Tag 3: Filerimos, Petaloudes ("Tal der Schmetterlinge"), Moni Kalopetra

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Moni Kalopetra

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Wir fahren zunächst Richtung Faliraki, biegen aber bereits nach etwa zehn Kilometern, kurz vor Afandou links ab nach Petaloudes, in das "Tal der Schmetterlinge". Auf dem Weg zu den „Harlekinen“ machen wir aber einen, gerne auch längeren, Zwischenstopp am Kloster Moni Kalopetra. Die einschiffige kleine Klosterkirche hat sehr schöne Votivtafeln zu bieten, u.a. eine äußerst sehenswerte Muttergottes.

Das romantische Kirchlein ist eingebettet zwischen weiß gekalkten Häusern und Orangenbäumen. Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Dienstbare Geister bieten Joghurt mit Honig oder frisch gepressten Orangensaft. Wer es sich links von der Kirche auf einer Bank bequem macht, der kann auch den fast schon obligatorischen Blick aufs Meer und die dahinter liegende Türkei genießen. Hier lässt es sich aushalten, zumal die Sonne mittlerweile unbarmherzig herunterknallt. Dabei stehen wir doch erst am Anfang eines weiteren Genusstages in Sachen „Rhodos in drei Tagen“.

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Petaloudes (Schmetterlingstal)

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Zum Glück ist das "Tal der Schmetterlinge" aber nicht mehr weit. Die Straßen sind hier relativ gut ausgebaut und so gelangen wir nach kurzer Fahrt zur Heimstatt der Harlekine, die rötlich-braun gepunkteten Lieblinge der Fotografen, die aber in den letzten Jahren rapide abgenommen haben. Wer seine Augen öffnet und sich vor allem Zeit lässt, der wird belohnt werden. Wir haben sicher eine ganze Menge Schmetterlinge zu Gesicht bekommen. Das Problem ist, dass sie die meiste Zeit in den Bäumen sitzen und das prachtvolle rötlich schimmernde Federkleid so nicht zu sehen ist. Wenn die Harlekine nicht fliegen, sieht man nur ihr der Natur angepasstes Kleid, also ein dunkelbrauner Flügel, der, einem Zebra ähnlich, mit weißen Streifen, durchzogen ist. Aber immer wieder sind auch ganze Herden im Dutzend zu sehen. Dann leuchten die Harlekine in voller Pracht. Ein herrlicher Anblick!

Es sind aber nicht nur diese Nachttiere, die hier zur Paarung zusammen kommen, die einen Besuch lohnenswert machen. Auch das Tal selbst ist durchaus sehenswert. Ein Spaziergang auf dem gepflegten Felspfad unter all den Bäumen ist eine willkommene Abwechslung. Man kommt an klaren Wasserbecken vorbei, sieht pittoreske Felstürme und immer wieder kleinere oder größere Schwärme Harlekine.  

Für den ausdauernden Wanderer stehen natürlich auch Kioske mit Erfrischungen und den unvermeidlichen Souvenirs (Harlekine in allen erdenklichen Größen, Formen und Farben, also auf T-Shirts, Tassen, Postkarten und und und).

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 Filerimos

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Allmählich neigt sich unsere 3-Tagestour nun doch dem Ende entgegen. Als letztes Ziel unserer Route wartet noch ein letztes Highlight: Filerimos.

Von Petaloudes aus setzen wir die Fahrt an die Westküste fort. An der Küstenstraße angekommen, biegen wir nach rechts ab Richtung Flughafen Paradisi. Diesen lassen wir hinter uns und fahren weiter nach Ialyssos, einen der drei alten Stadtstaaten der Insel. Hier findet man noble Villen ebenso wie moderne Hotels für Tausende von Rhodos-Urlaubern. Das Urlauberzentrum interessiert uns an diesem Tag jedoch nicht, wir konzentrieren uns vielmehr auf den Wegweiser nach Filerimos, der uns etwa in der Ortsmitte entgegen prangt. Aber Vorsicht, man übersieht ihn nur allzu leicht. Der Wegweiser befindet sich ziemlich genau in der Ortsmitte von Ialyssos, dann geht es nach rechts ab und dann sieht man auch schon einen grünen Berg. Um dahin zu gelangen, muss man erst etliche Serpentinen nach oben klettern, aber nach etwa vier Kilometern hat man es dann geschafft.

Mit Filerimos wartet ein weiterer Aussichtsberg auf den Besucher, der mit antiken Zeugnissen mehrerer Epochen aufwarten kann. 250m über dem Meer sieht man Überreste aus antiker, mittelalterlicher und neuerer Zeit. Völlig zeitlos dagegen ist, wieder einmal, der fantastische Ausblick, den es auch hier oben gratis gibt. In antiker Zeit bauten die Bewohner von Ialyssos hier oben ihre Akropolis. Davon sind nur noch einige Mauerreste zu sehen. Nachdem man zwischen wunderschönen Zypressen einige Höhenmeter zurück legt, gelangt man zur Ritterkirche, der eigenwilliger Turm irgendwie so gar nicht zu den Vorstellungen kirchlicher Baukunst passen mag. Aber die Italiener haben ihn so rekonstruiert und da steht er nun.

Aus dem 5./6. Jahrhundert ist noch ein Taufbecken der Basilika zu bewundern, das in Kreuzform in den Boden eingelassen ist. Hinter dem Turm befindet sich ein vollständiger Wiederaufbau des ehemaligen Johanniterkonvents, ebenfalls rekonstruiert von Italienern. Beeindruckend ist der blumenumrankte Kreuzgang, ein ebenfalls gern fotografiertes Motiv. Den Namen verdankt Filerimos übrigens einer byzantinischen Klostergründung, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Der damalige Eremit nannte sich „Freund der Einsamkeit“ (= Filerimos), weil er hier eine Zelle bewohnte.

Am meisten beeindruckt hat uns jedoch der Aussichtspunkt (was sonst!) auf der gegenüber liegenden Seite. Man geht zunächst vom Klosterturm wieder einige Meter nach unten, dann geht es aber auch schon wieder nach oben. Vorbei an einer Allee mit Kreuzweg, alles im Schatten wohlgemerkt, gelangt man schließlich zu einem 13m hohen Betonkreuz. Laut Reiseführer soll es auch zu begehen sein. Als wir vor Ort waren, verschloss eine Eisenkette das Tor. Was aber auf alle Fälle bleibt, ist der großartige Ausblick von hier oben. Man glaubt wirklich, den Göttern näher zu sein als sonst wo auf der Insel.

Mit diesem letzten Ausblick verabschieden wir von der Inselrundfahrt. Drei herrliche Tage Rhodos gingen damit zu Ende und es wird Zeit, ein

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Fazit

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zu ziehen.

Eine Erkundung auf eigene Faust mit einem Leihwagen ist in jedem Fall anzuraten. Die Insel hat jede Menge zu bieten und auch Skeptiker werden überrascht sein, was es alles zu sehen gibt. Natürlich kann man in drei Tagen unmöglich alles sehen, was nach Ansicht der Autoren in den Reiseführern gesehen werden muss. Mich persönlich hätte noch die Ausgrabungsstätte in Kamiros interessiert, allein, es fehlt die Zeit und am Ende, da bin ich ehrlich, auch die Lust.

Gefahren sind wir insgesamt etwa 600km, die erstaunlich bequem und komfortabel zurückgelegt werden konnten. Die Eintrittspreise auf Rhodos sind moderat und bewegen sich im mittleren einstelligen Euro-Bereich. Wir hatten das Glück, an dem einen oder anderen Tag überhaupt nichts zahlen zu müssen. Mein persönliches Highlight war Lindos: die Strände, die Akropolis, das kristallklare Meer, einfach ein Traum.

Abschließender Hinweis: Zwischenzeitlich waren wir immer wieder einmal auf Rhodos, vor allem im Rahmen unserer Kreuzfahrten in den Jahren 2007 und 2013. Dieser Bericht wurde daher auch zum Teil mit aktuellem Bildmaterial versehen.

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