Die Costa-Flotte ist mit einem Schiff in Leknes vertreten und auch die "Mein Schiff" von der TUI wartet auf ihre Passagiere.

Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und der Ort gehört uns ganz allein. Aber wir haben beide keine große Lust bei der Kälte und dem Wind länger als nötig hier zu bleiben. Wir machen unsere Pflichtfotos und ziehen weiter. Am besten hat uns noch der alte Kramerladen gefallen, mit seiner vermutlich noch älteren Registrierkasse und den Werbeschildern von anno dazumal. Den hatten wir 2009 nicht gesehen.

  

Im Schweinsgalopp eile ich zur Trandämpferei und zur Schmiede. Selbst bei schlechtem Wetter sehen die gelben Häuser ganz gut aus. Aber der eiskalte Wind vertreibt jegliche Begeisterung.

 

 

Kurz nach der Abfahrt aus Nusfjord und nachdem wir die E 10 erreicht hatten, setzte Regen ein, der innerhalb kürzester Zeit immer stärker wurde. Wir verwerfen die ursprüngliche Absicht, bereits heute aufs Festland zu fahren. Die Straßenverhältnisse sind mir einfach zu gefährlich. Stattdessen machen wir einen Abstecher nach Kleppstad, das direkt am Weg liegt. Hier hatten wir vor drei Jahren herrliche Tage in unserer "Doppelhaushütte" verbringen dürfen.

Der Platz liegt sehr zentral und ist z.B. nur 18 km von Svolvaer entfernt, bis Henningsvaer sind es gerade mal 10 km. Er wurde 1991/1992 gebaut und liegt traumhaft am Henningsvaerstraumen. Für Angler ist es dort bestimmt paradiesisch, aber auch wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Diesmal war leider alles schwarz, so tief standen die Wolken. Schon die paar Meter vom Womo zum Empfang waren trockenen Fußes nicht zu schaffen. Wir zahlten für einen Stellplatz phänomenal günstige 170,00 NKr, das sind gerade mal schlappe 23,00 Euro. Das war mit Abstand der günstigste Preis während der gesamten Reise. Darin enthalten waren Strom und kostenloses WLAN. Top! Darüber hinaus lassen die Gemeinschaftseinrichtungen, wie Toiletten, Duschen, Küche usw. keinerlei Wünsche offen. "Lyngvaer Lofoten Bobilcamping" war auch gut besucht. Wir suchten uns ein freies Plätzchen und beobachteten sorgenvoll den Regen, der sich mittlerweile zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelt hatte.

Auch die Nacht wird unruhig. Das immerhin 3,15 Tonnen schwere Wohnmobil wird vom Wind regelrecht durchgeschüttelt, kein Wunder, dass wir kaum Schlaf finden. Irgendwann in der Nacht fällt auch noch der Strom aus und wir befürchten schon einen Schaden an unserem Womo. Diese Sorge erwies sich glücklicherweise als unbegründet.

Der Aufenthalt auf den Lofoten neigt sich damit seinem Ende zu. Am nächsten Tag machen wir uns auf die Rückfahrt zum Festland mit der Fähre nach Bognes. Wenn Sie noch nicht außer Puste sind, fahren Sie einfach mit!

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