Montag, 23. September 2013 (Budapest - Esztergom - Donauknie)

Der SMS-Wetterbericht aus Deutschland hatte für heute angenehmes Wetter ohne Regen vorher gesagt. Aber es kam ganz anders!

Da wir keinen Ausflug gebucht hatten, können wir ausschlafen. Kurz vor acht stehen wir auf und frühstücken ausgiebig. Der Virus hat uns zwar unverändert fest im Griff, aber das Essen schmeckt immer noch. Gottseidank!. Wir verlassen die MS Primadonna und gehen zur Markthalle.

An einem Zeitungsstand kaufe ich zwei Straßenbahntickets zum Preis von 700 Forint. Die Straßenbahnlinie Nr. 2 bringt uns anschließend zur Haltestelle nahe der berühmten Kettenbrücke.

Die klassizistische Brücke mit je zwei Löwenstatuen an den Auffahrten wurde am 20. November 1849 für den Verkehr freigegeben. Von hier haben wir noch knapp einen Kilometer Fußmarsch zur St.-Stephans-Basilika, die wir bereits gestern Abend im Lichterglanz fotografiert hatten (siehe vorherige Seite bei den Nachtaufnahmen, zweite Reihe, linkes Bild).

In dieser größten Kirche Budapests finden 8.500 Gläubige Platz. Der Eintritt in den gewaltigen Zentralkuppelbau ist kostenlos. Die Basilika ist 86 Meter lang und 55 Meter breit, die Kuppelhöhe beträgt 96 Meter. Wahrlich beeindruckende Zahlen. Der als Triumphtor gestaltete Haupteingang wird von zwei 80 Meter hohen Glockentürmen flankiert. In einem der Türme schlägt seit 1990 eine neun Tonnen schwere Glocke, die ein Geschenk der Stadt Passau zur Erinnerung an die Ereignisse im Jahr 1989 ist. Damals wurde die deutsch-österreichische Grenze für Tausende DDR-Bürger geöffnet. Begleiten Sie uns auf einer kleinen Fototour durch dieses wunderbare Gotteshaus. 

Vor der Kirche befindet sich übrigens ein Cafe, das einen praktischen Service anbietet. Auf den Kassenzetteln sind Codes aufgedruckt, mit dessen Hilfe man die Toilettentüren öffnen kann. Für uns erwies sich das an diesem Tag als unverzichtbar.

Nach dem Besuch der St.-Stephans-Basilika lenken wir unsere Schritte in Richtung "Vaci Utza", das ist "die" Einkaufsmeile Budapests. Da wir an Shopping jedoch nicht interessiert sind, gehen wir flott weiter, machen lediglich einen kurzen Fotostop am berühmten Cafehaus "Gerbeaud".

An diesem Vormittag sitzen schon viele Touristen hier und genießen ihr Frühstück. In der Fußgängerzone ist es um diese Zeit eher noch ruhig. 

Das ist in der Markthalle ganz anders. Hier, in dieser 1897 eingeweihten Eisen- und Stahlkonstruktion, erleben wir ein Fest der Sinne. Die Geschmacksnerven stehen voll auf Empfang. Von der Riesen-Salami bis zum Rosenpaprika gibt es hier alles, was Schuhbeck, Lafer und wir gerne mögen und mehr. Die Palette der angebotenen Lebensmittel ist schier grenzenlos.  Wem das noch nicht reicht, der kann auch noch auf der Galerie nach Blumen oder Andenken suchen und Imbisstände, um den Hunger zwischendurch zu stillen, gibt es natürlich auch.

Wir geben uns mit zwei normalen "Pick"-Salamistangen zufrieden und zahlen für 800 Gramm etwa 15,00 Euro. Ein guter, aber keineswegs herausragender Preis und schon gar kein Grund, nur wegen der Salami nach Budapest zu fahren. Auch hier weiß man, wie Geld zu verdienen ist.

Wir machen uns auf den Rückweg zur Primadonna, wo heute um 12.30 Uhr das Mittagessen serviert wird. Da wir uns kurzfristig entschlossen hatten, den Ausflug nach Esztergom und zum Donauknie mitzumachen, verlassen wir unser Schiff gegen 14.15 wieder und steigen in einen Bus, der Budapest in nordwestlicher Richtung verlässt. Unterdessen legt auch die MS Primadonna ab und nimmt Kurs auf Bratislava. Sie wird uns am Abend bei Visegrad wieder aufnehmen.

Unsere Reiseleiterin Anita erzählt uns während der langen Busfahrt viel über Land und Leute. Wir kommen durch eine Ortschaft der Banater Schwaben.

Hier stehen die Straßennamen in drei Sprachen auf den Schildern: ungarisch, deutsch und schwäbisch. Leider hatte es in der Zwischenzeit angefangen zu regnen und auch der Wind hat gehörig aufgefrischt. Herbstliches Schmuddelwetter.

Nach mehr als einer Stunde kommen wir nach Esztergom, Ungarns erster Hauptstadt und Königssitz unter den Arpaden. Unser Ziel: die Kathedrale. Mit ihrem Bau wurde im Jahr 1822 begonnen, knapp 40 Jahre später war sie fertig. Die Basilika von Esztergom ist die größte Kirche in Ungarn und die viertgrößte der Katholiken. Unter anderen (Wetter)-Umständen hätte es uns hier sicher besser gefallen, aber trotz der vielen Fenster in der Kirche war es ziemlich dunkel.

 

Anschließend wurde unsere Gruppe zu einer Gaststätte gekarrt, wo Kaffee und Kuchen serviert wurde. Die Verköstigung war im Reisepreis enthalten, insgesamt schlug der Ausflug mit 36,00 Euro pro Person zu Buche. Der letzte Programmpunkt war dann die Fahrt zum Donauknie. Hier beschreibt der zweitlängste Fluss Europas (der längste ist übrigens die Wolga!) eine 90 Grad-Kurve und wechselt abrupt seinen Lauf von Osten nach Süden. In dieser Region befindet sich auch Ungarns beliebteste Ferienregion. Heute sah man aber nur drei Busse von Nicko-Tours. Es war einfach nur trostlos! Die ansonsten spektakuläre Aussicht ist den folgenden Bildern leider nur zu erahnen.

Weit unten erkennt man vier Schiffe, die auf ihre menschliche Fracht warten. Die Primadonna als Vierte im Bunde muss sich dabei hinten anstellen. So geht dieser Ausflug enttäuschend zu Ende. Unten an der Anlegestelle mussten wir zu allem Überfluss auch noch annhähernd eine Stunde warten, bis die Primadonna anlegen und uns aufnehmen konnte. Über den verkorksten Ausflug tröstete dann auch das sehr gute Abendessen nur schwer hinweg. Wir tranken mit unseren Tischnachbarn noch einen Absacker in der Lounge und gingen in der Hoffnung auf besseres Wetter schlafen.

Am Dienstag erwartet uns die slowakische Hauptstadt Bratislava. Wenn Sie Lust haben, begleiten Sie uns einfach.

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