Wie immer, wenn man schon über Erfahrungen verfügt, waren wir diesmal vom Schiff nicht mehr überrascht. Wir kannten die Albatros ja noch aus dem letzten Jahr, der "Wow-Effekt" blieb also erwartungsgemäß aus, vielmehr hofften wir, auf Altbekanntes und damit Bewährtes zu treffen. Die "Weiße Lady", so viel steht jedenfalls fest, ist immer noch ein schönes Schiff. Ein klassischer Ozeanliner mit hohem Wiedererkennungswert, eben ein "richtiges" Schiff ohne Schnickschnack!

 

Auf dem Vorschaubild sehen wir die Albatros im Hafen von Trapani., rechts das Modell des immer noch schnittigen Schiffes. Natürlich wurde auch in diesem Jahr wieder fleißig gepinselt, in jedem Hafen sah man unermüdliche Besatzungsmitglieder, wie sie sich am Rumpf des Schiffes abmühten, um nur ja jeden Rostfleck zu überdecken. Auf den ersten Blick hatte sich also im Vergleich zum Vorjahr nicht viel geändert. Bei den Beschreibungen der Außenflächen, der öffentlichen Räume usw. verweise ich daher auf die Erfahrungswerte aus 2014. Wer an der aktuellen Bewertung bei Holidaycheck interessiert ist, klickt bitte hier

A) Kabine

Neugierig waren wir natürlich auf unsere Kabine. Wie schon im Vorjahr hatten wir das Glück, ein Upgrade auf eine Außenkabine auf dem Neptundeck zu bekommen. Die zwei Bullaugen ermöglichen eine ausreichende Sicht nach draußen und so kann man gleich nach dem Aufwachen einen Blick auf die Sonne erhaschen, so sie denn scheint.

Diesmal waren wir in Kabine Nr. 3002 untergebracht, auf der Steuerbordseite ganz vorne.

Auf den ersten Blick sah die Kabine aus wie im letzten Jahr. Auf den zweiten Blick bemerkten wir dann, dass es doch einen Unterschied gab. Die Kabine war etwas größer, weil die Tür unmittelbar in den langen Gang mündete, während die nachfolgenden Kabinen nur über einen kleinen zusätzlichen schmalen Gang zu erreichen waren, was zu Lasten der Kabinengröße geht. Vordergründig schien das ein Vorteil zu sein, aber es stellte sich schnell heraus, dass durch den genau gegenüber liegenden "Electrical Workshop" und die darüber hinaus abgehenden Zugänge zu den Mannschaftsräumen permanent für einen erhöhten Geräuschpegel gesorgt wurde. Wir ignorierten das, so gut wir konnten, auch wenn es manchmal schwer fiel. Überhaupt sind die Kabinen ziemlich hellhörig, was jedoch nicht weiter schlimm ist, weil man sich in der Regel nur zum Schlafen hier aufhält.

Auf der Kabine lagen schon die kleinen Helfer, wie das unverzichtbare Tagesprogramm, bereit. Auch eine Phoenix-Reisetasche, die es vom Veranstalter bei jeder Buchung als Geschenk gibt, lag auf dem Bett. Routinemäßig überprüfte ich die Toilettenspülung, die einwandfrei funktionerte. Hatten wir im Vorjahr noch eine Badewanne mit Dusche, beschränkte man sich hier ausschließlich auf die Dusche, was aus unserer Sicht eher ein Vorteil ist. Auch der Vorhang, der oft und gerne kritisiert wird, störte uns nicht weiter. Irritiert waren wir aber dann doch etwas, als wir bemerkten, dass es keine Mischbatterie gab, sondern zwei Armaturen für Kalt- und Warmwasser. Damit mühten wir uns dann in den kommenden 17 Tagen ab. Das war doch etwas dürftig, liebe Phoenix-Mitarbeiter! Leider gab es auch keine Garderoben-Haken, so dass wir noch nicht einmal unsere Tagesjacken griffbereit aufhängen konnten. Auch das fanden wir schon etwas schwach.

Die Klimaanlage verdiente ihren Namen nach unserem Dafürhalten eigentlich nicht. Es war wohl ein Luftzug zu spüren, aber eine Temperaturveränderung über das kleine Steuerrad konnte nicht beobachtet werden. Eine Tatsache, die wir schnell zur Kenntnis nahmen und abhakten.

Auch wenn wir diesmal ein paar Tage länger unterwegs waren und etwas mehr Gepäck hatten, war der Stauraum doch ausreichend. Allerdings sollte man sich doch mit ein paar Kleiderbügeln eindecken, hier zeigt sich Phoenx leider etwas geizig. Ein Safe, der leicht und schnell zu bedienen ist, ist in einem der Schränke untergebracht. Leider ist die Beleuchtung etwas funzelig, so dass man schon aufpassen muss, dass man sich nicht vertippt. Eine Minibar gehörte nicht zur Ausstattung, eine solche haben wir aber auch nicht vermisst.

Sehr schön ist der Flachbildschirm, auf dem die Programme des Albatros TV-Studios zu verfolgen waren. Die Landgangsinformationen waren immer topaktuell und wurden in diesem Jahr von Reiseleiter Alex präsentiert, der in erfrischender Art und Weise alle wichtigen Infos an den Mann und die Frau gebracht hat. Und selbst wenn man einfach nur wissen wollte, wo sich die Albatros gerade befindet, reichte ein Blick auf die permanent aktualisierte Karte.

Ein Schiff wie die Albatros, das nur 205 Meter lang und 25 Meter breit ist, hat natürlich den Vorteil, dass man im Fall der Fälle schnell von A nach B gelangt. Auch das Bordhospital, das sich keine 10 Meter von unserer Kabine entfernt befand, war daher glücklicherweise in greifbarer Nähe, weil wir während dieser Kreuzfahrt zweimal ärztliche Hilfe benötigten.

Vom Lärm der Maschinen haben wir im vorderen Bereich nichts mitbekommen. Wir haben allerdings regelmäßig den Lift am Heckbereich genutzt und sind so an den Kabinen vorbei gekommen, die in der Nähe des Maschinenraums liegen. Hier war ein deutliches "Brummen" zu vernehmen und wir waren froh, zumindest davon verschont geblieben zu sein. Unangenehm fielen hier auch ein permanenter Diesel- und Fäkaliengestank auf.

B) Essen und Trinken

Wie schon im Vorjahr nahmen wir Mittag- und Abendessen wieder im Restaurant "Möwe" ein. Wir saßen sogar wieder am selben Tisch, weil wir auf einen gewissen Wiederholungseffekt hofften. Unsere Getränkekellnerin Emelyn betätigte sich auch gleich als Künstlerin und versah die Mineralwasserflaschen mit einem kleinen Kunstwerk.

Auch unsere beiden Tischkellner Nelberto und Roy, ebenfalls von den Philippinen, umsorgten uns aufmerksam und zum Teil sehr herzlich.

Hauptkellner Nelberto wollte die Hauptgerichte immer zeitgleich für alle acht Gäste am Tisch servieren. Da wir keine Suppe aßen, kam es häufiger zu für uns ungewohnten Wartezeiten. Eventuell war das auch der Grund, weshalb das Essen nur lauwarm war. Vielleicht hätten wir das schon früher ansprechen sollen, im Anschluss hat es dann mit dem Servieren reibungslos geklappt.

Da wir diesmal sehr viele Häfen angefahren sind und es auch abends immer noch viel zu sehen gab (z.B. Sonnenuntergang in Santorin, Inselumrundung von Capri usw.), waren wir daran interessiert, die Mahlzeiten zügig einzunehmen.

Bei Phoenix gab es ja einen Catererwechsel und wir waren neugierig, wie sich das auf die Qualität der Speisen ausgewirkt hat. Beim Frühstück, das wir meistens im Möwe einnahmen, gab es die ersten spürbaren Veränderungen. Die Brötchenauswahl hat zugenommen und die Qualität  ist hier auch besser geworden. Im Rahmen einer Küchenführung erzählte uns der Kärntner Küchenchef Ady Oberdorfer u.a. auch, dass es auf den Phoenix-Schiffen keine Fertigprodukte geben würde und auch Brot und Semmeln täglich frisch gebacken werden, selbstverständlich ohne Backmischungen und/oder so genannte Teiglinge.

Leider haben wir aber nicht nur positive Veränderungen bemerkt. So werden beim Frühstück keine Rühreier mehr am Büffet angeboten, die muss man bei den Servicekräften bestellen, was erfahrungsgemäß aber ein paar Minuten dauert. Damit konnte ich mich nicht anfreunden und ich habe mich daher bei der Gestaltung des Frühstücks umgestellt. Im Übrigen ist die Angebotspalette beim Frühstück durchaus reichlich. Sowohl Wurst als auch Käse sind in verschiedenen Varianten vorhanden, süße Teilchen, Säfte usw. gibt es genügend. Der Lachs war sehr schmackhaft, darüber hinaus werden Würstchen, gebackene Tomaten und Speck am Büffet angeboten. Der Kaffee wird von den Kellnern serviert.

Mehrmals haben wir unser Frühstück auch am Lido-Büffet auf Deck 6 eingenommen. Hier trafen wir dann unseren Lieblingskellner Florendo aus dem Vorjahr, der zwischenzeitlich befördert worden und jetzt stolzer Uniformträger mit einem Streifen ist.

An dieser Stelle muss allerdings auch erwähnt werden, dass man sich die Stühle und Tische im Freien sehr genau ansehen sollte, bevor man sich setzt. Es kam immer wieder vor, dass Russpartikel aus dem Kamin der Albatros geschleudert wurden, die ihren Weg auf das Lido-Büffet fanden. Eine leider ziemlich unangenehme Begleiterscheinung!

Dabei finden auf dem Pooldeck immer wieder maritime, auf den jeweiligen besuchten Hafen, zugeschnittene Veranstaltungen statt, sei es ein Frühschoppen, eine Sail away-Party o.ä. Da gibt es dann auch schon mal Freibier, das wesentlich besser schmeckte als die kalt servierten Weißwürste. Einem Bayern blutet hier natürlich das Herz! Aber wenn dann eine Indonesierin "Atemlos" von Helene Fischer anstimmt, dann kocht die Stimmung trotzdem über.

Am Nachmittag, meistens von 16.00 Uhr bis 16.45 Uhr werden die Tee- und Kaffeeliebhaber verwöhnt. Dann werden Kuchen und andere süße Köstlichkeiten in den Restaurants und am Lido-Büffet kredenzt. Leider werden auch diese Leckereien nicht ohne Kalorien hergestellt, so dass man sich am Ende der Kreuzfahrt nicht wundern darf, wenn die eine oder andere Hose enger geworden ist!

Essen und Trinken sind ein wichtiges Kriterium für viele Passagiere, wir machen da ebenfalls keine Ausnahme. Und weil wir uns zuhause selbst um alles kümmern müssen, genießen wir insbesondere den Service und natürlich auch den schön eingedeckten Tisch auf einem Kreuzfahrtschiff.

Ein besonderes Highlight während einer Kreuzfahrt ist das "Büffet Magnifique". Im Rahmen eines Gala-Abends zeigt die Küche, dass Kochen auch viel mit Fantasie zu tun hat. Kunstvolle Kreationen aus Eis, Obst und Gemüse bilden den Rahmen für eine kulinarische Reise, die man so schnell nicht vergisst. Auch in diesem Jahr haben sich Köche und Obstschnitzer wieder selbst übertroffen. Aber sehen Sie selbst:

Bei einem derartigen Büffet sind natürlich viele Vorarbeiten erforderlich. Ady Oberdorfer, der Chefkoch, erklärte uns, dass er ein Vier- oder Fünf-Gänge-Menü an einem Gala-Abend vorziehen würde, weil die Menüs frisch zubereitet werden könnten, während bei einem so aufwändigen Büffet manche Speisen stundenlang gelagert werden müssten und dadurch nicht besser werden. Das konnte man z.B. beim Hummer feststellen, der zwar in großen Mengen vorhanden, aber nur schwer aus der Kruste zu lösen war. Andererseits, so Oberdorfer, würden die Passagiere ein derartiges Büffet einfach erwarten, auch wenn es, aus mehreren durchaus nachvollziehbaren, Gründen nicht mehr zeitgemäß ist.

Auch die Menüauswahl auf der Albatros kann sich durchaus sehen lassen. Man kann in der Regel aus drei Vorspeisen, zwei Suppen, drei Hauptgerichten und vier Desserts wählen. Daneben besteht auch die Möglichkeit ein vegetarisches Menü zu bestellen. Im Vergleich zum Vorjahr sind schon Veränderungen erkennbar: die Portionen sind unseres Erachtens kleiner geworden. Natürlich muss hier niemand hungern, trotzdem mussten wir uns nicht "quälen", um die Teller leer zu essen. Manche Vorspeisen waren doch etwas arg dürftig, so gab es z.B. zwei armselige Miesmuscheln mit einem Karottenstreifen garniert. Bekanntlich isst ja das Auge immer mit und das erfreute sich auch meistens an dem Gebotenen. Die Speisen waren immer fantasievoll und appetitlich angerichtet, die Menüauswahl war ebenfalls in Ordnung, sowohl Fisch- als auch Fleischliebhaber kamen durchaus auf ihre Kosten. Der Fisch, so unser subjektiver Eindruck, war vielleicht nicht immer ganz durchgebraten und leider waren die Gerichte desöfteren nur lauwarm.

Unter schulischen Aspekten würde ich der Küche eine Note von 2-3 geben, also irgendwo zwischen gut und befriedigend. Und natürlich muss man bei der Bewertung der Kulinarik immer vor Augen haben, dass die Albatros eben nur ein Dreieinhalb-Sterne-Schiff ist! Einen kleinen Eindruck bietet das folgende Fotoalbum:

Wem all das nicht genügt, der kann sich auch noch eine Pizza gönnen, die es am Lido-Büffet gibt und die ebenfalls zu empfehlen ist. Wer Anregungen für die eigene Küche sucht oder neugierig auf das Essen der Phoenix-Flotte ist, kann jeden Tag auf der Internetseite des Veranstalters stöbern und sich die Speisekarten ansehen.

Im Übrigen ist das alles inklusive:

  • Vollpension mit Menüwahl an Bord inkl. Tischwein und Saft des Tages zu den Hauptmahlzeiten, auf Wunsch Schonkost und vegetarische Kost.
  • Früh- und Langschläfer-Frühstück, 11-Uhr-Bouillon, nachmittags Tee und Kaffee mit Gebäck, Mitternachts-Imbiss oder Buffet, Pizzeria.
  • Willkommenscocktail, Abschiedsparty

Getränkepakete gibt es bei Phoenix nicht, weil zu den Hauptmahlzeiten die o.g. Getränke im Preis inkludiert sind, darüber hinaus sind auch die Preise z.B. für Bier oder Cocktails als günstig zu bezeichnen. Eine Getränkekarte kann auch auf der Website von Phoenix eingesehen werden.

Und wer immer schon mal wissen wollte, was auf so einer Kreuzfahrt eigentlich alles verdrückt wird, der sieht sich bitte die folgende Aufstellung an:

C) Unterhaltung

Spielcasino, Wasserrutsche, Kletterwand, Eisbahn, Formel 1-Simulator usw., all das findet man auf der Albatros nicht. So weit es um die Bereiche Fitness, Spa u.ä. geht, verweise ich auf meine ausführliche Beschreibung aus dem Vorjahr.

Auch in diesem Jahr waren wieder viele Geburtstagskinder an Bord der Albatros. Immerhin gab es auch diesmal wieder einen Geburtstagsrabatt von 500,00 Euro pro Person, wenn man in den Monaten April oder Mai Geburtstag feiert. Und da unsere Geburtstage beide in diesen Kreuzfahrttermin fielen, haben wir den Nachlass von immerhin 1.000,00 Euro natürlich gerne mitgenommen. Außer uns haben das ingesamt etwa 250 weitere Passagiere gemacht, so die Info von Kreuzfahrtdirektor Joe Liemberger während seiner Ausführungen im Rahmen des Geburtstags-Cocktails.

Ein liebgewonnenes Prozedere sind die Geburtstagsständchen in den Restaurants. An der Decke über den Tischen werden Luftballons und Luftschlangen angebracht und nach dem Abendessen rückt dann eine Kolonne von Kellnern mit Maitre an. Es eine Geburtstagskarte überreicht und der stimmgewaltige Canada sorgt höchstpersönlich für ein Ständchen, das im Katalog der Erinnerungen weit oben einzustufen ist.

Das Showensemble hat uns in diesem Jahr nicht überzeugt. Während im Vorjahr noch zwei Männer und zwei Frauen für Tanz und Gesang verantwortlich waren, hat man in diesem Jahr auf die Stimmen der Männer verzichtet, stattdessen haben jetzt vier Frauen für die musikalische Unterhaltung gesorgt. Das hat dem Programm insgesamt nicht gut getan und wir haben daher nur ein paar Shows gesehen, u.a. die des Zauberkünstlers Wolf Stein, der mit seinen kleinen Tricks und seiner witzig-frechen Moderation für gute Laune gesorgt hat.

Aber das absolute Highlight war erneut die Crewshow. Hier schwappte die Begeisterung von Mannschaft, Reiseleitern und Kreuzfahrtdirektor sofort auf das Publikum über. Es war die reine Freude, das miterleben zu dürfen.

Wer noch weitere Informationen zur Albatros benötigt, wird sicher auf der Phoenix-Seite fündig werden. Einfach mal reinklicken!

Wir widmen uns jetzt aber der Kreuzfahrt "Mittelmeer intensiv", die am 26.04.2015 in Genua begann und am 13.05.2015 dort auch ihr Ende nahm. Wenn Sie mit dem Reisebericht beginnen wollen, klicken Sie bitte auf "Genua". Viel Spaß!

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