Tag 6 (Samstag, 2. Juni 2007)

Endlich einmal Zeit, das Schiff und seine Einrichtungen zu genießen. Der geneigte Leser wird es kaum glauben, aber so eine Kreuzfahrt grenzt phasenweise durchaus an Streß. Ständig ist man auf der Lauer, hat das "Today" im Auge und im Kopf, nur ja nichts versäumen. Immer ist irgendwo irgendetwas geboten. Diesen Tag haben wir daher genutzt, um einmal auf dem Sonnendeck alle Viere von uns zu strecken, wir beobachteten die Animateure bei ihrem mitunter lustigen Treiben und haben uns von der großartigen Stimmung anstecken lassen. Der "Spanferkelparade" haben wir persönlich beigewöhnt, um ordentlich Radau zu machen und anschließend diese Köstlichkeit auch selbst zu probieren und für gut zu befinden. Katrin gönnte sich ein Stündchen in der Kosmetikabteilung, sie hatte für 30,-- € eine Maniküre machen lassen, um hinterher festzustellen, dass der Preis nicht nur viel zu teuer, die Arbeit dafür auch für die Katz' war. Bevor ich meine Schritte in's Casino lenkte, blieb ich vor dem großen Bildschirm stehen, auf dem die Standorte der einzelnen Costa-Schiffe abwechselnd eingeblendet werden. Ein nützlicher Gag.

In das Casino wollten meine Tochter und ich unbedingt. Der Traum vom großen Geld hört eben nie auf. So bewaffnete sich Katrin mit einem leicht überdimensionierten Becher, in den bequem 50 Kugeln Eis gepaßt hätten und wechselte 10,-- €, die in weniger als einer Viertelstunde den Besitzer gewechselt hatten. Immerhin hat es Spaß gemacht, diese einarmigen Banditgen, die ihren Namen völlig zu Recht haben, zu bedienen, auch wenn nach jedem neuerlichen hoffnungsfrohen "Bing!" wieder ein 20 Cent-Stück verschwunden war. Ich wollte es da wesentlich cooler und überlegter angehen lassen. Beim Roulette soll ja schon so mancher richtig reich geworden sein. Ich hatte mir auch eine Strategie zurecht gelegt, die ich strikt befolgte: Pro Spiel 3,-- € auf je sechs Zahlen. Man hat dann etwa eine 50/50-Chance und ich war tatsächlich nach einer halben Stunde mit etwa 60,-- Euro im Plus. Ja, so weit, so gut, dann kam meine Gattin, um nach dem Rechten zu sehen. "Na, hast Du schon alles verspielt!" fragte sie gerade aufreizend provozierend. Da konterte ich noch gnadenlos und oberlässig: "Von wegen, ich liege vorne!" "Dann wird's aber bestimmt nicht lange dauern", kam die Antwort. Ihrem schlechten Karma hatte ich es dann in der Tat zu verdanken, dass nach weiteren 20 Minuten der ganze schöne Gewinn weg und ich um 30,-- Euro ärmer war. Ich habe meiner Frau darauf hin Casino-Verbot erteilt.

Am Abend stand das Abschieds-Galaessen auf dem Programm. Serviert wurden u.a. Riesengarnelen und Rieseneistorten. Riesig schön das Ganze. Unser vorletzter Abend auf der CM. Erster Abschiedsschmerz kam auf.

Tag 7 (Sonntag, 3. Juni 2007)

Die CM legte wieder ordentlich Tempo vor (so um die 40 kmh) und wir erreichten unseren letzten Hafen: das einzigartige Dubrovnik. Wir hatten diese Stadt noch nie gesehen, weder zu Lande noch vom Wasser aus. Die Perle der Adria, eines der vielen Synonyme für dieses unvergleichliche Juwel, hat uns jedoch sofort in ihren Bann gezogen. Natürlich waren wir wieder oben auf dem Sonnendeck, um die Einfahrt live mitzuverfolgen. Der Fahrplan, Ankunft 8.00 Uhr, wurde eingehalten. Das Wetter war ebenfalls wieder, wie übrigens während der gesamten Kreuzfahrt, auch an diesem Sonntag sonnig. Ein letztes Mal tenderten wir an Land und kreuzten dabei den Weg von "The World", dem etwas anderen Kreuzfahrtschiff. 

Aber die Hauptattraktion an diesem Tag war zweifellos sie: Dubrovnik, das Paradies auf Erden, wie George Bernard Shaw die Stadt auch genannt hat. Angesichts solcher Aussichten vielleicht verständlich:

Schon beim Anblick der Stadtmauer überkommt den Betrachter eine gewisse Demut. Kein Wunder, schließlich steht man vor dem besterhaltenen Festungswerk in ganz Europa. Beinahe unvorstellbar, dass im kroatischen Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1991 mehr als 11.000, in Worten: elftausend, Gebäude von der serbisch-montenegrinischen Armee zerstört oder beschädigt wurden. Von den Wunden sieht man heute kaum noch etwas. Der Tourist steht auf der sechs Meter breiten und fast zwei Kilometer langen Mauer und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man traut sich nicht schnell zu gehen, sonst könnte man irgendeinen schönen Ausblick verpassen. Dabei hätten wir fast den Aufgang auf dieses prachtvolle Bauwerk nicht gefunden, weil wir achtlos am Eingang vorbei gelaufen sind. Also aufgepaßt: Beim Gang aus dem Hafengelände durch das Stadttor gleich rechts halten und nach wenigen Metern wieder rechts befindet sich der Aufgang. Der Eintritt betrug nach meiner Erinnerung etwa 8,-- Euro, ich weiß es aber leider nicht mehr genau. Dafür bekommt man jedoch Ausblicke der ersten Güteklasse: einen unvergesslichen Blick auf das Meer, auf die Altstadt mit dem berühmten Stradun, den Onofriobrunnen und und und. Aber sehen Sie selbst:

Der Rundgang auf der Stadtmauer ist, insbesondere wenn die Sonne gnadenlos herunter brennt, anspruchsvoll und durchaus anstrengend. Ratsam ist die Mitnahme von ausreichend Getränken, denn offensichtlich sind die Einheimischen in der Beziehung noch nicht so geschäftstüchtig. Einem fliegenden Händler wären die Wasserflaschen wahrscheinlich mit Begeisterung aus den Händen gerissen worden. Nachdem wir unversehrt wieder eine Etage tiefer gelandet waren, nach etwa drei Stunden, war das anfänglich beinahe verschlafen wirkende Dubrovnik kaum wiederzuerkennen: Tausende von Touristen tummelten sich auf dem Stradun und ein Durchkommen war jetzt schon deutlich mühsamer. Wir entschlossen uns daher zur Rückfahrt auf die CM und sagten Dubrovnik "Lebe wohl!". Um 13.00 Uhr tönte das Horn der CM und das unvermeidliche "Time to say goodbye" machte uns klar, dass unsere erste Kreuzfahrt dem Ende entgegen geht. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns nach dem letzten Abendessen von unseren Kellnern, Euleterio und Vlade, von unseren Tischnachbarn aus St. Ingbert und von dem letzten Rest Hoffnung, von einer Kreuzfahrt ohne Gewichtszunahme zurückzukehren.

Tag 8 (Montag, 4. Juni 2007)

Bereits am Vorabend mußten wir unsere Koffer vor der Tür abstellen. Das war das ultimative Zeichen, dass die Passagiere bald gegen neue ausgewechselt werden würden. Unsere Hosteß Manuela hatte uns noch eingeschärft, die für den nächsten Morgen benötigte Kleidung nicht versehentlich auch mit einzupacken. Es soll schon vorgekommen sein, dass Passagiere im Schlafanzug ausgecheckt haben. Das passierte uns zum Glück nicht. Auch dieser letzte Tag verlief so wie alle anderen: harmonisch. Ein letztes Mal genossen wir den erstklassigen Service beim Frühstück: das letzte Glas Orangensaft, die letzte Tasse Kaffee, die letzten Spiegeleier. Zum Heulen schön!

Bereits vor dem Frühstück aber waren wir wieder mit dem Panoramaaufzug nach ganz oben gefahren. Die Einfahrt in den Hafen von Venedig wollten wir um nichts auf der Welt versäumen. Und im Gegensatz zur Abfahrt vor einer Woche spielte der Wettergott diesmal auch mit. Diese Rückkehr war sozusagen noch das i-Tüpfelchen.

Da wir selbst mit dem Auto angereist waren, teilte man uns beim Ausschiffen in die "braune" Gruppe ein. Diese Farbe hatten unsere Kofferaufkleber, die wir am Vorabend noch selbst anbringen durften. So war für das Personal ersichtlich, wer wann die CM verlassen durfte. Wir waren zwar die letzte Gruppe, die von Bord durfte, aber auch das hat keine Ewigkeit gedauert. Die Organisation klappte bis zur letzten Sekunde vorzüglich und alles wirkte wie aus einem Guss.

Der Bereich für das Gepäck war sehr großzügig. Es waren weder Ellbogen noch irgendwelche Rückfragen nötig, um die Koffer zu finden. Wesentlich stressfreier als auf manchem Flug, so unser Eindruck. Lediglich als wir unseren Wagen abholen wollten auf dem Parkplatz, kam noch etwas Unmut auf. Ein einziger Parkautomat für zig Menschen. Das war doch etwas wenig, lag aber nicht an Costa, sondern am Parkplatzbetreiber. Aber nach einer knappen Stunde kamen auch wir an die Reihe, zahlten die Parkgebühren von etwa 60,-- € für eine Woche und holten unseren Wagen. Dann machten wir uns auf die kurze Fahrt nach Lido di Jesolo, wo wir noch drei erholsame Tage verbrachten. Ein unvergesslicher Urlaub mit einer Unmenge an Eindrücken ging damit zu Ende.

Ich bedanke mich bei den Lesern des Berichts für ihr Durchhaltevermögen und wünsche anschließend noch viel Spaß beim Durchstöbern der Fotoshow. Für evtl. Rückfragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung und ich freue mich natürlich genau so, wenn mein Bericht nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam war.

Wer noch weitere Informationen zum Schiff wünscht, der findet diese nachfolgend aufgelistet:

Baujahr:              2003                               Länge:          292m

Passagiere:          2680                               Breite:            32m

Besatzung:            912                                16 Decks

Kabinen:              1057                                12 für Passagiere

Höchstgeschwindigkeit: 22 Knoten

Als Passagier wird man es im Normalfall lediglich mit fünf Decks zu tun bekommen: den Decks 2 (Tersicore), 3 (Bacco), 4 (Teseo), 9 (Armonia) und 10 (Cleopatra), bei den dazwischen liegenden handelt es sich im Regelfall um reine Kabinendecks

- Informationen rund um die Uhr gibt es am Info-Desk auf Deck 2. Wer Glück hat, gerät an ein Deutsch sprechendes Besatzungsmitglied, aber mit Englisch kommt man immer gut durch. Hier kann man bei Bedarf auch ein weiteres Exemplar seines "Today" holen, für den Fall, dass es mal verlorgen gegangen ist.

- Ausflüge bucht man direkt gegenüber beim Tour-Office oder, noch besser, weil bequem, schnell und einfach zu bedienen an einem der Automaten

- Getränke wie Kaffee, Wasser (kein Mineralwasser) und Eistee gibt es kostenlos auf Deck 9 im Restaurant Perla del Lago, die Speisen werden in Buffetform angeboten, hier gibt es u.a. auch ein empfehlenswertes Eis. Übrigens: die Panoramafenster hier oben sind einfach Klasse. Wer am späteren Nachmittag, wenn es etwas ruhiger ist, mal Lust auf einen  Kaffee im (Plastik)-Tässchen (alles im Leben ist erträglich und vieles einfach nur relativ) hat, dem kann ich einen Besuch im Perla del Lago nur empfehlen. Das ist wie Kino: Du sitzt da und genießt die Landschaft, die an Dir vorüber zieht. Herrlich! Stichwort Plastikgeschirr: Richtiges Geschirr und Tafelsilber gibt es nur im Hauptrestaurant. Im Buffetrestaurant musste man mit der Einschränkung leben, was wir aber nicht als soooo schlimm empfunden haben. Wenn man berücksichtigt, dass es mal den einen oder anderen modischen Ausreißer nach unten im Perla del Lago gab, etwa, wenn ein pubertierender Nachwuchs-James-Bond mit Sonnenbrille und tropfender Badehose durch das Restaurant marschierte, dann waren Plastikteller vergleichsweise harmlos.

- Wer Lust auf Pizza hat, die werden ebenfalls angeboten auf Deck 9 und zwar in der Pizzeria Posillipo

- der "Squok"-Kinderclub befindet sich auf Deck 5 ("Orfeo")

- die Disco "Selva" ist auf Deck 2 zu finden, doch nicht nur die, insbesondere die Liebhaber der rollenden Kugel tummeln sich im "Grand Canal Casino", darüber hinaus ist hier die "Piazza Casanova", das Hauptrestaurant "Degli Argenteri" ist ebenfalls auf Deck 2 zu Hause, aber auch über Deck 3 ("Bacco") zugänglich. Um Irrwegen vorzubeugen, sollte man sich einprägen, dass das Restaurant am Heck ist, das dreistöckige Osiris-Theater ist hingegen über drei Stockwerke (Deck 2, 3 und 4) am Bug des Schiffes zu finden.

- Via Condotti Shops (Deck 3)

- Bibliothek mit Internet-Cafe (Deck 3)

- Wer ein ganz ruhiges Plätzchen sucht, sollte unbedingt im "Wintergarten" vorbauschauen, auch er ist auf Deck 3, und schlängelt sich um das Theater. Eine wahre Oase der Ruhe.

- Ebenfalls sehenswert und für manchen Passagier aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken ist die kleine "Kapelle" auf Deck 4, vorne im Bug-Bereich, sinnigerweise nicht weit entfernt von den Räumlichkeiten mit den Video-Spielgeräten, einer Art Spielhalle.

- Ebenfalls im Bug-Bereich, allerdings auf Deck 9 zu finden ist der gesamte Fitness- und Spa-Bereich, inkl. Schönheitssalon. Selten macht die Schinderei so viel Spaß wie auf diesem Schiff, wo man das Meer immer vor Augen hat! Das Olympia-Fitnesszentrum erstreckt sich bis zum Cleopatra-Deck, also ein Stockwerk höher, wo übrigens auch der Club Medusa, das Bezahlrestaurant angesiedelt ist.

- die Costa Meditteranea bietet seinen Gästen insgesamt 4 Bars an, wo jeweils Live-Musik geboten ist. Für Abwechslung ist hier wirklich jederzeit gesorgt.

- Desweiteren verfügt das Schiff über 4 Pools, von denen einer mit einem je nach Bedarf ausfahrbaren Dach ausgestattet ist. Die Nichtschwimmer oder Faulenzer können zwischen 5 Whirlpools wählen und auch die Sportler kommen natürlich auf ihre Kosten. Ihnen steht ein Jogging-Parcous mit 120m Länge zur Verfügung, außerdem gibt es einen Multifunktions-Sportplatz und eine Riesenrutsche, die stundenweise zur Verfügung steht.

- Publikum: international. Die Mehrzahl der Passagiere, gut 50%, waren Italiener. Deutsche waren nach meinem Kenntnisstand etwa 400 an Bord, etwa eben soviele Spanier, viele Franzosen, Engländer, Schweizer, Österreicher, auch Amerikaner. Wie gesagt: international.

Am Ende dieses langen Reiseberichts bedanke ich mich für die Geduld der Leserinnen und Leser. Ich hoffe, dass der Bericht auch einen gewissen "Mehrwert" bereit gehalten hat. Für Rückfragen stehe ich ggf. gerne zur Verfügung.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, deren Kreuzfahrt bevor steht oder die eine solche planen unvergessliche Eindrücke und einen schönen Urlaub.

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