Auto-Reiseberichte und Autoreisen

Wer Interesse hat, kann im Folgenden einen Reisebericht zu einem Kurztrip nach Dresden, in die nähere Umgebung (Moritzburg, Meißen) und in das Elbsandsteingebirge nachlesen. Wen solche Berichte langweilen, der kann natürlich gleich zur Fotoshow "Dresden 2007" wechseln. Nähere Informationen zu unserem Hotel, dem "Kreischaer Hof" gibt es bei Holidaycheck! In jedem Fall wünsche ich viel Spaß und gute Unterhaltung. Eine Übersicht nützlicher Links gibt es am Ende des Berichts unten.

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Wer Dresden hört, denkt wohl in erster Linie an Sehenswürdigkeiten wie die Frauenkirche, die Semperoper und natürlich den Zwinger. Dabei hat Dresden so unendlich viel mehr zu bieten. Es wäre fatal, diese Stadt sozusagen im Schweinsgalopp zu durcheilen und sie abzuhaken auf der "To do"-Liste. Auch die UNESCO sieht im "Elbtal Dresden" mehr als nur ein schönes Fleckchen Erde und hat es deshalb in die Liste des Welterbes aufgenommen. Grund genug, diesem einzigartigen Gesamtkunstwerk endlich einen Besuch abzustatten. 

Wir entschieden uns für die längere Variante von insgesamt fünf Tagen, weil wir so noch Gelegenheit haben würden, auch das Elbsandsteingebirge, die Moritzburg und die Stadt Meißen in Augenschein zu nehmen. Am Anreisetag fuhren wir entspannt in Richtung sächsische Landeshauptstadt. Als die Reichweite von "Antenne Bayern" dem Ende zuging und sich die Moderatoren von "Jump" meldeten, wussten wir noch nicht, dass uns etwas ganz Besonderes bevorstehen würde. Allerdings fiel mir auf, dass die Autofahrer wesentlich entspannter hinter dem Lenkrad saßen als in Bayern. Drängeln, nah auffahren oder gar hupen, war in Sachsen nicht zu beobachten. Überhaupt machten die Menschen einen deutlich "ungehetzteren" Eindruck als ihre Landsleute im südlich gelegeneren  Freistaat. Liegt das an der Lebensart oder an den in Sachsen häufiger anzutreffenden Blitzgeräten der Polizei? Die Antwort wird wie meistens wieder irgendwo in der Mitte liegen.

Unsere erste Station war die Moritzburg mit ihren vier beeindruckenden Rundtürmen. Auch diese Burg trägt im Untertitel die Bezeichnung "Lustschloss". Das läßt darauf schließen, dass August den Beinamen "der Starke" nicht zu Unrecht trug. Auch heute noch vergnügen sich die Touristen in der Moritzburg, freilich beschränkt sich das mehr auf ein "Lustwandeln". Es macht auch wirklich Spaß, den künstlich angelegten Teich zu umrunden und dabei die auf Schritt und Tritt spürbare Romantik mit der unverzichtbaren Digitalkamera einzufangen.

Nicht weit von Moritzburg entfernt liegt die ebenfalls geschichtsträchtige Porzellanstadt Meißen. Wer Zeit hat, sollte eine Führung durch die Porzellan-Manufaktur mitmachen. Auch die Albrechtsburg und der Dom sind lohnende Ziele. Die beiden ersten Bilder links wurden in Meißen aufgenommen. Das Pferd ist übrigens aus Porzellan. Rechts daneben sind zwei Aufnahmen, die die Moritzburg zeigen. Weitere Bilder zur gesamten Reise sind über das Fotoalbum "Dresden 2007" zu erreichen.

Der zweite Tag unseres Aufenthalts gehörte voll und ganz den großartigen An- und Aussichten Dresdens. Der größte Schatz freilich hängt in keinem Museum. Man muss also weder in den Zwinger gehen, noch Schlange stehen vor der Semper-Oper. Diesen Blick gibt es absolut gratis und wenn man Glück hat, gehört er einem auch noch (fast) ganz allein:

Wenn dann das Wetter auch noch mitspielt, gibt es kaum etwas Schöneres. Man vergisst Zeit und Raum und kann sich nicht sattsehen. Da spielt es meines Erachtens auch überhaupt keine Rolle, dass die Stadt jetzt als "Elbflorenz" und nicht als "Elbvenedig" in die Geschichte eingegangen ist. Einfach nur "Dresden", das reicht völlig.

Dresden liegt im Flächenvergleich deutscher Städte nach Berlin, Hamburg und Köln an vierter Stelle. Damit wird schon eingangs klar, dass die Fortbewegung in der Stadt ein wichtiges Kriterium darstellt. Ein Höchstmaß an Unabhängigkeit hat man daher nur dann, wenn man ohne eigenes Auto unterwegs ist. Wir haben deshalb die Park- and Ride-Möglichkeiten genutzt und sind jeden Tag von unserem Quartier in Kreischa nach Prohlis gefahren, einem Außenbezirk von Dresden. Dort sind wir dann in die Straßenbahn eingestiegen und weiter in die Innenstadt gefahren. Die Tageskarte kostete 3,-- € pro Person, kann z.B. am Fahrkartenautomaten der Haltestellen erworben und muss unmittelbar vor Fahrtantritt in der Bahn oder im Bus entwertet werden. Angeboten wird u.a. auch eine Dresden-Card, die dann 48 Stunden gilt, die kommt m.E. jedoch nur für Leute in Frage, die wirklich die Absicht haben, eine Art Museums-Wettlauf zu absolvieren. Aber nachdem wir nicht auf der Flucht waren und in erster Linie Sightseeing machen wollten, reichte uns die Tageskarte völlig. Damit kann man übrigens neben den Straßenbahnen natürlich auch die Busse und die Elbfähren nützen. Die Bahnen verkehren tagsüber in Abständen von etwa 10 - 20 Minuten, fahren sehr zuverlässig und auch für Fremde ist das System einigermaßen schnell durchschaubar.

Die historische Altstadt von Dresden

Frauenkirche, Zwinger, Semperoper - bei diesen Begriffen schnalzt der Dresdenliebhaber mit der Zunge und derjenige, der die Stadt noch nicht kennt, wird es spätestens dann tun, wenn er am neuen alten Wahrzeichen Dresdens steht. Am 30. Oktober 2005 wurde die Frauenkirche nach dem Wiederaufbau geweiht und seit diesem Tag ist der barocke Bau mit seinen 91,24m Höhe der Mittelpunkt der historischen Altstadt, so als wäre es nie anders gewesen. Diese und viele weitere Detailinfos kann man auf der sehr gut gestalteten Website zur Frauenkirche nachlesen. Dort gibt es auch Informationen zu Orgelkonzerten und weiteren Veranstaltungen. Unbedingt empfehlens ist ein Aufstieg auf die 67m hohe Kuppel. Das Vergnügen ist zwar nicht ganz billig (8,-- €) und auch etwas beschwerlich, aber der Blick, der sich dem Betrachter bietet, ist einfach unbezahlbar.

Die Frauenkirche ist natürlich ein Objekt, für das man sich wirklich Zeit nehmen sollte. Sowohl von Außen als auch von Innen bietet das Bauwerk fantastische Ansichten. Besonders das Spiel der Farben zu den unterschiedlichen Tageszeiten sollte man als ambitinionierter Hobbyfotograf unbedingt festhalten.

Da man bekanntlich nie sicher sein kann, ob der Wettergott auch mitspielt, empfiehlt sich ein grober Fahrplan bei der Stadtbesichtigung. Wir hatten uns vorgenommen, bei schönem Wetter die historische Altstadt ausgiebig zu erkunden. Für den Fall, dass es regnen sollte, standen Museumsbesuche auf dem Programm. Die Realität hat dann gezeigt, dass wir damit goldrichtig lagen: am Dienstag regnete es leider ziemlich heftig. Machen wir also weiter mit dem Bummel durch die historische Altstadt. Zum Glück umfasst dieses Areal eine Fläche von gerade mal lediglich eineinhalb Quadratkilometer, trotzdem kommt man aus dem Schwärmen hier kaum heraus: ein geschichtsträchtiges Schloss ist ebenso vertreten wie das weltberühmte Opernhaus, darüber hinaus vereint dieses einzigartige Panorama noch zwei barocke Kirchen und mehrere hochkarätige Museen. Wenn das kein Grund zum Schwärmen ist!

Auf dem Weg von der Frauenkirche zum Schloss kommt man am Fürstenzug in der Augustusstraße vorbei. Das 102m lange Bild wurde in den Jahren von 1904-1907 auf 25.000 Kacheln aus Meissener Porzellan übertragen. Es handelt sich damit, wen wundert's, um das größte Porzellanbild der Welt. Ein weiterer Höhepunkt sächsischer Baukultur wartet mit dem Residenzschloss. In der Bombennacht des 13. Februar 1945 vollständig ausgebrannt und wegen fehlender finanzieller Mittel nur unzureichend rekonstruiert, begann am 2. Okt. 1991 mit der Aufsetzung der Turmhaube auf den Stumpf des Hausmannsturms ein Neuanfang. Seitdem konnten viele Teile des Großen Schlosshofes rekonstruiert werden. Wir haben u.a. dem neuen Hausmannsturm einen Besuch abgestattet. Hier waren wir auf unserem Weg nach oben fast allein, weil viele wohl den Aufstieg scheuten, der aber weit weniger anstrengend ist, als der Marsch auf die Kuppel der Frauenkirche. Im Aufgang des Hausmannsturm ist überdies eine Ausstellung zum 13. Februar 1945 untergebracht. Ein eindringliches Mahnmal über die schrecklichen Ereignisse über die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Im Innenhof der Residenz wird man außerdem mit herrlichen Sgraffito-Arbeiten entschädigt, einer in der Renaissance sehr beliebten Technik zur Erstellung von Ornamenten und Figuren.

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Sehenswert ist weiterhin die neobarocke Brücke, also der Übergang vom Residenzschloss zur Hofkirche. Mich erinnerte dieser Übergang an die Seufzerbrücke in Venedig, wenngleich der historische Hintergrund hier ein ganz anderer ist. Damit stehen wir dann auch schon vor der Hofkirche. Sie ist, wer hätte das erwartet, die größte Kirche Sachsens und eines der letzten und schönsten Bauwerke des römischen Barocks. Geweiht wurde die Kirche im Jahr 1751. Vor dem Hauptportal der Kirche, auf dem Schlossplatz, zeigt ein Pflasterstein den Buchstaben "N". Hier soll Kaiser Napoleon I. am 26. August 1813 gestanden haben, als er die Truppenparade vor der Schlacht von Dresden abnahm. Bevor es jetzt mit unserem Rundgang durch die historische Altstadt weiter geht zunächst ein paar Bilder:

Die Bilder wurden zum Teil bei Regenwetter aufgenommen. Dies hat jedoch eine zum Teil durchaus eigene Stimmung zur Folge. Keinesfalls sollte man den Fehler machen, und alles durch die sonnendurchflutete blaue Brille betrachten wollen. Gerade wenn sich die Sonnenstrahlen einmal verstecken, sieht man dieses oder jenes Detail, das ansonsten untergehen würde. Auch bei Regen sehr schön zur Geltung kommen Hofkirche und Schloss, das Ensemble trotzt auch den Naturgewalten.

Wir setzen unseren Rundgang fort und statten dem Zwinger und der Semper-Oper einen Besuch ab. Ersterer ist "das" Meisterwerk des sächsischen Barock und eine der bedeutendsten Schöpfungen der europäischen Baugeschichte. Gebaut wurde dieses einzigartige Meisterwerk im Auftrag Augusts des Starken und zwar zwischen 1709 und 1732. Markant sind das Kronentor, der Wallpavillon und das Nymphenbad. Nicht zuletzt bekannt wurde der Zwinger durch seine Gemäldegalerie "Alte Meister" und die mit 20.000 Einzelstücken bestückte umfangreichste keramische Spezialsammlung der Welt.

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Den Abschluss unserer "Schönwetterwanderung" durch die historische Altstadt bildet das vielleicht bekannteste Motiv, nicht zuletzt durch die "Radeberger-Werbung", die Semper-Oper. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude ab 1977 weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Am 13. Februar 1985 wurde die Oper mit dem "Freischütz" von Carl Maria von Weber standesgemäß eingeweiht. Seitdem sind die Arkadenfassade mit der Pantherquadriga wieder der Nabel der Opernwelt.

Damit haben wir unseren Rundgang durch die historische Altstadt beendet. Der nächste, regnerische Tag, war der Gemäldegalerie "Alte Meister", einer Führung durch die Semper-Oper und einer Besichtigung des Residenzschlosses vorbehalten. Selbstverständlich bietet Dresden noch so viel mehr, z.B. die Neustadt, die Elbhänge und und und. Aber wir wollten uns auch die Hintertür eines weiteren Besuches offen lassen. Und, seien wir ehrlich, zu viel Kultur nervt auf Dauer auch ein bißchen. Was bietet sich also an? Richtig: Shoppen bis zum Abwinken. Auch hier freut sich der gehfaule Tourist, liegt doch alles was des Käufers Herz begehrt in Reichweite: Altmarkt, Neumark, Prager Straße, das Kneipenviertel. Einfach herrlich!

Aber zurück zur Kultur. Jährlich rund 400.000 Besucher wollen die Gemäldegalerie "Alte Meister" im Zwinger besichtigen. Wir waren dabei und haben gerne den Eintritt von 6,-- € pro Person bezahlt. Wann bekommt man schon einmal einen echten Tizian zu sehen? Oder einen Rafael? Oder einen Rubens? Und noch viel mehr. Natürlich kann man dort auch das berühmte Gemälde von Bernardo Bellotto, besser bekannt als "Canaletto", bewundern, das Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke aus zeigt. Die Galerie beherbergt mehr als 760 Gemälde und hat von Dienstag bis Sonntag ab 10.00 Uhr bis 18.00 geöffnet. Wir waren bereits etwa gegen 10.00 Uhr vor Ort und das war gut so. Gerade an Regentagen, wenn die Touristen auf der Suche nach trockenen Räumen sind, bieten sich Museumsbesuche an. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man als Einzelreisender naturgemäß viel flexibler reagieren kann. Die Busse spucken ihre touristische Ladung meist erst am späteren Vormittag aus. Diese Zeit sollte man also nützen, es lohnt sich.  

Irgendwann freilich holen einen die Menschenschlangen dann doch ein. Uns passierte das bei der Semper-Oper. Dort machten wir ebenfalls eine Führung mit und mussten uns wohl oder übel einreihen in die Kummerkette der Wartenden. Aber auch das lohnt sich. Denn dieses Opernbauwerk ist von Innen fast noch schöner als von Außen. Die Führung kostete 7,-- € pro Person und dauerte eine knappe Stunde. Wenn man dann noch das Glück hat, eine Person zu finden, die ihren auswendig gelernten Text nicht nur lieblos herunter leiert, sondern alles was mit der Oper zu tun hat, richtig lebt, so wie wir, dann wird man um einige Erfahrungen reicher wieder gehen. Diese Erfahrungen und Eindrücke sollte man anschließend unbedingt noch einmal auf sich wirken lassen, z.B. bei einer Tasse Kaffee und einem schönen Sück Kuchen in der "Schinkelwache", dem berühmten Cafe an der Semperoper.

Das Pflichtprogramm Dresden haben wir damit erfüllt. Keine Zeit war für die Neustadt, das "Grüne Gewölbe", die Galerie "Neue Meister" oder die "Gläserne Manufaktur". All das bleibt einem weiteren Besuch der sächsischen Hauptstadt vorbehalten.

Für die eingefleischten Dresden-Fans habe ich aber noch ein Schmankerl:

Wer noch Lust auf die Bastei, den Elbhang und die Festung Königstein hat, klickt auf den folgenden Link:

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