Mittwoch, 1. Mai 2013 (Kos - Bodrum)

Bei der Fahrt von Piräus nach Kos legte die FTI.Berlin knapp 240 Seemeilen zurück, dabei streifte sie die Kykladen und fuhr tief in das östliche Mittelmeer, genauer gesagt in die Ägäis an den Rand des Golfs von Gökova. Auch heute trübte kein Wölkchen das satte Blau des Himmels. Das war sozusagen das erste Geschenk für Sonja, die heute ihren Geburtstag feierte.

Viel Zeit zum Feiern würden wir allerdings nicht haben, denn das Programm sah heute gleich zwei Häfen vor, die wir ansteuerten: die griechische Insel Kos und das türkische Bodrum.

Nach dem Frühstück auf dem Promenadendeck suchten wir uns ein Plätzchen in der Scirocco-Lounge. Heute wurden von Yasmina und Gitti die Ausflüge für Symi, Rhodos, Santorin und Malta vorgestellt. Wir setzten uns in die gut besuchte Lounge und hörten interessiert dem Vortrag zu. Obwohl wir nicht planten, einen Ausflug zu buchen, gab es vielleicht den einen oder anderen Tip für uns. Aber es ergaben sich keine neuen Hinweise, die einen geführten Ausflug notwendig erscheinen ließen. Ein großer Pluspunkt der FTI.Berlin ist ihre Größe, die es ihr ermöglicht, nicht nur kleine Häfen anzufahren, sondern auch dort anzulegen, wo man gleich mitten im Geschehen ist. Tendern ist praktisch nur in Santorin erforderlich, ansonsten liegt das Schiff immer stadtnah.

Auch auf Kos sollte das nicht anders sein. Um 12.00 Uhr erreichen wir das kleine Eiland, das zu den Inseln des Dodekanes gehört und eine Fläche von 287 Quadratkilometern aufweist. Der Tourismus ist für die etwa 31.000 Einwohner die Haupteinnahmequelle.

Die FTI.Berlin legte unmittelbar vor den Toren der Johanniter-Festung Neratzia an.

Eine Besichtigung der Festung war leider nicht möglich, weil sie just an diesem Tag geschlossen war. Also machten wir uns auf die Suche nach der "Platane des Hippokrates". Diese soll der Legende nach Hippokrates von Kos vor mehr als 2.400 Jahren gepflanzt und im Schatten des Baumes seinen Schülern etwas über die Heilkunst erzählt haben. Tatsächlich ist die aktuelle Platane höchstens 500 Jahre alt, aber die Geschichte ist deshalb trotzdem schön. Wir keuchten also bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke die Festungsmauer entlang und waren dann froh im Palmenboulevard den einen oder anderen Schatten zu ergattern.

Bei diesem Baum wähnten wir uns dann auch schon am Ziel.

Doch dann beschlichen uns erste Zweifel: das soll die berühmte "Platane des Hippokrates" sein? Lieblos und unauffällig am Gehsteig platziert? Das kann nicht sein. Wir warfen sicherheitshalber noch einmal einen Blick auf unsere Karte, die wir an Bord bekommen hatten. Danach befand sich der "Platanenplatz" erhöht auf der Nordseite des Palmenboulevards. Und richtig. Wir gingen einige Meter weiter und stießen dann auf eine Abzweigung, die links hoch führte. Dann sahen wir den geschichtsträchtigen Baum auch schon. Besonders viel Aufmerksamkeit fand er zwar nicht, das tat aber unserem Interesse überhaupt keinen Abbruch. Unweit der Platane steht ein antiker Sarkophag, der während der osmanischen Herrschaft zu einem Brunnen umgebaut wurde. Die arabische Inschrift weist ausdrücklich auf das "Wasser des Hippokrates" hin. Auf Kos finden sich auch heute noch viele Hinweise auf die einst türkischen Herrscher. 

 

Wir umkreisten anschließend die Festung in der Hoffnung, eine offene Tür zu finden. Da aber tatsächlich alle Tore geschlossen waren, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Bei brütender Hitze schlenderten wir am Hafen entlang, wo viele Touristenboote stehen und Fahrten ins nahegelegene Bodrum anbieten. Es waren kaum Menschen unterwegs um diese Zeit.

 

Unser Schiff immer in Sichtweite marschierten wir weiter Richtung Altstadt. Hier finden sich viele Geschäfte und besonders am Abend, wenn es kühler ist, tobt hier das Leben. Immerhin hatte die Hitze den Vorteil, dass uns die Stadt fast alleine gehörte.

 

Farbenprächtige Bougainvilleas und andere bunte Gewächse sorgen nicht nur für Schatten sondern auch für abwechslungsreiche Fotomotive. An der Basilika Agia Paraskevi, die 1932 erbaut wurde, beendeten wir vorerst unseren Spaziergang durch Kos. Noch ein letztes Foto des Bodenmosaiks, das sich unmittelbar vor der Bischofskirche befindet und dann entschlossen wir uns, zum Schiff zurück zu kehren.

Dabei kamen wir noch an einem Platz vorbei, wo gleich mehrere Cafes um Kunden buhlten. Wir setzten uns an einen kühlen Ort und bestellten den schon lieb gewonnenen Frappe.

 

Die Sonne brannte weiter unbarmherzig vom Himmel und so kehrten wir früher zur FTI.Berlin zurück als vorgesehen. Das berühmte Asklepieion wäre sicher interessant gewesen, aber es befindet sich etwa 4 Kilometer südwestlich von Kos-Stadt und weil wir ohnehin schon völlig durchgeschwitzt waren, verzichteten wir auf weitere Strapazen. Stattdessen zogen wir einen schattigen Platz auf einer der Liegen auf unserem Schiff vor. Außerdem gibt es um 16.00 Uhr immer köstlichen Kuchen, z.B. auch Apfelstrudel mit Vanillesoße oder kleine Snacks, dazu Kaffee oder gekühlte Getränke. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Um 17.00 Uhr hieß es dann "Leinen los", die FTI.Berlin nahm Kurs auf das nur 10 Seemeilen entfernt liegende türkische Bodrum.

Bevor wir dort wieder von Bord gingen, stand aber noch das Abendessen im Hauptrestaurant auf dem Programm. Ich hatte zwei Tage vorher noch einen Geburtstagskuchen für Sonja geordert. Eine Abordnung von fünf oder sechs Kellnern kam im Anschluss an das Dinner an unseren Tisch und gab ein kleines "Happy Birthday"-Ständchen zum Besten. Das alles geschah derart schnell, dass ich meine Kamera nicht schnell genug "schussbereit" hatte. Daher gibt es davon leider keine Bilder.

Um 19.30 Uhr erreicht die FTI.Berlin den Hafen von Bodrum. Die mondäne Hafenstadt, die auch als das Saint Tropez der Türkei bezeichnet wird, liegt auf einer Halbinsel in der Süd-Ägäis. Viele Bewohner von Ankara oder Istanbul besitzen hier eine Sommerresidenz. Kein Wunder, dass hier abends "der Bär steppt", jede Menge Discos, Restaurants oder Geschäfte laden zum Geldausgeben und Verweilen ein. Wir hatten nichts Besonderes geplant, wollten lediglich ein wenig schlendern und vielleicht auf Sonja's Geburtstag anstoßen. Mit einem Ehepaar, das wir an Bord kennengelernt hatten, nahmen wir uns ein Taxi und fuhren in die Innenstadt. Zu Fuß wäre das ein Gewaltmarsch geworden, das wollten wir uns nicht antun. Der Spaß kostete gerade mal 10,00 Euro und das für vier Personen, das war wirklich erschwinglich. Gegenüber unserer Anlegestelle präsentierte sich im abendlichen Lichterschein das Johanniterkastell St. Peter, in dem Reste des berühmten Mausoleums von Halikarnass, einem der sieben Weltwunder der Antike, verbaut wurden.

 

In der Fußgängerzone, wo sich ein Geschäft und ein Lokal an das nächste reiht, war dann weniger Trubel als wir erwartet hatten. Wir konnten in aller Ruhe die Auslagen betrachten, ohne dass man auf einen Tee eingeladen oder mit Gewalt in die Geschäfte gezerrt wurde.

Und schließlich fanden wir auch noch das eine oder andere Mitbringsel. Egal, ob Klamotten, Schmuck oder einfach nur Nippes. In Bodrum ist für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei. Gegen 21.00 Uhr hatten wir dann genug gesehen und wir suchten uns ein Lokal, in dem es nicht nur Fisch gab.

Bei einm kühlen "Efes" ließen wir dann zu viert noch einmal den Tag Revue passieren. Wir hatten wieder viel gesehen und so ein Geburtstag auf See hat doch auch was. Mit dem Taxi ging es anschließend wieder zurück zum Kreuzfahrt-Hafen. Die FTI.Berlin zeigte sich bei Nacht wirklich als wahres Traumschiff.

Um 24.00 Uhr, als die FTI.Berlin Bodrum verließ, schlummerten wir schon tief und fest, um neue Kraft zu tanken für den nächsten Tag. Wieder stehen zwei Häfen auf dem Programm: das kleine verträumte Symi und das immer wieder interessante Rhodos. Kommen Sie doch einfach mit!

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