Zum Einstieg ein paar Daten:
Größe:   28.000 BRZ
Länge:   205 m
Breite:   25 m
Tiefgang:   ca. 7,55 m
Decks/Stockwerke:   10
Baujahr:   1973 als Royal Viking Sea, regelmäßige Renovierungen, zuletzt 2013
Stabilisatoren:   Denny Brown - Flossenstabilisatoren
Antrieb:   Wärtsilä, 15.840 KW
Reisegeschwindigkeit:   15 bis 18 Knoten
Reederei:   V-Ships/Monaco
Flagge:   Bahamas
Schiffsbesatzung:   ca. 340, zumeist europäisch und philippinisch (Offiziere zumeist deutsch und europäisch)
Passagiere:   bei PHOENIX maximal 830, meist deutsche Gäste
Netzspannung:   220 V Wechselstrom, Wechselspannung 60 Hertz
Bordwährung:   EURO; Visa-, Master- und deutsche Girocards werden akzeptiert, Abrechnung in EURO
Bordsprache:   deutsch
Reiseleitung:   deutsch; ca. 10 -12 Reiseleiter
Restaurants:   2 mit insgesamt ca. 850 Plätzen, 1 Tischzeit, Lido-Buffet (außen)
Aufzüge/Lifts:   5
Rollstuhlfreundlich:   nur bedingt

Mit ihrem Slogan "Willkommen zu Hause" hatte uns Phoenix-Reisen neugierig gemacht. Wie würde sich die Albatros im "echten Leben" präsentieren, kannten wir sie bislang doch nur aus der TV-Dokuserie "Verrückt nach Meer". Auch bei der Albatros handelt es sich noch um einen klassischen Ozeanliner, kein schwimmendes Hochhaus der neuen Generation. Kletterwand, Eislaufbahn und Formel 1-Simulator sucht man also auf der "Weißen Lady", wie sie von Kapitän Morten Hansen liebevoll genannt wird, vergebens.

Stattdessen erlebten wir ein zuletzt im Jahr 2013 umfassend renoviertes Schiff, das auch für den verwöhnten Gast alles bietet, was man sich von einer Kreuzfahrt erwartet. Auf 8 Decks erlebten wir pure Urlaubsfreude in entspannter und meist legerer Atmosphäre, so wie die Kleiderordnung, die lediglich an den Galaabenden eleganteres Outfit vorschreibt.

Sehr schön sind die Außenbereiche der Albatros am Heck, wo man über drei Decks genügend Auswahlmöglichkeiten für einen Platz seiner Wahl findet.

Natürlich wünscht sich der Tourist immer schönes Wetter, so wie auf den Bildern oben. Dann zeigen sich die vielfältigen Möglichkeiten einer Schiffsreise am besten und insbesondere Seetage werden dann bestimmt nicht langweilig. Ein Spaziergang auf dem Promenadendeck lädt die Passagiere ein, etwas für den Kreislauf zu tun. Schiffe, die man komplett umrunden kann, ohne die Decks zu wechseln, sind selten genug, auf der Albatros kann man das auf Deck 7 machen.

Hier befinden sich auch noch andere öffentliche Bereiche, z.B. der Wintergarten, Harry's Bar oder die Casablanca-Bar. Leseratten werden in der Bibliothek fündig und wer ins Internet möchte, der kann einen der Computer nutzen, die ebenfalls auf Deck 7 sind.

An schönen Tagen waren wir auf dem Jupiter-Deck (Deck 9) und haben die Sonne auf einer der zahlreichen Liegen genossen. Reservierungen waren im Übrigen zu keiner Zeit nötig.

Weniger schöne Tage bieten sich u.a. für sportliche Aktivitäten an. Das sehr gut ausgestattete Fitness-Center auf dem Apollo-Deck (Deck 8) habe ich mehrfach genutzt. Die neuen Geräte, z.B. die Crosstrainer, bieten trotz der körperlichen Anstrengung auch etwas für's Auge, weil man von hier oben auch auf das offene Meer blicken kann. Auf dem Apollo-Deck ist auch ein großer Spa-Bereich angesiedelt, der Massage, Sauna und Dampfbad bietet.

Gut gefallen haben uns außerdem die Pazifik-Lounge und die Karibik-Lounge auf dem Jupiter-Deck (Deck 9). Letztere bietet Ruhe und herrliche Ausblicke aufs Meer, dazu kann man auch noch einen leckeren Cappuccino oder ähnliches genießen.

Das Orion-Deck (Deck 5) ist Anlaufstelle für alle größeren und kleineren Probleme der Passagiere. Hier findet man die Rezeption, das Bordreisebüro, den Fotoshop und die Boutique, die mit den gängigsten maritimen Textilien bestückt ist, u.a. Paul & Shark. Gut gefallen hat uns der Fotoshop, weil auf einem leicht zu bedienenden Computerterminal die passenden Bilder schnell und unkompliziert ausgesucht und bestellt werden können. Der Preis pro Bild mit 5,50 Euro lag im unteren Bereich, so dass dem Kauf zahlreicher Erinnerungsstücke nichts im Weg steht.

Das Herzstück der Albatros ist aus unserer Sicht das Salon-Deck (Deck 6). In den sehr schön gestalteten Restaurants "Möwe" und "Pelikan" sitzt man z.B. an herrlich eingedeckten 8er-Tischen und kann sich verwöhnen lassen. Überhaupt ist das Thema "Essen" für jeden Kreuzfahrer immens wichtig. Je besser das Essen, um so enger die Kleidung am Ende der Reise. Insofern kann man sicher von einem vollen Erfolg sprechen. Die Mahlzeiten werden in einer gemeinsamen Tischzeit von einem sehr aufmerksamen Service-Personal serviert. Die Speisen waren abwechslungsreich, vielfältig, geschmacklich hervorragend und ansprechend präsentiert. Auch das Frühstück, das ebenfalls in den Restaurants eingenommen werden kann, gab keinerlei Anlass zu Beanstandungen. Kaffee und Orangensaft wurden serviert, das Büffet bot eine reiche Auswahl an Eierspeisen, Wurstsorten, Käse, Brot, Semmeln usw. Zu Mittag- und Abendessen werden Säfte sowie Rot- und Weißwein kostenlos serviert.

Wer gerne eine Tasse Kaffee trinkt und Kuchen liebt, auch der kommt auf der Albatros auf seine Kosten. Zwischen 16.00 Uhr und 16.45 Uhr warten täglich cremige und sahnehaltige Köstlichkeiten auf ihren Verzehr.

Aber damit sind den kulinarischen Möglichkeiten noch längst keine Grenzen gesetzt. Der Chefkoch und sein Team lassen sich immer wieder Neues einfallen, um die verwöhnten Gäste bei Laune zu halten. So konnten wir u.a. einer Sushi-Demonstration beiwohnen und die zubereiteten Teile auch verspeisen, daneben sorgten Themenabende immer wieder für Abwechslung. Selbstverständlich gibt es auf der Albatros auch noch das "Büffet Magnifique".

Wer dann endlich seinen Hunger gestillt hat, wechselt den Standort und sucht sich einen Platz in der Atlantik-Lounge. Dort wurden wir von einem höchst motivierten Show-Ensemble unterhalten, so dass schlechte Laune keine Chance hatte. Besonders gut gefallen hat uns der Gastkünstler Grant Newsome, der mit seinen Elvis- und Frank Sinatra-Nummern wahre Begeisterungsstürme erntete. Am meisten gelacht haben wir allerdings bei der Crew-Show, die Talente zu Tage förderte, an die man zuvor nicht im Traum dachte. 

Die Albatros glänzt mit einer sehr reichhaltigen Getränkekarte. Man kann aus mehreren Kaffeespezialitäten wählen und auch die Bierauswahl fanden wir erstaunlich. Die Preise sind, anders als bei italienischen oder amerikanischen Schiffen durchaus moderat, eine aktuelle Preisliste gibt es hier: Barkarte!

Nach einem abwechslungsreichen Tag auf See, der mit einem Schlummertrunk, z.B. in Harry's Bar endet, begibt man sich schließlich in die Kabine. In unserem Fall befand sich diese auf dem Neptun-Deck (Deck 3). Es handelte sich um eine Außenkabine mit zwei Bullaugen.

Die Kabine war völlig anders geschnitten, als wir das von unseren bisherigen Kreuzfahrten kannten. Sie war mehr lang als breit und die Betten waren L-förmig angeordnet, das lässt mehr Platz für einen kleinen Glastisch, zwei Stühle und einen Spiegel mit großzügigem Unterbau, der als Schreibtisch genutzt werden kann. Hier befindet sich auch noch ein Schubladenschränkchen mit vier Schubfächern.

Unter dem Spiegel sind u.a. zwei Steckdosen angebracht und die Reglerknöpfe für die schiffseigene Radiostation, die u.a. von täglich wechselnden Phoenix-Mitarbeitern  beackert wird. Links und rechts am Spiegel ist jeweils eine Lampe angebracht, eine weitere befindet sich über jedem Bett, dazu tragen zwei Deckenlampen für einen ausreichenden Durchblick bei.

In einem viertürigen Kleiderschrank, der mit Spiegeln verkleidet ist, finden sich ausreichend Stauräume für Anzüge, Hosen, Kostüme usw., auch Kleiderbügel sind in erklecklicher Anzahl vorhanden. Die Kabine wird komplettiert durch einen Flachbildschirm der neuesten Generation. Hier laufen täglich Informationen über die kommenden Ausflüge und zum Schiff selbst, auch deutschsprachige Fernsehsender, wie ARD, ZDF, RTL,SAT 1, ARTE usw. gibt es zur Genüge.

Im Bad befand sich eine Badewanne, ein großes Waschbecken mit einer schönen „hansgrohe“-Armatur und einem Spiegelschrank, der erfreulich viele Ablagefächer beinhaltete. Rasierer, Deos und viele weitere Kosmetikartikel können so problemlos verstaut werden. Am Boden der Badewanne waren Streifen aufgeklebt, die ein Ausrutschen verhindern, so dass man hier bequem duschen konnte.  Die Dusche verdiente ihren Namen, denn aus den Düsen ergossen sich ordentliche Strahlen und das Wasser war auch warm, nicht so wie verschiedentlich auch schon erlebt, als lauwarmes Rinnsal. Im Spiegelschrank befinden sich auch noch zwei weitere Steckdosen, so dass sich niemand um leere Akkus oder Smartphones sorgen muss. Die Klimaanlage verrichtete einigermaßen geräuschlos und ohne lästiges „Blasen“ ihren Dienst. Eine individuelle Regulierung war zwar möglich, tatsächlich bemerkten wir jedoch keine Änderungen der Temperatur nach unten oder oben.

Wer eine Minibar sucht, wird in dieser Kabinenkategorie nicht fündig, auch der Safe ist etwas schwer zugänglich, er befindet sich im linken Kleiderschrankabteil und steht auf dem Kasten mit den Schubläden. Die Sicht ist schlecht und man benötigt eigentlich eine Taschenlampe, um die Zahlenkombinationen einzugeben. Vor der ersten Inbetriebnahme empfiehlt sich das Lesen der Bedienungsanleitung, ansonsten sperrt man seine Wertsachen womöglich ein und benötigt die Hilfe des Bellboy's, um wieder an diese ran zu kommen!

Phoenix bietet als zusätzlichen kostenlosen Service die Nutzung von Bademänteln, die sich ebenso in der Kabine befinden wie Badelaken, auch Decken sind vorhanden.

Was aber wäre die Albatros ohne seinen Kapitän und all die dienstbaren Geister, die wir alle mittlerweile aus dem Fernsehen kennen und ohne die eine Kreuzfahrt nicht das wäre, was sie ist: ein unvergessliches Erlebnis!

Kapitän Morten Hansen lernten wir bereits im Rahmen der Rettungsübung kennen. Im Laufe der Kreuzfahrt bekamen wir ihnen noch mehrmals zu Gesicht und können bestätigen, dass er genau so offen und herzlich ist, wie er im Fernsehen rüber kommt. Das trifft auch auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Rezeption, in der Küche, im Reisebüro oder im Service zu.

Viele nützliche Informationen können auch auf der Phoenix-Website nachgelesen werden. Darüber hinaus stellt Phoenix für jede Reise einen eigenen kleinen Reiseführer zusammen. Hier kann sich jeder seine Ausflüge aussuchen und schon vorab Informationen sammeln. Ein sehr nützliches kleines Büchlein, wie wir fanden.

Wenn sie jetzt Lust bekommen haben auf eine Kreuzfahrt "Von der venezianischen Lagune zum Hamburger Hafengeburtstag", dann klicken Sie auf "Venedig" und die Reise kann starten! Ich wünsche viel Vergnügen und gute Unterhaltung bei der nun folgenden Lektüre.

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