Dienstag, 12. Mai 2015 (Erholung auf See)

Auch am vorletzten Tag dieser grandiosen Kreuzfahrt meinte es Petrus wieder sehr gut mit uns. Die Sonne ließ sich schon früh blicken und so nutzten wir die Zeit für ein allerletztes Frühstück am Lido-Büffet. Und weil das Tagesprogramm auch für diesen Seetag wieder prall gefüllt war, hätten wir gleich sitzen bleiben können, denn um 11.30 Uhr stand ein Bayerischer Abschiedsfrühschoppen auf dem Programm. Zwischendurch machten wir noch einen kleinen "Ausflug" auf das Apollo-Deck, wo eine so genannte offene Brückenbesichtigung (ohne Erklärungen) angeboten wurde, weil eine andere Lösung wegen der langen Liegezeiten in den Häfen nicht möglich war. Wir kamen uns dabei dann etwas verloren vor, aber zum Glück hatten wir die Brücke schon im Vorjahr besichtigt, als uns Kapitän Hansen eine Stunde seiner kostbaren Zeit opferte. Immerhin konnten wir die Nock aus nächster Nähe inspizieren und die Weite des Meeres von der Brücke aus genießen, was ansonsten dem Kapitän und seiner Truppe vorbehalten ist. 

 

Beim Bayerischen Frühschoppen war dann wieder das gesamte Salon-Deck gefüllt, das Büffet einschließlich Spanferkel war angerichtet und Angelo, bewaffnet mit seinem Akkordeon, gab sein Bestes. Die Stimmung war ausgelassen und gelöst, das Essen schmeckte auch, denn schließlich hatten wir schon längst aufgehört, die Kalorien zu zählen. Bei der Verlosung der Seekarte hatte Astrid, die ich über die Facebook-Fangruppe der Albatros an Bord kennengelernt hatte, das Glück auf ihrer Seite und freute sich über ein seltenes Erinnerungsstück.

Um 15.45 Uhr trafen wir uns in der Pazifik Lounge zum Abschieds-Bingo  mit Hassan und Lars. Hier gewannen unsere Tischnachbarn Bärbel und Sandor schon den zweiten Kalender, den sie dankenswerterweise unserer Tischrunde zur Verfügung stellten.

An diesem Tag war schon alles auf "Abschied" programmiert. Den passenden Cocktail dazu servierte man uns dann um 17.45 Uhr in der Atlantik Lounge. Kapitän Mühlebach, die Offiziere und das Phoenix-Team um Kreuzfahrtdirektor Joe Liemberger stießen mit den Passagieren auf das Ende einer gelungenen Kreuzfahrt an.

Richtig wehmütig wurden wir dann beim Abschieds-Gala-Abendessen, wo wir noch einmal nach allen Regeln der Kulinarik verwöhnt wurden.

Bärbel und Sandor hatten den Phoenix-Kalender mitgebracht und vorgeschlagen, dass die anderen drei Paare am Tisch auswürfeln sollten, wer das gute Stück bekommt. Dabei hatten Sonja und ich die höchste Punktzahl erzielt ... und das Problem, wie wir das gepäcktechnisch lösen.

Packen mussten wir nämlich leider auch noch, das hatten wir uns bis zuletzt aufgehoben, weil wir den sonnigen Seetag natürlich auch noch auskosten wollten. Die Gestaltung des Abendprogramms ergab sich damit von selbst. Nachdem das letzte Souvenir in den Koffern verstaut war, blieb nur noch das Ausfüllen des Fragebogens zur Reise. In der Nacht hörten wir dann irgendwann die einschlägig bekannten Geräusche, die entstehen, wenn die Koffer abgeholt werden. Spätestens dann wussten wir, dass die Kreuzfahrt vorbei ist.

 

Mittwoch, 13. Mai 2015 (Genua, Heimreise)

Irgendwann geht auch die schönste Reise einmal zu Ende. Unsere Kreuzfahrt endete dort wo sie am 26.04.2015 auch begann, in Genua. Diesmal hatte die Hauptstadt Liguriens zum Empfang sogar blauen Himmel im Angebot. Das sollte den Abschied vermutlich noch schwerer machen.

Die Albatros kam gegen 9.00 Uhr in den Hafen, wo wir das letzte Anlegemanöver erlebten. Als wir unsere Kabine verließen, gab es schon ein großes "Hallo", denn unsere Kabine 3002 lag nämlich genau an der "Koffereinsammelstelle" und die fleißigen Helfer, die seit Stunden die Gepäckstücke von den Kabinen holten, waren jetzt alle auf Deck 3 versammelt und begrüßten uns mit einem Lachen. Das hatten wir auch noch nicht erlebt!

Zum Frühstück wurde heute sogar Sekt serviert, aber um diese Tageszeit ist das für uns das falsche Getränk. Wir genossen noch ein letztes Mal den Service unserer beiden Kellner Nelberto und Roy, denen wir zum Abschied die beiden Kuverts mit dem Trinkgeld übergaben und allmählich löste sich auch unsere Tischrunde auf. Wir verabschiedeten uns von Bärbel, Sandor, Gerhard, Renate, Martin und Gretel und bedankten uns bei allen für die wunderbare Zeit, die wir an Bord verleben durften.

Als wir an der Reling standen, sahen wir schon die Busse von Hebbel-Reisen.

Planmäßig gegen 9.45 Uhr schifften wir aus und gingen zum Bus, nachdem wir die Koffer zügig erspäht hatten. Die Heimreise nach München zum Zentralen Omnibusbahnhof verlief ohne Probleme und wir kamen pünktlich in unserer bayerischen Heimat an, wo wir schon von Tochter und Schwiegersohn erwartet wurden. Die letzten 70 Kilometer mit dem Auto waren dann nur noch Formsache. Eine ungeheuer intensive Kreuzfahrt mit unendlich vielen Erlebnissen ging damit zu Ende.

 

Fazit

 

 

Nach dem Ende der letztjährigen Kreuzfahrt mit dem unvergleichlichen Kapitän Morten Hansen war für uns relativ schnell klar, dass wir mit der Albatros erneut in See stechen möchten. Diesmal allerdings nur, wenn die Route unseren Vorstellungen entspricht. War es 2014 das "Erlebnis Albatros", das für die Buchung ausschlaggebend war, wollten wir diesmal "Meer erleben". Istanbul schwebte uns dabei schon immer als eine Art Traumziel vor, kannten wir die Stadt doch bislang nur von Bildern aus Reiseführern oder Berichten im Fernsehen.

Die Ukraine-Krise bescherte uns dann eher zufällig die Reise mit dem Titel "Mittelmeer intensiv". Als wir den Routenplan auf der Phoenix-Seite sahen, mussten wir nicht lange überlegen und sind umgehend ins Reisebüro unseres Vertrauens gegangen, um die Buchung in trockene Tücher zu bringen. Schließlich gab es auch noch einen Geburtstagsbonus für jeden von uns, das machte die Sache doppelt lohnend. Lässt man den Abfahrts- und Ankunftshafen Genua außer Betracht, waren wir in insgesamt 14 Häfen zu Gast und das in nur 17 Tagen. Die Albatros legte dabei 3.496 Seemeilen (= 6.475 Kilometer) zurück.

Istanbul war dabei nur einer von vielen Höhepunkten. Auf die Frage "Wo war es am schönsten?" eine Antwort zu finden, fällt wirklich schwer. Vielleicht sollte man sich der Frage aus einer anderen Richtung nähern, denn die Länder rund ums Mittelmeer sind derart vielfältig und bieten so unglaublich viel, dass sich nur der langweilt, der zwei Wochen nicht von Bord geht.

Wir haben den positiven Stress, Tag für Tag neue Ziele sehen zu können, wirklich genossen. Die Albatros selbst kannten wir ja schon aus dem letzten Jahr und waren nicht mehr überrascht. Es hat durchaus Vorteile, wenn man auf Vertrautes trifft und sich nicht umstellen muss. Schade, dass Morten Hansen diesmal nicht auf der Kommandobrücke war, aber der neue Kapitän Elmar Mühlebach ist ebenfalls ein sympathischer Vertreter seiner Zunft, er ist offen, freundlich und er versteht es, auch auf die Menschen zuzugehen. Überhaupt waren vom letztjährigen Phoenix-Team wieder viele alte Bekannte dabei, u.a. Kreuzfahrtdirektor Joe Liemberger, wo man sofort das Gefühl hat, willkommen zu sein. Das war auch in diesem Jahr wieder so und wir hatten viel Spaß an Bord der Albatros, auch wenn es natürlich ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln gibt, die aber das erneut positive Gesamtfazit in keiner Weise beeinträchtigen.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei unseren Mitreisenden Bärbel, Sandor, Renate, Gerhard, Martin und Gretel, mit denen wir unterhaltsame Tischgespräche führen durften und besonders an den Geburtstagen viel Spaß hatten. Dank gebührt an dieser Stelle auch Peter und Heidi, die ich über ein Kreuzfahrtforum kennengelernt habe. Besonders, wenn man eine längere Schiffsreise macht, ist es schön, immer wieder bekannte Gesichter zu treffen und sich auszutauschen. Das trifft besonders auf Christine zu, die aufgrund meines letztjährigen Erfahrungsberichtes Kontakt mit mir aufgenommen hat. Ihre ansteckende Lebensfreude hat mich sehr beeindruckt. Schließlich möchte ich noch ein herzliches Dankeschön an Astrid sagen, die diesen Bericht schneller Korrektur gelesen hat als ich ihn schreiben konnte. 

Diese Kreuzfahrt hat im Wesentlichen unsere Erfahrungen der Jahre 2013 und 2014 bestätigt. Wir werden auch künftig deutsche Schiffe buchen und "schwimmende Städte" meiden. Im nächsten Jahr ist keine Kreuzfahrt geplant, dann wollen wir wieder mit dem Wohnmobil zum Nordkap reisen. 

Wenn Sie es bis zu diesen letzten Zeilen geschafft haben, gratuliere ich Ihnen zu Ihrem Durchhaltevermögen. Aber vielleicht ist es auch ein Kompliment für den Verfasser dieses Berichts, denn dann habe ich es geschafft, Sie "bei der Stange zu halten". Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und das Interesse und möchte mich bei Ihnen mit einer kleinen Bildersammlung, die die Albatros in verschiedenen Häfen zeigt, verabschieden.

 

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